Die Reichenbachklamm bei Pfronten: Wichtige Infos im Überblick
- Ort: Pfronten im Allgäu
- Ausgangspunkt: Bahnhaltestelle Pfronten Steinach bzw. Parkplatz der Breitenbergbahn
- Route: Talstation der Breitenbergbahn – Reichenbachklamm – Bergstation der Breitenbergbahn oder in umgekehrter Richtung.
- Anreise: Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kein Problem. Fahrzeit von Kempten ca. 1 Stunde. Verbindungen etwa stündlich.
- Parken: Parkplatz der Breitenbergbahn (gebührenpflichtig)
- Höhenmeter Pfronten-Steinach bis Bergstation Breitenbergseilbahn: ca. 660 hm
- Gehzeit: ca. 2 Std.
- Einkehrmöglichkeit unterwegs: Hochalphütte in unmittelbarer Nähe zur Bergstation der Breitenbergbahn.
- Geeignet für: trittsichere Wanderer allen Alters, „geländegängige“ Hunde
- Ausrüstung: feste Schuhe, Wanderstöcke, Sonnenschutz, Kamera, Verpflegung
Wandern in der Reichenbachklamm
Für eine Tour durch die Reichenbachklamm gibt es mehrere Möglichkeiten. Nicht selten wird der Aufstieg durch die Klamm für eine Wanderung auf den Breitenberg (1838 m) oder den Aggenstein (1987 m) genutzt. Hierbei handelt es sich um ordentliche Tagestouren, deren Anspruch man mit jeweils gut 1000 bzw. 1100 Höhenmetern im Auf- und Abstieg keinesfalls unterschätzen sollte. Kürzere Variante: Eine Rundwanderung, ohne einen der genannten Berge zu besteigen. In diesem Fall führt die Tour durch die Reichenbachklamm und danach nur bis zur Bergstation der Breitenbergbahn. Von dort ist der direkte Abstieg zum Ausgangspunkt möglich.
Wer weniger lauffreudig ist oder wer keinen ganzen Tag für die Tour Zeit hat, kann die Tour auch mit Unterstützung der Breitenbergbahn angehen. Diese Variante haben wir gewählt, dazu aber später mehr.
Anreise und Tipps zur Planung
Pfronten und noch mehr die Reichenbachklamm liegen kurz vor bzw. auf der deutsch-österreichischen Grenze. Dennoch ist der Ort verkehrstechnisch gut angebunden. Die Anreise zur Wanderung mit öffentlichen Verkehrsmitteln stellt kein Problem dar. Die Haltestelle „Pfronten-Steinach“ für Bus und Bahn befindet sich direkt am Ausgangspunkt der Tour.
Alle, die mit dem Auto anreisen, können auf dem Parkplatz der Breitenbergbahn parken. Dieser ist gebührenpflichtig und im Sommer von 6-22 Uhr geöffnet. Das Tagesticket kostet 5 € (Stand Sommer 2026).
Wer seine Tour mit der Seilbahn (egal ob im Auf- oder Abstieg) abkürzen möchte, sollte sich außerdem vorab über den passenden Tarif informieren und ein entsprechendes Ticket gleich an der Talstation der Breitenbergbahn erwerben. Die einfache Fahrt kostet aktuell für Erwachsene 16,50 €. Kinder, Jugendliche, Senioren und Schwerbehinderte zahlen weniger. Auch für Inhaber einer Gästekarte gibt es Rabatt. Standardtickets können auch im Internet oder an den Automaten der Bergbahn erworben werden. Auch Hunde dürfen mit der Seilbahn fahren. Das Tagesticket liegt bei fairen 2 €.
Reichenbachklamm-Wanderung – das erwartet Dich
Die Wanderung durch die Reichenbachklamm ist eine wirklich schöne Tour und landschaftlich sehr reizvoll. Durchwandert kannst Du sie entweder von unten nach oben oder auch in entgegengesetzter Richtung – beide Optionen haben ihre Vorzüge. Die Klamm ist obendrein frei zugänglich, Eintritt muss nicht bezahlt werden.
