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Trekking mit Kindern? Equipment-Tipps mit Packliste

Inhaltsverzeichnis

Trekkingurlaub mit Kindern? Kann das gut gehen? Unsere Tipps helfen da hoffentlich.

Ein Rechenbeispiel: man nehme eine kleine Familie mit zwei Elternteilen, der viereinhalbjährigen Tochter Lisa und dem einjährigen Sohn Max, der im Moment seine ersten eigenen Schritte macht. Die Eltern sind seit Jahren begeisterte Wanderer und Kletterer, und möchten ihren Nachwuchs schon früh für Natur und Bewegung an der frischen Luft begeistern.

Außerdem möchten sie selber auch gerne weiter sportlich „Outdoor unterwegs“ sein und ihre Leidenschaft möglichst ins Familienleben integrieren. Um das exemplarische Beispiel nicht noch komplizierter zu machen, als es ohnehin bereits scheint, gehen wir davon aus, dass die Tour weder bei arktischen Temperaturen, noch bei monsunartigen Regenfällen stattfinden soll, und auch nicht über mehrere Monate durch verschiedene Klimazonen führt.

Stattdessen soll die geplante Trekkingtour in einem der schönen deutschen Mittelgebirge stattfinden, in denen es viele tolle Touren auf angenehm breiten Wegen gibt. Das späte Frühjahr oder der frühe Sommer scheinen dafür hinsichtlich des Wetters und der Temperaturen optimal; aber auch für einen Regentag muss man gerüstet sein. Geschlafen wird zusammen im Zelt, und die meiste Verpflegung soll bereits im Trekkingrucksack mitgeführt werden.

Um sich einigermaßen über Packmaß und Gewicht klar zu werden, machen die Eltern eine vorläufige Packliste für die einwöchige Tour:

Trekkingtour mit Kindern für 7 Tage / 6 Übernachtungen:

Schlafen

Puuuh… schon mit nur zwei Kindern wird die Packliste lang.
  • 2 x Isomatte (Eltern)
  • 1-2 x Isomatte (Kinder)
  • 1 x Zelt (Trekkingzelt für 3-4 Personen)
  • 2 x Schlafsack (Eltern)
  • 2 x Schlafsack (Kinder)

Bekleidung

  • 4 x Outdoorjacke (wasserdicht)
  • 2 x Lange Wanderhose (Eltern)
  • 2 x Kurze Hose (Eltern)
  • 2 x Lange Hose (pro Kind)
  • 2 x Kurze Hose (pro Kind)
  • 4 x T-Shirt / Funktionsshirt (Eltern)
  • 4 x T-Shirt (pro Kind)
  • 2 x Sweatshirt oder Fleecejacke (Eltern)
  • 2 x Sweatshirt oder Fleecejacke (pro Kind)

Dazu noch Mützen, Caps, Hüte, Sonnenbrillen, Socken und Unterwäsche für alle.

Verpflegung

  • 6 x Frühstück (Eltern)
  • 6 x Frühstück (Kinder)
  • 7 x Vesper für Mittag oder Abend (Eltern)
  • 7 x Vesper für Mittag oder Abend (Kinder)
  • 6 x Hauptmahlzeit (Eltern)
  • 6 x Hauptmahlzeit (Kinder)

Snacks für zwischendurch, wie Kekse, Energieriegel,Obst

(Die Trinkflaschen können zwischendurch aufgefüllt werden, so dass als Reserve immer nur 2-3 Liter Wasser zusätzlich ins Gewicht fallen.)

Ausrüstung

Gute Aussicht da oben: Eine Kraxe sollte auf alle Fälle auf der Packliste stehen, wenn das Kind noch keine langen Strecken wandern kann.
  • Karte(n)
  • Kompass
  • Smartphone
  • Wanderführer / Bücher
  • Trekkingstöcke
  • Kinderkraxe
  • Babytrage / Tragetuch
  • Trekkingrucksack
  • Kinderrucksack
  • Stirnlampen
  • Campingkocher
  • Brennstoff / Gaskartuschen
  • Campinggeschirr für drei bis vier Personen
  • Regenschirm(e)
  • Erste-Hilfe-Ausrüstung
  • Ggf. Powerbank oder Ladegerät
  • Sonnencreme
  • Kulturbeutel

Extra Equipment für die Kinder

  • Windeln und Wickelzubehör für 7 Tage
  • Tücher / Feuchttücher
  • Creme / Puder
  • Spielzeuge (bzw. ein handliches Lieblingsspielzeug)
  • Kinderbuch
Wenn die Kinder schon die ganze Strecke allein laufen können, kann man sich die Kraxe sparen, dafür können die Kinder meist schon einiges selber tragen.

