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Zwei Bergfreundinnen im Boulderurlaub auf Korsika

Inhaltsverzeichnis

korsika
Traumhafter Blick auf die Westküste Korsikas

Ganz am Anfang stand die Idee, in Boulderurlaub zu fahren, und eigentlich sollte es nach Bleau gehen, doch eine Mittagspause und einen Blogbeitrag von alpboulder.de später stand fest, dass unser Ziel die schöne Mittelmeerinsel Korsika wird.

Weniger Leute, mal was Neues und die Möglichkeit, neben dem Bouldern auch Wandern zu können, sprachen für die Insel im Mittelmeer. Ich gebe zu, die Bilder von wunderschönen Blöcken in Strandnähe waren das Zünglein an der Waage.

Ausrüstung soll gut bedacht sein

Auf eine Rundmail im Büro, wer noch einen Kocher hat den er mir leihen kann, bekam ich schlappe neun Antworten und konnte aus einem reichhaltigen Angebot aussuchen. Ich entschied mich für Ollis Jetboil Helios 200 und nahm gleich noch seine Exped DownMat 7 mit dazu. Dieser Mail folgten dann noch weitere, die am Ende ein reiches Angebot an feinen Sachen lieferten, die wir uns für den Urlaub hätten ausleihen können. Da wir mit einem eher kleinen Auto unterwegs waren, stelle sich recht schnell die Frage, was wir wirklich und tatsächlich brauchen; Casjens Tarp und Jaschas Kühlbox mussten aber auf jeden Fall noch mit.

Zum Abendessen gibt es Pasta…und Wein.

Auf, Richtung Süden

Dann ging es los. Wir, unsere Crashpads, ein Zelt, eine Hängematte, Kochgeschirr und ein Twingo machten sich auf den Weg Richtung Süden.

Erstes Ziel, nach einer schönen Fahrt durch die Schweiz und Italien, inklusive Sonnenaufgang vor malerischem Alpenpanorama mit See und zahlreichen italienischen, wildhupenden Verkehrsrowdies, war Corte im Hinterland der Insel.

1a Campingcouch so ein Crashpad

Über den Boulderführer fanden wir einen kleinen, einfachen und sehr sympathischen Campingplatz, der für die ersten fünf Nächte unser Zuhause wurde. Mitten in der ersten Nacht weckte mich die Sturmwarnungsfunktion der Suunto Core, die ich zum Testen mitgenommen hatte. Und leider sollte sie Recht behalten, denn in den folgenden Stunden wurde mein Zelt noch eingehend auf seine Wasserdichtigkeit getestet – und bestand.

Corte und Umgebung

Corte (gesprochen Corté) ist eine hübsche Stadt, die relativ in der Mitte der Insel in den Bergen liegt. Hier finden sich, vor allem in der Nebensaison, kaum Touristen und das Leben scheint einen wunderbar entspannten Gang zu gehen. Definitiv erwähnen sollte man die zahlreichen kleinen Konditoreien, die allerlei unverschämt leckere Sachen herstellen. Man sollte sich die Zeit nehmen, sie alle durchzuprobieren, wie wir es gemacht haben. Naja, einen Großteil zumindest.

Bei Corte beginnt auch das Restonica Tal, das fast allen Korsika Urlaubern ein Begriff ist. Zu Recht, denn es bietet neben traumhaften Aussichten, Kletterwänden, schönen Wanderwegen und einem bekannten Campingplatz auch zahlreiche Boulderspots. Ein paar haben wir uns angesehen.

Wie eigentlich fast überall auf Korsika bouldert man hier an Granitblöcken, die wahlweise entweder am Fluss oder oberhalb der Straße im Wald liegen. Hier sind die Spots am Wasser zu empfehlen, da sie zum einen unheimlich malerisch sind und schöne Plätze für Mittagspausen oder Schwimmeinlagen liefern. Die Blöcke im Wald hingegen sind zum Teil von garstigen Dornenbüschen umgeben, die den Zustieg und das Bewegen zwischen den Blöcken auf Dauer sehr Mühsam machen können. Auf jeden Fall sollte man lange Boulderhosen und gescheite Approachschuhe tragen. Paulas Sanüks waren da leider nicht so gut.

Solange die Haut hält. Paula in “Gerard Gajolle”

Ruhepausen für die Haut

Auch wenn die Blöcke im Restonica Tal, verglichen mit denen im Süden, noch recht human sind, sollte man sich doch darauf einstellen, viel Haut zu lassen. Die Boulderdauer unterliegt somit einer natürlichen Grenze und man sollte ausreichend Ruhetage einrechnen, damit die Haut nachwachsen kann. Der Schwierigkeitsbereich bewegt sich zwischen 3 und 7. Höhere Schwierigkeitsgrade sind eher selten und dann auch weit verstreut.

