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Viva el senderismo! – Fernwandern auf Mallorca

Inhaltsverzeichnis

Woran denkst du zuerst, wenn du Mallorca hörst? An Deutschlands „17tes Bundesland“? An Felsküsten und Fincas mit Swimmingpool? An Golfplätze, Yachten, Mittelmeer und Strände? An Massentourismus, Ballermann und Schlagerpartys? An heiße Sommer, milde Winter, Auswanderer und Wasserknappheit? – Zu einem gewissen Teil gehört das alles zu Mallorca. Aber abseits der Touristenhochburgen und Hotelanlagen bietet Mallorca auch großartige Landschaften mit vielen Möglichkeiten zum Klettern, Radfahren und Wandern.

Ob Tagestour, Weitwanderung oder Küstenwanderung –  550 km Küstenlinie, über 180 Buchten, bis zu 1500 m hohen Bergen und vielen tiefen Schluchten und Canyons lädt Mallorca zum Wandern in seine zahlreichen Naturparks ein.

Die wohl bekanntesten Weitwanderwege auf Mallorca: GR 221 und GR 222

Manchen Mallorca-Touristen mag schon der Rückweg vom Megapark zum Hotel wie eine Weitwanderung vorkommen. Tatsächlich zählen zu den bekanntesten Fernwanderungen auf Mallorca der GR 221 und der GR 222. Die GR Wege erstrecken sich über Spanien, Frankreich, Portugal, Belgien und die Niederlande.

Je nach Sprache werden die durchnummerierten Wanderwege als Sentiers de Grande Randonnée (Frankreich), Grote Routepaden (Niederlande), Grande Rota (Portugal) oder in Spanien eben als Gran Recorrido bezeichnet.

Neben unzähligen Kilometern auf dem europäischen Festland finden Wanderer die GR auch auf den zu Europa gehörenden Inseln, wie z.B. Gran Canaria und La Gomera vor der Küste Afrikas, La Réunion im Indischen Ozean oder Menorca und Mallorca im Mittelmeer.

Die Nummerierung der GR kann zunächst für Verwirrung sorgen, denn es gibt beispielsweise in Frankreich und Spanien einige GR mit der gleichen Nummer. Während beispielsweise der französische GR 2 von Rouen nach Dijon führt, laufen Wanderer auf dem gleichnamigen Wanderweg in Spanien von La Jonquera nach Aiguafreda.

Noch mehr allgemeine Infos zu den Fernwanderwegen in Europa, Frankreich, Italien oder Schweden findest du auch hier im Blog.

Der Klassiker: GR 221

Wegmarkierungen des GR221 helfen sich beim Wandern auf Mallorcas Weitwanderweg zurechtzufinden.
Der GR221 auf Mallorca ist der einzige fertiggestellte Fernwanderweg auf der Insel.

Die höchsten Berge auf Mallorca sind an der nordwestlichen Küste zu finden. Dort verläuft auch der GR 221 und orientiert sich in seiner Wegführung an diesem Gebirgszug. Mit ungefähr 130 km Länge und immerhin elf Gipfeln mit über 1000 m Höhe eignet sich der Weitwanderweg in der Serra de Tramuntana perfekt für eine einwöchige Wandertour mit guter Markierung, überschaubaren Tagesetappen und einer guten Infrastruktur mit bequemen Refugi.

Eine detaillierte Tourenbeschreibung für den bekannten GR 221 mit Tipps für die richtige Ausrüstung und die optimale Reisezeit hat außerdem Bergfreund Florian geschrieben.

Noch nicht ganz fertig: der GR 222

Etwas anders verhält es sich noch beim GR 222 auf Mallorca. Der Weitwanderweg befindet sich in einem Status zwischen „Projekt“, „Idee“ und „halbfertig“. Geplant ist ein Verlauf von Artá nach Lluc, also vom östlichen Teil der Insel, bis hin in den zentralen Teil des nördlichen Gebirges.

Auch der GR 222 soll – wie der GR 221 – etwa 130 km lang werden. Noch ist der GR 222 allerdings nicht durchgehend begehbar. Wenn du jedoch die fehlenden Abschnitte mit Karte, Kompass und GPS-Gerät zu überbrücken weißt, lässt sich der zweite GR in Mallorca auch jetzt schon am Stück wandern.

Allerdings solltest du dabei immer im Hinterkopf behalten, dass sich praktisch die gesamte Fläche von Mallorca in privatem Besitz befindet. Das ein (auf der Karte) einladend aussehender Weg vor einem hohen Zaun endet, ist auf Mallorca leider keine Seltenheit.

Die südlicheren Etappen des GR 222 sind auf jeden Fall schon komplett und laden zu Tagestouren oder Mehrtageswanderungen ein.