Damit Lisa einen Teil der Strecke selbst laufen kann entscheiden sich die Eltern für eine praktische Kinderkraxe. Während Lisa läuft, kann Max in der Kraxe sitzen und wenn beide Kinder zu müde zum Laufen sind, kommt zusätzlich eine Babytrage oder ein Tragetuch für Max zum Einsatz.

Für den Transport der umfangreichen Ausrüstung ist somit ein ziemlich großer Trekkingrucksack von Nöten. In modernen Kinderkraxen von Outdoorherstellern, wie Deuter, Thule, Vaude oder Osprey ist in der Regel noch eine Menge zusätzlicher Stauraum vorhanden. Davon ausgehend, dass die Kraxe, neben dem Sitzplatz für ein Kind, etwa soviel  Extra-Fächer bietet, wie ein durchschnittlicher Daypack (ca. 20-30 Liter), darf der andere Rucksack selbst bei ultrakompakter Ausrüstung nicht unter 60 Liter fassen.

Ältere Kinder tragen selbst!

Bei älteren Kindern, die die gesamte Strecke selbst laufen, wird die Logistik der Trekkingfamilie natürlich etwas einfacher. Einen Teil der Ausrüstung und Bekleidung können die Kinder im eigenen Rucksack transportieren, und statt der Kinderkraxe können die Eltern die restliche Ausrüstung auf zwei Trekkingrucksäcke in normaler Größe verteilen.

Also vielleicht doch nach Alternativen suchen…

Nach dem ernüchternden Rechenbeispiel, in dessen Summe ein riesiger und enorm schwerer Rucksack steht, beschließen die Eltern, ihre Urlaubspläne anzupassen, denn mit Riesenrucksack auf dem Rücken und Babytrage am Bauch macht selbst wandern in leichtem Gelände nicht mehr so viel Spaß (erst recht nicht, wenn es heiß ist, oder nicht aufhört zu regnen).

Hilfreiche Träger, wie zum Beispiel in Nepal üblich, sind in Deutschland leider nicht verbreitet, und auf einen Urlaub im Hotel auszuweichen scheint auch keine Alternative für die junge Familie zu sein. Stattdessen bieten sich andere Optionen, um nicht unter der Last der eigenen Trekkingtour zu leiden:

1. Einen Campingplatz als Basislager auswählen

Eine Kinderkraxe hat meist an den Seiten noch viel Stauraum oder sogar spezielle Fächer für Trinkbeutel.

Statt das Zelt und die gesamte Ausrüstung jeden Tag mitzunehmen, eignen sich für kleinere Kinder auch kleinere Touren sehr gut. Diese können mal ein paar Stunden und mal den ganzen Tag dauern, aber der Großteil der Ausrüstung verbleibt tagsüber an Ort und Stelle. Außerdem ist auf den meisten Campingplätzen für kinderfreundliche Unterhaltung durch Spielplätze gesorgt, und natürlich gibt es dort auch andere Familien und Kinder.

2. Unterwegs Nahrungsmittel zukaufen oder Essen gehen

Falls die Möglichkeit besteht, auch auf der Tour Essen und Trinken zu kaufen, oder auch mal auf einer Hütte oder in einem Restaurant zu vespern oder zu essen, kann das Gewicht im Rucksack ebenfalls um ein paar Kilogramm reduziert werden. Dafür wird parallel auch der Geldbeutel zunehmend leichter.

3. Einen Teil des Gepäcks im Pilgerwagen transportieren

Ziehen und schieben statt tragen und schleppen. Auf gut befestigten Wegen, die breit genug sind, ist ein sogenannter Pilgerwagen oder ein dementsprechender Kinderwagen oder Fahrradanhänger eine tolle Alternative, um größere Lasten bequemer zu transportieren. Der Pilgerwagen für Wanderer ist in der Regel mit Luftbereifung wie bei einem Kinderfahrrad ausgestattet und verfügt über Zugstangen, gepolsterte Griffe und einen Zuggürtel.

Er ähnelt vom Aufbau einer Lastenkraxe auf großen Rädern und ist kaum breiter als der Wanderer selbst. Mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich auch ein passender Thule Kinderanhänger dementsprechend umrüsten. Dieser fällt dann allerdings etwas breiter aus. Auf dem Pilgerwagen lassen sich je nach Ausführung ungefähr 30 kg Gepäck transportieren. Für sehr schmale Wege und allzu unebenes Terrain ist der Lastenwagen allerdings ungeeignet.

4. Organisierte Touren mit Gepäcktransport in Betracht ziehen

Wer sich mit anderen Familien für einen Trekkingurlaub zusammenschließt, kann Gepäck sparen und sich gegenseitig aushelfen.