Der Weg durch die bayerische Klamm ist nicht nur aufgrund der Natur spektakulär, sondern stellenweise auch anspruchsvoll zum Gehen. Wer hier unterwegs ist, sollte auf jeden Fall trittsicher sein. Ist das gegeben, kann die Tour durch die Reichenbachklamm mit Kindern und/oder dem Hund problemlos angegangen werden. Bei der Wanderung durch die Klamm müssen immer wieder Stufen, Treppen und Stege überwunden werden. Dies kann unter Umständen für kleinere Kinder und ängstliche Hunde eine zusätzliche Herausforderung darstellen.
Ausgesetzte und steile Stellen sind darüber hinaus mit Drahtseilen und Geländern versichert. Dennoch handelt es sich bei der Tour durch die Klamm um eine waschechte Wanderung, sodass zusätzliche Ausrüstung wie Klettergurt, Klettersteigset oder ein Helm definitiv nicht notwendig sind. Was ich Dir jedoch raten würde, ist, Wanderstöcke mitzunehmen. Gerade wenn es zuvor geregnet hat, kann der Weg schnell rutschig werden. Auch auf gute Wanderschuhe mit ordentlich Grip solltest Du nicht verzichten.

Die Wegfindung ist bei der Wanderung übrigens kein Problem. Die Reichenbachklamm ist schon am Parkplatz bzw. der Bahnhaltestelle ausgeschildert. In der Klamm ist die Wegfindung ohnehin stressfrei, es genügt, dem Weg zu folgen, hier zweigt unterwegs nichts ab. Für den Weiterweg zur Seilbahn ist ebenfalls keine größere Planung oder Vorbereitung erforderlich. Wer jedoch einen der umliegenden Berge besteigen möchte, sollte auf jeden Fall geeignetes Kartenmaterial dabeihaben.
Meine Variante: die Reichenbachklamm als gemütliche Tour
Als wir am Parkplatz der Reichenbachklamm ankommen, ist es bereits Nachmittag. Die Anreise ins Allgäu hat dann doch ein wenig länger gedauert, als wir das ursprünglich geplant hatten. Hinzu kommt, dass wir morgen auf eine mehrtägige Bergtour starten werden. Somit ist das Credo für heute: ruhig angehen lassen. Und das führt uns letztlich zu einer der eher faulen Varianten, die Reichenbachklamm zu durchwandern.
Wir werden mit der Seilbahn bis zur Bergstation fahren und dann ganz gemütlich von oben her in die Reichenbachklamm wandern. Hierdurch wird die Tour zwar beinahe lediglich zu einem ausgedehnten Spaziergang herabgestuft, gibt uns aber auch ausreichend Zeit, die Landschaft auf uns wirken zu lassen.
Gesagt, getan; wir kaufen uns ein Ticket für die Seilbahn und gondeln kurz darauf zur Bergstation. Hier gibt es einen bewirteten Kiosk, und nur ein paar Meter entfernt eine bewirtschaftete Hütte. Nach einer größeren Pause ist uns jetzt vor der Tour freilich nicht, aber ein kühles Getränk in der Sonne kann ja auch nicht schaden.
Dann aber los: Wir starten unsere eigentliche Wanderung an der Bergstation der Seilbahn auf den Breitenberg. Die Klamm ist von hier in etwa 30–45 Minuten zu erreichen. Der Weg dorthin ist, abgesehen vom Panorama, wenig spektakulär. Wir kommen auf dem breiten Schotterweg gut voran und vernichten schnell einige Höhenmeter. Nach etwa 200 Höhenmetern zweigt in einer markanten Rechtskurve ein schmalerer Weg ab, führt in den Wald hinein, und dann später weiter in und durch die Reichenbachklamm. Auch hier ist die Wegfindung kein Problem, Schilder zeigen, wo es lang geht.
Der Weg wird ab hier schmaler, ist aber weiterhin gut zu gehen. Dann in der Klamm kommen Wurzeln und erste Stufen hinzu. Immer wieder heißt es langsam gehen, nicht stolpern oder ausrutschen. In den Tagen vor unserer Tour hat es immer wieder geregnet, der Untergrund ist daher an einigen Stellen rutschig. Immer wieder wechseln sich leichtere Stellen mit Felsstufen, Stahlbügeln und Treppen ab. Wo immer es notwendig ist, wurde der Weg zusätzlich gesichert. Wer hier unterwegs ist, sollte aber auf jeden Fall trittsicher sein. Gerade bei Nässe können außerdem Stöcke zur Trittsicherheit beitragen. Allerdings nur, wenn man sie auch dabeihat und nicht wie ich „für die kurze Aktion“ darauf verzichtet.