Nach der Fertigstellung des GR 222 sollte auch eine Kombination mit dem GR 221 gut realisierbar sein. So können Wanderer in etwa zwei Wochen den kompletten nördlichen Teil von Mallorca erwandern. Wann der Weitwanderweg schließlich fertig sein soll, ist noch unklar. Vielleicht aber schon „mañana“…

In der Serra de Tramuntana hat man beim Wandern einen schöne Aussicht zu geniesen.
Die Serra de Tramuntana lässt sich auf den beiden mallorkischen Fernwanderwegen wunderbar erkunden.

Viele Tagestouren und Mehrtagestouren anstatt der ganz weiten Wanderwege

Im Vergleich zu den „ganz großen Wanderwegen, die quer durch Spanien, Frankreich, Italien oder ganz Europa führen (Stichwort: „Europäische Fernwanderwege“), sind die beiden Fernwanderwege auf Mallorca mit 130 km Länge (bzw. 150 km, je nach Variante) natürlich recht kurz.

Als „Einstieg“ in mehrtägige Wanderungen oder „kurze Fernwanderung“ sind sie jedoch super geeignet und begeistern durch einen tollen Mix aus Berg, Meer und Kultur. Das mediterrane Klima der Balearen erlaubt zudem Wanderungen in Wandershorts und T-Shirt, während Wanderwege in den Alpen noch vom Schnee begraben sind. Zur Herausforderung kann allerdings im Sommer die Hitze auf den Balearen (und dort besonders im Inland) werden.

Neben GR 221 und GR 222, beziehungsweise ihren Teilabschnitten und Tagesetappen gibt es rund um Mallorca eine Vielzahl an kürzeren Touren, die mit tollen Landschaften begeistern. Auch wenn viele dieser Wanderungen „nur“ 10 km – 20 km lang sind, gelten einige davon als schwere Touren, für die gute Kondition, Trittsicherheit und alpine Erfahrung vorausgesetzt wird.

Bird Watching im Sumpfgebiet: Wanderung im Naturpark s’Albufera

Seit 1988 ist das Gebiet südlich von Alcúdia der „Parc natural de s’Albufera“. Das geschützte Feuchtgebiet umfasst etwa 1600 ha und besteht zum größten Teil aus Schilf und Marschland.

Von Platja de Muro an der Küste lässt sich das Naturschutzgebiet in ungefähr 3-4 h gemütlich umwandern. Etwa 14 km ist der Rundweg lang, auf dem Wanderer verschiedenste Pflanzen und Tiere entdecken und bestaunen können.

Brücken, Aussichtsplattformen und natürlich Holzstege, die über sumpfige Passagen führen, ergänzen die Wanderung im Naturpark s’Albufera.

Reif für die Insel: Wandern im Nationalpark Cabrera

Buschland auf dem Cabrera Archipel. Im Hintergrund eine Burg.
Das Cabrera Archipel punktet mit viel Natur und anspruchsvollen aber relativ kurzen Wandertouren.

Der Cabrera Archipel ist das einzige Gebiet in Mallorca mit Nationalpark-Status. Dabei liegen die 18 Inseln etwa 16 km vor der Südküste. Die kleine Inselgruppe ist nur per Schiff von Colònia de Sant Jordi (Las Salinas) aus zu erreichen.

Neben Höhlen, botanischem Garten und kristallklarem Wasser bietet das Archipel vor Mallorca verschiedene Möglichkeiten zum Wandern.

Auf der Hauptinsel Cabrera gibt es leichte, mittelschwere und auch schwere Wanderungen. Sie sind zwar nicht unbedingt sehr lang, aber dennoch anspruchsvoll und nur mit entsprechenden Wanderschuhen zu empfehlen.

  • Na Picamosques: ca. 11 km lang und 3 h Gehzeit, führt zum höchsten Punkt auf Cabrera mit immerhin 172 m. Grandiose Ausblicke auf Hafen, Meer und Landschaft. Mittelschwer und teilweise schwer.
  • Les Sitges: mittelschwere bis schwere Wanderung mit ca. 3 h Gehzeit und 9 km Länge. Schöne Wanderung und malerische Route durch Cala Ganduf, Cala Santa María und Caló des Forn.
  • Leuchtturm n’Ensiola: eine leichte bis mittelschwere Wanderung führt in ca. 5 h über 11km zum Mirador del Faro und schließlich zum Leuchtturm, der spektakulär auf einer kleinen Landzunge thront.

 Wandergebiet mit Bergen und Buchten: die Halbinsel Llevant

Wunderschöne Buchten und klares Wasser – die Peninsula de Llevant lädt mit ihrem Naturpark nicht nur zum Baden und Tauchen ein: 13 Wanderwege, die auf immerhin bis zu 564 m hohe Berge führen, bieten vorzügliche Möglichkeiten für Tagestouren und sogar mehrtägige Wanderungen.

Dafür finden Wanderer drei Refugi (s’Arenalet, s’Alzina und els Oguers) im Llevant Naturreservat. Je nach Saison, ist eine Reservierung (online und telefonisch) für die Herbergen sehr sinnvoll.

