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Eispickel und Eisgeräte schleifen – Kosmetiktipps fürs Eis

Inhaltsverzeichnis

Pflegeanleitung Eisgeräte und pickel richtig schleifen
Wie schleife ich Eisgeräte und Pickel richtig?

Der Eispickel ist neben den Steigeisen der vielleicht beste Freund des Bergsteigers. Vom klassischen Eispickel bis hin zu rabiaten Eisäxten gibt es hierbei zahlreiche Bauweisen und Varianten. Aber egal, wofür das gute Stück zum Einsatz kommt, und wie oft es verwendet wird, irgendwann hinterlassen der Zahn der Zeit und der Kontakt mit dem Fels ihre Spuren. Klassischer Flugrost tritt an der Haue vergleichsweise häufig auf und lässt sich schnell und einfach entfernen. Grobe Riefen, beschädigte Grate an der Haue sowie runde Spitzen schmälern den Wirkungsgrad eines Eisgeräts merklich. Daher sollte man seinem Pickel beziehungsweise seinen Eisgeräten dann und wann mit Feile und Schleifpapier eine kleine Frischzellenkur verpassen.

Pflegeanleitung Eisgeräte und pickel richtig schleifen
Eispickel regelmäßig zu pflegen verlängert die Lebensauer und Performance der Geräte

Kampf dem Flugrost

Die Light-Variante des Schleifens ist das Entfernen von Flugrost. Hierzu benötigt man lediglich einen groben Scheuerschwamm, wie man ihn beispielsweise zur Reinigung von Pfannen benutzt, kombiniert mit Willenskraft und etwas Geduld. Bei diesem „Reinigungsvorgang“ kommen weder Wasser noch Putzmittel zum Einsatz. Die Pickelhaue wird lediglich mit dem trockenen Schwamm geschrubbt, bis kein Flugrost mehr zu sehen ist. Generell lohnt es sich aber, die Entstehung von Flugrost zu vermeiden. Hierzu muss man wissen, dass die Hauen in der Regel keine Rostschutzbehandlung haben. Daher empfiehlt es sich, Pickel und Eisgeräte nach dem Gebraucht mit einem Lappen trocken zu reiben und nicht in einem eventuell feuchten Keller zu lagern. (Das gleiche gilt übrigens auch für Steigeisen)

Abnutzungserscheinungen entgegenwirken

Gerade bei Mixed Touren und Hochtouren auf vereisten Felsengraten geht gerne auch mal ein Schlag gegen den Fels. Und der bleibt im Metall der Haue meist nicht ohne Spuren. Auch Schnabel, Zähne und Spitzen einer Haue werden durch den regelmäßigen Gebrauch regelrecht rund geschliffen. In dem Fall lohnt es sich, den im Bergsteiger schlummernden Metaller zu wecken. Verformungen und leichten Beschädigungen kann man relativ einfach mit etwas Werkzeug zu Leibe rücken. Bei der Bearbeitung von Pickelhauen wird immer manuell, nie maschinell gearbeitet. Schleifsteine, Winkelschleifer und Co. würden zu einem schnellen Erhitzen des Metalls führen. Dies wiederum wirkt sich nachteilig auf die Struktur des Materials und dessen Festigkeit aus. Abgesehen davon: Handarbeit trainiert die Armkraft.

Hier eine Übersicht des erforderlichen Werkzeugs: Schraubenschlüssel zur Demontage der Haue, Schraubstock, Flachfeile (Schlichtfeile), Rundfeile, Drahtbürste oder feines Schleifpapier.

Wenn möglich die Haue vom Schaft demontieren.
Wenn möglich die Haue vom Schaft demontieren.

Der beste Schliff

In einem ersten Schritt wird, sofern möglich, die Haue vom Schaft demontiert. Diese ist oft mit Innensechskantschrauben befestigt. Sind die mit der Zeit regelrecht festgegammelt, kann man den Schraubenschlüssel auch mit einer Verlängerung ergänzen, das erspart zumeist unnötiges Gezerre. Gerade bei eher einfachen Eispickeln oder alten Modellen ist die Haue aber auch mit dem Schaft vernietet. In dem Fall entfällt die Demontage selbstverständlich. Verbleibt der Schaft an der Haue, gibt es beim Einspannen in den Schaubstock eventuell Probleme. Es gilt jedoch zu berücksichtigen, dass immer nur die Haue geklemmt wird, niemals der Schaft.

Nach der Demontage wird die Haue mit der Unterseite nach oben im Schraubstock eingespannt. Die Unterseite der ersten Zacke kommt zuerst dran. Es gilt, ihre ursprüngliche Form so gut wie möglich wiederherzustellen. Gefeilt wird quer zur Haue. Zugunsten einer guten Performance und langen Lebensdauer sollte man darauf achten, dass man die Neigung nicht verändert und nicht unnötig Material abträgt.