Wer sich an dem Boulderführer Corsica Bloc orientiert, sollte wissen, dass bei der Beschreibung des Boulderspots Bernadette im Restonica Tal der Topo fehlt. Da ist wohl beim Druck eine Seite verloren gegangen. Und bei dem Gebiet Reservoir Dogs liegen die Blöcke nicht Richtung Fluss, sondern auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Wald.

Da unsere Hände tägliches Bouldern nicht zuließen, hatten wir wohlweislich einen Wanderführer mitgebracht. Neben dem Restonica Tal zieht sich ein zweites in die Berge. Dieses ist komplett autofrei und bietet einfache kurze Wanderstrecken für Anfänger bis hin zu mehrtägigen Ausflügen in Nachbartäler. Hier können Wanderer wunderschöne Aussichten auf Bergflüsse, Badegelegenheiten in traumhaften Gumpen und eine sehr abwechslungsreiche Natur und Flora genießen. Der Wanderweg verläuft recht exponiert, was man bei großer Hitze berücksichtigen sollte.

Ausflug an die Westküste

Paula auf dem Gipfel des Punta Castellacciu

An einem weiteren Ruhetag entschlossen wir uns zu einem Ausflug an die Westküste der Insel. Nach einem Blick in unseren Wanderführer entschieden wir uns für eine Tour auf den Punta Castellacciu (585m) und den daneben liegenden Monte Senino (618m) Eine angenehme Wanderung von 6 Stunden mit ein paar hübschen Klettereinlagen, die aber keine Absicherung benötigen. Wir wurden nicht enttäuscht. Auch wenn die Wegfindung durch die Beschreibung im Führer eher abenteuerlich war, konnte man sich voll und ganz auf die Steinmännchen verlassen, und so blieb der Führer bald im Rucksack.

Weiter in den Süden

Der Boulderführer versprach uns im Süden spektakuläre Boulderblöcke direkt am Strand bei Capineru. Somit verabschiedeten wir uns von unserem geliebten kleinen Campingplatz und brachen ans andere Ende der Insel auf.

Das Bouldergebiet westlich von Bonifacio ist wirklich leicht zu finden und bietet neben schönen Bouldern eine tolle Kulisse, um Bilder zu machen. Leider ist der Fels hier noch rauer als bei Corte, und schon nach wenigen Bouldern brauchen die Hände eine Pause.

Bouldern in Strandnähe

Erschwerend kommt hier noch hinzu, dass viele Boulder Highballs sind. Allein das ist ja schon Geschmackssache, wenn der Wind aber so stark Pustet, dass es regelmäßig unter einem die Bouldermatte wegweht, dann bekommt ein Highball noch mal eine ganz neue Komponente.

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Bergfreundin Wiebke

Bergfreundin Wiebke

Ein sonniger Tag (nicht zu heiß, nicht zu kalt), an einem schönen Kletterfels nicht zu voll, nicht zu leer, mit lieben Freunden und Hund. Was kann es schöneres geben. (außer siehe Kaiserschmarren).

Bisher keine Kommentare

  1. Hallo
    Leider müssen wir in der vollen Hauptsaison fahren.
    Aber danke für die Plätze, denke wir werden sie dann mal ansteuern, danke!

    LG Thomas

  2. Hey,
    Wiebke und an alle die schon mal dort waren.
    Wir wollen dieses Jahr auch zu viert mit meinem VW Bus und einem Zelt nach Korsika fahren und suchen noch ein paar gute Campingplätze die vorallem Preisgünstig sein sollten, da wir viel unterwegs sein werden.Könntet ihr uns ein paar Tips geben?
    Danke
    Lieben Gruß Thomas

  3. Hallo Florian,

    hätten wir mal gewusst, dass man bei Palombaggia Bouldern kann, da sind wir nämlich auch vorbei gekommen. 🙂

    Ich glaube allgemein, gibt es auf der Insel noch einiges zu entdecken und auszugraben. Wenn der Fels nur nicht so übel für die Haut wäre.

  4. Kann mich nur anschließen…wunderschöne Insel zum bouldern und klettern! Schon 3 mal im September da gewesen. Fast keine Touris mehr, Wasser noch schön warm…und wirklich traumhafte Landschaft. Am schönsten fand ich bouldern im Bavella Nationalpark und in den Buchten von Palombaggia….

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