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Icebreaker Merino: wie es dazu kam

Icebreaker Merino

Zu Beginn der 1990iger Jahre waren Funktionsunterwäsche und Bekleidung aus erdölbasierten Kunstfasern der Stand der Technik. Diese hatten den Vorteil atmungsaktiv und leicht zu sein, kamen aber auch mit ein paar sehr unangenehmen Nebeneffekten. Die Textilien waren schnell trocknend, hatten aber eine sehr starke Geruchsbildung, was auf Mehrtagestouren und Expeditionen selbst für wirklich eingespielte Seilschaften eine echte Herausforderung darstellen konnte.

Per Anhalter durch Neuseeland, die Freundin und der Schafbauer

Wie so häufig in der Outdoorwelt kam es auch bei Icebreaker zu einem glücklichen Zufall. Jeremy Moon, damals 24 und frisch von der Uni, bekam von seiner Freundin einen Merinoschaf-Farmer vorgestellt. Dieser hatte die Freundin per Anhalter mitgenommen und es stellte sich heraus, dass der Farmer ein T-Shirt aus seiner Merinowolle hergestellt hatte. Die Folgezeit des Jungen Unternehmens Icebreaker, das damals noch aus dem Schlafzimmer des Gründers geführt wurde, war zunächst geprägt von ganz viel Überzeugungskraft bei Kunden und Investoren. Die ersten Kredite mussten bei den Banken offiziell für "neue Küchen" aufgenommen werden, der erste wirkliche Gewinn kam nach drei Jahren und war so überschaubar, dass man zur Feier des Tages "den Gewinn vertrinken konnte und trotzdem nüchtern blieb".

Der Durchbruch kam, als der neuseeländische Segelheld Sir Peter Blake auf seiner damaligen Rekord-Weltumsegelung 40 Tage und Nächte lang ununterbrochen zwei Prototypen von Icebreaker trug. Von dieser kostenlosen Werbung bestärkt machte sich Jeremy voll an die Sache.

Sozusagen aus dem Kofferraum heraus wurde der Vertrieb aufgebaut, die ersten Kunden, die Icebreaker Merinoprodukte im Einsatz hatten waren begeistert. Ihnen gefiel der Gedanke beim Outdoor-Sport mit einem Naturprodukt auf der Haut unterwegs zu sein, dessen Leistung mehr als zufriedenstellend war. In feuchtkalten, ungemütlichen Biwaknächten, auf Trekkingtouren durch die neuseeländischen Alpen, aber auch bei sommerlichen Wanderungen erwies sich die Bekleidung als absolut funktional. Sie wärmte auch in durchgeschwitztem, feuchten Zustand, bildete dabei keine Gerüche und war sehr angenehm auf der Haut zu tragen.

Moderne Funktionsbekleidung aus nachhaltigem Material

Es hat seine Zeit gedauert es hinbekommen, diese dem Menschen schon lange bekannte, natürlich nachwachsende Funktionsfaser zu etablieren. Doch mittlerweile beschäftigt das Unternehmen mehr als 350 Leute und hat seinen Firmensitz noch immer in Wellington. Icebreakers Produktlinen haben sich in dieser Zeit beständig erweitert und umfassen heute neben der klassischen Merinounterwäsche auch Zwischenschichten, äußere Bekleidungsschichten, sowie Socken und ergänzende Produkte. Dadurch hat man bei praktisch jeder Outdooraktivität das ganze Jahr über sehr komfortable, atmungsaktive, wärmende und geruchsresistente Funktionsbekleidung am Körper.

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