Was macht man mit einem Yogablock?
Klein, aber oho. Ein Yogablock – manchmal auch Yogaklotz genannt – sieht nach wenig aus, ist aber äußerst vielseitig einsetzbar. Das kleine Hilfsmittel ergänzt die Yogapraxis von Anfängern und fortgeschrittenen Yogis gleichermaßen und ist ein must-have im Yogazubehör. Meist besteht er aus Kork, Schaumstoff oder Holz und wird unter Händen, Füßen oder auch unter dem Becken platziert. Die Idee dahinter ist einfach: Der Yogablock bringt den Boden ein Stück näher zum Körper und verlängert so gewissermaßen deine Arme. Dadurch lassen sich viele Haltungen stabiler und entspannter ausführen.
Aber das ist nicht alles. In Sitzhaltungen kann er das Becken leicht erhöhen, sodass du deine Wirbelsäule besser aufrichten kannst. Auch bei Balancehaltungen oder in regenerativen Positionen, beispielsweise im Yin Yoga, kann ein Block eine wertvolle Unterstützung sein, um erst so richtig loszulassen. Dabei geht es im Yoga nicht darum, den Körper in möglichst spektakuläre Verrenkungen zu bringen. Viel wichtiger ist, dass eine Haltung so ausgeführt wird, dass sie deinem Körper guttut und der Atem fließen kann. Ein Yogablock hilft genau dabei: Er passt eine Übung an den eigenen Körper an – nicht umgekehrt. Deshalb nutzen nicht nur Anfänger Yogablöcke. Auch erfahrene Yogapraktizierende greifen darauf zurück, um ihre Praxis präziser auszurichten oder neue Varianten von Übungen auszuprobieren.
Welche Arten von Yogablöcken gibt es? (Materialien im Überblick)
Yogablöcke unterscheiden sich vor allem im Material. Dieses beeinflusst das Gewicht, die Stabilität und das Griffgefühl.
Die drei häufigsten Varianten sind aus Kork, Schaumstoff und Holz.
Yogablock aus Kork
Kork gehört zu den beliebtesten Materialien für Yogablöcke. Die Oberfläche ist angenehm griffig und sorgt für gute Stabilität auf der Yogamatte.
Vorteile:
- sehr stabil und belastbar
- rutschfest auf der Matte
- angenehme natürliche Oberfläche
- langlebig
Nachteile:
- etwas schwerer als andere Modelle
- meist etwas teurer
Korkblöcke eignen sich besonders gut für deine regelmäßige Praxis zu Hause oder im Yogastudio.
Yogablock aus Schaumstoff
Schaumstoffblöcke sind leichter und oft günstiger als Modelle aus Naturmaterialien.
Vorteile:
- geringes Gewicht
- angenehm weich in der Hand
- gut für Reisen oder Outdoor-Yoga geeignet
Nachteile:
- weniger stabil bei starkem Druck
- sehr weiche Modelle können nachgeben
Wichtig ist hier eine hohe Materialdichte, damit der Block ausreichend stabil bleibt.

Yogablock aus Holz
Holzblöcke werden traditionell vor allem im Iyengar Yoga verwendet.
Vorteile:
- sehr stabil
- langlebig
Nachteile:
- relativ schwer
- glatte Oberfläche kann auf der Yogamatte rutschen
- kann in manchen Asanas unangenehm hart wirken
Heute greifen viele Yogis und Yoginis daher eher zu Kork- oder Schaumstoffvarianten.
Welche Größe und Form sollte ein Yogablock haben?
Die meisten Yogablöcke sind quaderförmig. Diese Ziegelstein-Form hat sich bewährt, weil sie besonders vielseitig einsetzbar ist.
Ein typischer Yogablock hat ungefähr folgende Maße:
- etwa 22–23 cm Länge
- etwa 11–12 cm Breite
- etwa 7–8 cm Höhe
Durch das Drehen des Blocks können verschiedene Höhen genutzt werden. Viele Hersteller bieten außerdem zwei Größen an: eine Standardgröße und eine etwas größere Variante. Für die meisten Yogapraktizierenden funktioniert die Standardgröße sehr gut.
Braucht man einen oder zwei Yogablöcke?
Viele Übungen lassen sich bereits mit einem Yogablock ausführen. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell, dass zwei Blöcke deutlich mehr Möglichkeiten eröffnen.
Zwei Yogablöcke sind besonders hilfreich bei:
- stehenden Vorbeugen
- Balanceübungen
- sitzenden Positionen
- regenerativen Positionen
Wenn beide Hände gleichzeitig Unterstützung brauchen, sorgt ein zweiter Block für eine gleichmäßige Ausrichtung. Viele Yogapraktizierende entscheiden sich deshalb direkt für ein Set aus zwei Yogablöcken.
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Wenn du dir einen Yogablock kaufen möchtest, spielen mehrere Faktoren bei der Kaufentscheidung eine Rolle:
- Stabilität: Der Block sollte auch bei Druck formstabil bleiben.
- Material: Kork bietet viel Stabilität, Schaumstoff ist leichter und weicher.
- Griffigkeit: Eine leicht strukturierte Oberfläche verhindert ein Abrutschen.