Am oberen Ende, also unserem Einstieg, befindet sich der größte Wasserfall der Klamm. Der Klammschluss ist jedoch für Wanderer nicht zugänglich. Wer den Wasserfall betrachten möchte, muss das seitlich vom Wanderweg aus tun. Der Weiterweg führt uns immer wieder an kleineren und größeren Kaskaden des Reichenbachs vorbei. Diese sind nicht nur schön anzusehen und bieten für Hobbyfotografen ein gutes Bild, sondern für uns bedeutet das immer auch, dass der nächste Wegabschnitt ein wenig spektakulärer wird. Denn hier gilt es nicht selten, steilere Passagen zu überwinden. Auch die besagten Treppen und Stege sind meist an diesen Stellen verbaut.
Tipp: Wer nicht in Eile ist, sollte sich auf jeden Fall Zeit in der Reichenbachklamm nehmen. Immer wieder gibt es Plätze und Bänke, die sich hervorragend für ein Vesper in großartiger Kulisse eignen. Hier lohnt es sich, ein wenig zu verweilen und die ruhige Atmosphäre zu genießen. Wir sind nachmittags unter der Woche unterwegs. Das Wetter ist an diesem Tag zwar wechselhaft, aber beständig und wir sind hier nahezu alleine. Auch das macht den Besuch der Klamm sehr angenehm.
Der Weg durch die Reichenbachklamm verläuft immer links des Reichenbachs (in Fließrichtung gesehen). Im unteren Teil muss man jedoch zwei kleinere Zuläufe queren. Hier kann es je nach Wasserstand nasse Füße geben. Halbwegs dichte Wanderschuhe machen sich bezahlt. Mit dem Verlassen der Klamm verlassen wir auch bald den Wald. Der Weg führt ab hier immer leicht fallend durch offenes Gelände an einem Campingplatz vorbei, zurück zur Talstation der Breitenbergbahn.
Mein Fazit zur Reichenbachklamm
Die Wanderung durch die Reichenbachklamm ist wirklich schön und überrascht mit einer beeindruckenden Landschaft. Der Weg führt über weite Teile durch relativ dichten Mischwald, was im Zusammenspiel mit dem tief eingeschnittenen Tal teilweise schon fast für eine mystische Stimmung sorgt. Wer Ruhe und Entspannung sucht, ist hier genau richtig. Der Weg ist dabei stellenweise fordernd, das macht die Tour aus meiner Sicht interessant. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass die Tour im Aufstieg so manchem und mancher ein paar Schweißperlen auf die Stirn zaubern kann. Wer also auf beeindruckende Natur steht und gerne auch mal abseits großer Routen unterwegs ist, wird sicherlich auch an der Reichenbachklamm Freude haben. Mir hats jedenfalls gefallen.


Tipp: Weiterführende Wanderung auf den Aggenstein (1985 m)
Nicht immer ist die richtige Zeit für eine gemütliche Tour, die hart am Spaziergang vorbeigeht. Wer mehr Ambitionen hat als ich, kann die Reichenbachklamm auch als Teil einer Bergtour nutzen. Eine der vielleicht lohnendsten Touren führt auf den Aggenstein. Wer hier unterwegs ist, braucht eine gute Ausdauer und Trittsicherheit.
Rundwanderung: Pfronten-Steinach – Reichenbachklamm – Grenzerhütte – Aggenstein – Berghaus Allgäu (Bergstation Breitenbergseilbahn) – Pfronten-Steinach
- Schwierigkeit: Schwer
- Ausgangspunkt: Pfronten-Steinach
- Höhenmeter im Auf- und Abstieg: ca. 1180 hm
- Wegstrecke: rund 15 km
- Gehzeit: ca. 7 Stunden
Bei der Tour auf den Aggenstein handelt es sich um eine Tagestour, die man nicht unterschätzen sollte. Wer die Tour angeht, sollte auf jeden Fall die notwendige Kondition mitbringen. Gerade das letzte Stück auf den Gipfel darf dabei nicht unterschätzt werden. Hier stehen immer wieder Kraxeleien an. Einzelne Stellen sind mit Drahtseilen gesichert.