Wer auf mehrtägige Wanderungen mit Kindern nicht verzichten möchte, hat auch die Möglichkeit, professionelle Anbieter mit einem Teil der Arbeit und Organisation zu beauftragen. Zum Beispiel lässt sich so der Gepäcktransfer zum nächsten Stellplatz oder zur nächsten Hütte realisieren.

Außerdem können oft alle möglichen Zusatzleistungen und Services je nach Bedarf gebucht werden. Natürlich geht damit auch ein Teil der Spontanität und Flexibilität beim Trekking verloren, aber dafür lassen sich die einzelnen Etappen nur mit Kinderkraxe und Daypack realisieren. Eine weitere Möglichkeit ist das Familienwandern in der Gruppe.

Sei es mit befreundeten Familien oder über einen Veranstalter gebucht: die Aufgaben- und Gepäckverteilung kann in kleineren Gruppen von zwei oder drei Familien vereinfacht werden. Neben motorisierter Unterstützung bieten manche Reiseveranstalter sogar Touren mit Eseln oder Pferden als Lasttiere an. Das macht die Trekkingtour nicht nur für die Kleinen zum ganz besonderen Erlebnis.

Wie organisiert ihr eure Trekkingtouren mit Kindern? Welche persönlichen Erfahrungen habt ihr auf mehrtägigen Wanderungen mit Kindern gemacht? Schreibt gerne eure Meinungen in die Kommentare.

Mehr Tipps für deine Ausflüge mit den Kleinsten bekommst du in folgenden Blogartikeln:

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Bergfreund Jan L.

Bergfreund Jan L.

Angefangen hat alles mit Camping im selbstgebauten Wohnmobil. Im Winter erst auf zwei Brettern am Anfängerhügel, später dann nur noch auf einem im Powder. Im Sommer fast immer am und auf dem Wasser – ganz egal ob am Meer, See oder Fluss. Mal auf zwei Rädern über die Schwäbische Alb, mal auf vier Rollen durch die Stadt oder mit Wanderstiefeln an den Füssen in den Alpen, Pyrenäen und im Himalaya. Ob mit Kletterseil im Kalkstein, mit Klettersteigset im Granit oder mit Bouldermatte am Kunstharz.

Bisher keine Kommentare

  1. 2 Mamas, 4 Kinder (zwischen 11 und 3 Jahren) und 3 Tage Hüttenwanderung. Geht das? Geht!
    Allerdings war es nicht ganz billig. Jetzt aber mal ausführlich.
    Auf unserer Tour sind alle Kinder weitgehend selber gelaufen, daher haben wir die Tagesettapen auf etwa 2,5h angegebene Wanderzeit geplant. Nach unserer Erfahrung ist doppelte Wanderzeit plus regelmäßige Pausen eine gute Richtlinie, wenn man mit Kindergartenkindern unterwegs ist. Das Gepäck haben wir folgendermaßen verteilt. Eine Erwachsene hatte die Kraxe für den Kleinsten (beim Mittagsschlaf, oder wenn es zu steil wurde). Den Kraxenstauraum haben wir für Klamotten genutzt, sonst wäre die Kraxe mit Kind zu schwer geworden. Die andere Erwachsene hatte einen 60Liter Rucksack mit dem Rest (Tagesvesper, Wasserflaschen, Erste Hilfe, Hüttenschlafsäcke…). Die 11Jährige hatte einen Daypack mit ihren Sachen und die beiden Jüngeren (6 und 7 Jahre) jeweils einen Kinderrucksack mit ihren eigenen Jacken. Das hat sich sehr bewährt, weil das Wetter ziemlich durchwachsen war und ständig Jacken und Mützen an- und ausgezogen werden sollten. Da wir in dieser Besetzung nicht auch noch Zelte, Schlafsäcke und Kocher tragen konnten, haben wir auf Hütten übernachtet und auch dort gegessen und ab dem zweiten Tag Lunchpakete mitgenommen. So haben wir das schwerste Gepäck, das Essen, ausgelagert und mussten trotzdem nicht nach jeder Wanderung ins Tal absteigen. Die Hüttenübernachtungen mit Vollpension haben in der Reisekasse ganz schön zu Buche geschlagen, waren aber das Erlebnis unbedingt Wert.
    Natürlich gab es in den drei Tagen auch immer wieder “Hunger,Pipi, müde, kalt” Momente. Trotzdem sitzen wir schon wieder da und werden von unseren Kinder gedrängelt die nächste Tour zu planen. “Mama, nach Corona gehen wir aber gleich wieder auf Hüttenwanderung.” Machen wir!

    P.S. Die meisten familienfreundlichen Hütten haben eine kleine Spielesammlung. Es reicht also vollkommen ein kleines Kuscheltier mitzunehmen und ansonsten der Fantasie freien lauf zu lassen.

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