- Gewicht: Für Reisen oder Outdoor-Yoga sind leichte Modelle angenehmer.
- Größe: Standardgrößen passen für die meisten Übungen.
Ein Yogablock muss kein kompliziertes Equipment sein. Ein stabiles Modell, das sich gut anfühlt und sicher auf der Matte liegt, reicht für die meisten Anwendungen vollkommen aus.
Typische Anwendungen für Yogablöcke
Ein Yogaklotz kann auf ganz unterschiedliche Weise eingesetzt werden. Gerade für Einsteiger kann er viele Haltungen zugänglicher und angenehmer machen. Die folgenden Beispiele zeigen typische Situationen aus der Yogapraxis:
Stabile Unterstützung für den Oberkörper
In der halben Vorbeuge (Ardha Uttanasana) kann ein Yogablock helfen, den Oberkörper ruhig auszurichten. Wenn die Hände den Boden noch nicht bequem erreichen, bietet der Block eine stabile Auflage. So lässt sich der Rücken leichter verlängern und die Haltung kontrollierter aufbauen.
Typische Anwendung:
- Yogablock vor den Füßen platzieren
- Hände auf dem Block abstützen
- Rücken lang halten, Beine nicht überstrecken
- Schultern entspannt lassen
Ähnliche Varianten mit Yogablöcken werden auch häufig genutzt in:
- Utthita Parshvakonasana (gestreckter Winkel)
- Trikonasana (Dreieck)
Unterstützung für die Beinrückseite
Im halben Spagat (Ardha Hanumanasana) unterstützten Yogablöcke den Oberkörper während der Dehnung der hinteren Beinmuskulatur.
Die Hände können auf dem Block ruhen, wodurch der Oberkörper stabil bleibt, und die Dehnung kontrolliert aufgebaut werden kann.
Typische Anwendung:
- Yogablock neben dem vorderen Bein platzieren
- Hände darauf abstützen
- Rücken möglichst lang halten
Auch in Hüftöffnern werden Yogablöcke häufig eingesetzt, zum Beispiel in:
- Anjaneyasana (Tiefer Ausfallschritt)
- Utthana Pristhasana (Eidechse)
Sitzhaltung erhöhen – entspannter aufrecht sitzen
Viele Menschen sitzen im Schneidersitz mit rundem Rücken, wenn die Hüften noch nicht sehr beweglich sind. Ein oder auch zwei Yogablöcke unter dem Becken können hier helfen. Durch die leichte Erhöhung kippt das Becken etwas nach vorne und die Wirbelsäule kann sich natürlicher aufrichten.
Typische Anwendung:
- Yogaklotz unter das Gesäß legen
- Schneidersitz oder Fersensitz einnehmen
- Schultern lockerlassen
Gerade in ruhigen Yogaformen wie Yin Yoga oder Restorative Yoga wird häufig mit Hilfsmitteln gearbeitet. Blöcke, Bolster oder Decken unterstützen dabei, Positionen länger und entspannter zu halten.
Aktivität in den Beinen spüren
Ein Yogablock kann auch als Orientierung für die richtige Ausrichtung dienen. In der Stuhlhaltung (Utkatasana) wird der Block zwischen die Oberschenkel gelegt. Durch den leichten Druck werden die Beinmuskeln aktiviert und die Beine bleiben parallel ausgerichtet.
Typische Anwendung:
- Block zwischen die Oberschenkel legen
- Beine leicht zusammendrücken
- Knie zeigen nach vorne
Eine ähnliche Aktivierung wird auch in anderen Haltungen genutzt, zum Beispiel in:
- Brücke
- Navasana (Bootshaltung)
Welcher Yogablock passt zu dir?
Wenn du dir unsicher bist, welches Modell du wählen sollst, hilft diese einfache Orientierung:
- Anfänger: ein Yogablock aus Kork oder dichtem Schaumstoff in Standardgröße ist meist die beste Wahl. Er bietet Stabilität und lässt sich in vielen Haltungen einsetzen.
- Reisende und Outdoor-Yogis: Leichte Schaumstoffblöcke sind für sie besonders praktisch, weil sie kaum Gewicht haben und sich daher gut transportieren lassen.
- Für erfahrene Yogis, die zu Hause üben: Korkblöcke sind langlebig, rutschfest und bieten eine sehr gute Unterstützung bei stehenden Haltungen.
- Praktizierende ruhiger Yogaformen wie Yin Yoga: sie kombinieren häufig mehrere Hilfsmittel. Zwei Yogablöcke können helfen, Positionen länger und entspannter zu halten.
Unser Tipp:
Ein Set aus zwei Yogablöcken aus Kork oder Schaumstoff bietet dir die größte Flexibilität, da beide Hände oder Füße gleichzeitig unterstützt werden können. Gerade in Kombination mit einer rutschfesten Yogamatte entsteht so eine sichere Grundlage für viele Asanas.
Ein Yogablock ist damit ein kleines, aber äußerst vielseitiges Hilfsmittel, das deine Yogapraxis unterstützen und erweitern kann – egal, ob du gerade erst beginnst oder schon länger auf der Matte stehst.