Schneide feilen

Als Nächstes wird die Schneide beziehungsweise die Spitze gefeilt. Also die vorderste, senkrecht oder schräg verlaufende Kante. An der Stelle ist das Material in der Regel den höchsten mechanischen Belastungen ausgesetzt und wird daher besonders schnell rund. Auch Beschädigungen durch heftigen Felskontakt treten in diesem Bereich besonders häufig auf. Daher muss gerade in hier der ursprüngliche Winkel wiederhergestellt werden. Dabei wird mit einer feinen Flachfeile gearbeitet. Danach werden die schrägen Kanten der Schneide korrigiert. Hierbei gilt es darauf zu achten, dass kein Grat gefeilt wird, da dies zu Lasten der Lebensdauer gehen würde. Verbleibt in der Mitte noch eine kleine Fläche von mindestens einem halben Millimeter, beeinträchtigt dies die Performance keineswegs, fördert aber die Lebensdauer des Eisgeräts.

Die Oberseite der Haue kann ebenfalls mit der Flachfeile ein wenig nachgearbeitet werden. Zugunsten der allgemeinen Sicherheit und Lebensdauer sollte man es jedoch nicht übertreiben. Nachdem man die Bearbeitung mit der Flachfeile beendet hat, kann man gegebenenfalls einzelne Zähne noch mit einer Rundfeile schärfen.

Das Nacharbeiten der Pickelspitze kann von Zeit zu Zeit hilfreich sein. Auch hier sollte man peinlichst darauf achten, dass man die ursprüngliche Form und Neigung nicht verändert. Wichtig ist es auch, die Spitze nicht zu scharf zu schleifen, da sonst das Verletzungsrisiko steigt. Das Schleifen der Schaufel ist in den meisten Fällen nicht notwendig, da diese ohnehin in weicherem Material zum Einsatz kommt.

Haue des Eisgerätes polieren

Die goldene Regel beim Eisgeräte schleifen: So viel wie nötig und so wenig wie möglich
Die goldene Regel beim Eisgeräte schleifen: So viel wie nötig, und so wenig wie möglich

Egal wo und wie viel man geschliffen hat, zum Schluss empfiehlt es sich, den gesamten Kopf bzw. die gesamte Haue noch zu polieren. Groben Rost kann man ohne Weiteres mit einer Drahtbürste entfernen. Hartnäckigerer und feinerer Korrosion kommt man sehr gut mit einem feinen Schleifpapier bei. Hier hat sich eine Körnung von 120 bis 180 bewährt. Ist aller Rost abgetragen, glänzt die Haue fast wieder wie neu. Das hat nicht nur einen optischen Effekt, sondern trägt auch dazu bei, dass die Eisgeräte besser ins Eis gleiten. Aus dem Grund sollte man ebenfalls darauf achten, dass alle Stellen glatt geschliffen sind. Kleine Fehler können auch mit dem Schleifpapier nachgearbeitet werden.

Selbstverständlich trägt man bei jedem Schleifvorgang Material ab, und die Haue wird so gesehen weniger. Die Performance steigt dafür wieder. Dies kann gerade bei steilen und ausgesetzten Passagen stark zur Sicherheit beitragen. Daher verhält es sich mit dem Schleifen von Pickeln und Eisgeräten ein wenig so wie mit dem Schleifen der Stahlkanten von Skiern: Soviel wie nötig, und so wenig wie möglich. Denn selbst bei der besten Haue ist irgendwann einmal sprichwörtlich Feierabend. Auch bei groben Beschädigungen, Einkerbungen und Rissen hilft das Nachschleifen nichts mehr. In diesen Fällen sollte zugunsten der Sicherheit ein Austausch erfolgen.

Fazit

Bekommen Pickel und Eisgeräte von Zeit zu Zeit eine kleine Streicheleinheit, verlängert sich die Lebensdauer, und eine gute Performance bleibt erhalten. Wie bei jedem Ausrüstungsgegenstand ist aber auch hier irgendwann einmal die Grenze erreicht, und das Eisgerät muss zur eigenen Sicherheit ausgetauscht werden.

Zuletzt aktualisiert: 26.06.2023

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Bergfreundin Lisa

Kurztext: Ich bin nicht zum Bergsport gekommen, der Bergsport ist zu mir gekommen. Ende der 80er haben mir meine Eltern gezeigt wie man Ski fährt und Ende der 90er habe ich das Klettern im Verein gelernt. Seit meiner Jugend gehören außerdem Ski- und Hochtouren zu meinen festen Bergsportdisziplinen.

3 Comments on the Article

  1. Bergfreund Marco 8. November 2021 08:31 Uhr

    Hallo Markus, nein, der Pickel kommt scharf und einsatzbereit zu Dir. Viele Grüße, Marco

  2. Markus 5. November 2021 14:36 Uhr

    Danke für die Tipps. Ein Neuer Pickel wird aber nicht stumpf ausgeliefert und muss vor der ersten Nutzung geschliffen werden?

  3. Markus 5. November 2021 14:36 Uhr

    Danke für die Tipps. Ein Neuer Pickel wird aber nicht stumpf ausgeliefert und muss vor der ersten Nutzung geschliffen werden?

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