Von verschiedenen Ausgangspunkten an der Küste um im bergigen Inland starten die 13 Wandertouren, die jeweils etwa 1-2 h Gehzeit erfordern. Manche der Wege lassen sich aber auch super zu einer längeren Route kombinieren.

Eine Variante führt dabei von Artà bis an die Küste und bietet dabei grandiose Ausblicke auf die steinige und karge Landschaft und das blaugrüne Mittelmeer. Ca. 18 km Strecke und mindestens 5 h Gehzeit sind dabei einzuplanen.

Zwar sind die Wege meistens gut begehbar und ausreichend markiert, aber die Route ist trotzdem anspruchsvoll und erfordert gute Kondition. Weitere Wanderungen in ähnlicher Länge lassen sich einfach aus dem Wegenetz der Halbinsel de Llevant zusammenstellen.

Parc Cala Mondragó: vom Fischerdorf zur Steilküste

Häuser in Cala Figuera auf Mallorca
In Fischerdörfchen wie Cala Figuera auf Mallorca findet man häufig nette Gaststätten zur Stärkung.

Als Ausgangspunkt für Wanderungen im Naturpark Cala Mondragó eignet sich das kleine Fischerdorf Portopetro im Süden der großen Balleareninsel. Ob ins Hinterland oder an den Klippen und Buchten der Küste entlang – im Naturschutzgebiet sind verschiedene Wanderungen mit unterschiedlichen Längen und Schwierigkeitsgraden möglich.

Eine der längsten Wanderungen führt als Rundweg über das Städtchen Sant Andreu zur felsigen Steilküste bei Cala Figuera. Der teilweise mittelschwere Wanderweg umfasst rund 5 h reine Gehzeit und 19 km Wegstrecke.

Die Klippen, Buchten und Dörfer laden allerdings zum Staunen, Genießen und Verweilen ein. Damit ist die große Cala Mondragó Runde auf Mallorca bestens als ausgedehnte Tagestour zu wandern.

Die „Dracheninsel“: Wandern im Naturpark sa Dragonera

Mit kleinen Ausflugsbooten geht es von Sant Elm auf die „Dracheninsel“ sa Dragonera. Aufgrund der eingeschränkten Fahrzeiten können Wanderer sich maximal 4,5 h auf der Insel aufhalten. Da ist es nur passend, dass die vier ausgeschilderten Wanderungen durch den Naturpark sa Dragonera zwischen 1 h und 3 h Gehzeit durch mittelschweres Gelände erfordern.

Die Dracheninsel ragt ganze 353 m hoch aus dem Meer und ist nicht von Menschen bewohnt. Seevögel, Eidechsen und viele andere Tiere schätzen das Eiland vor Mallorcas Westküste dafür umso mehr. Als besonders lohnenswerte Tour gilt der Aufstieg zum Gipfel mit dem Leuchtturm Far Vell aus dem 16. Jahrhundert.. Von dort lässt sich die gesamte Insel und auch die Westküste Mallorcas überblicken.

Cap de Formentor: Halbinsel mit beeindruckendem Leuchtturm

Der Leuchtturm Far de Formentor bei Sonnenuntergang
Der Leuchtturm am Cap de Formentor bietet einen fantastischen Ausblick.

Das Cap de Formentor ist die nordöstlichste Spitze Mallorcas und wird weithin sichtbar vom 300 Meter hohen Leuchtturm „Far de Formentor“ markiert. Entlang dem Col de la Creu führt beispielsweise eine Wanderung bis auf den Fumat, den mit 335 m höchsten Berg der Halbinsel.

Dabei lohnt sich auch ein Zwischenstopp am schönen Cala Murta Strand. Für die ca. 10 km lange Strecke benötigen Wanderer etwa 3 h. Auch andere schöne Rundwanderungen und Küstenwege bietet die Halbinsel Formentor.

Besonders steile und ausgesetzte Passagen an Steilküsten und Berghängen sind auf Mallorca – wie auch beim Wandern und Weitwandern in Spaniens Festland – mit Ketten zum Festhalten ausgestattet. Trotzdem sollten Wanderer auf solchen Routen zwingend schwindelfrei und trittsicher sein.

Dafür wirst du bei gutem Wetter mit grandioser Weitsicht über das tiefblaue Mittelmeer belohnt.

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Bergfreund Jan L.

Bergfreund Jan L.

Angefangen hat alles mit Camping im selbstgebauten Wohnmobil. Im Winter erst auf zwei Brettern am Anfängerhügel, später dann nur noch auf einem im Powder. Im Sommer fast immer am und auf dem Wasser – ganz egal ob am Meer, See oder Fluss. Mal auf zwei Rädern über die Schwäbische Alb, mal auf vier Rollen durch die Stadt oder mit Wanderstiefeln an den Füssen in den Alpen, Pyrenäen und im Himalaya. Ob mit Kletterseil im Kalkstein, mit Klettersteigset im Granit oder mit Bouldermatte am Kunstharz.

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