{"id":67661,"date":"2022-09-03T09:10:00","date_gmt":"2022-09-03T07:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/belastung-ausdauer-bergsport\/"},"modified":"2024-06-27T14:29:44","modified_gmt":"2024-06-27T12:29:44","slug":"belastung-ausdauer-bergsport","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/belastung-ausdauer-bergsport\/","title":{"rendered":"Wie reagiert unser K\u00f6rper eigentlich auf Belastung?"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach einem anstrengenden Aufstieg bei bestem Bergwetter schaust du nach oben und hast fast schon den Gipfel erreicht, aber auf einmal f\u00fchlen sich die Beine wie Pudding an und jeder Schritt wird zu einer Herausforderung. Was ist da nur los? Vielleicht etwas zu schnell gegangen? Eigentlich sollte das Training in den vergangenen Wochen ja ausgereicht haben. Aber ob Klettern auch so viel f\u00fcr die Fitness beim Wandern bringt? Und vielleicht h\u00e4tte ich bei der Pause auf der letzten H\u00fctte doch nicht so viel auf einmal essen sollen. Um die n\u00e4chste Berg- und Klettertour nicht so enden zu lassen, wollen wir heute einmal auf die physiologischen Grundlagen beim <strong>Wandern, Bergsteigen, Klettern<\/strong> und <strong>Trailrunning<\/strong> eingehen und uns ansehen, wie Belastungen auf einen K\u00f6rper wirken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-so-arbeitet-deine-muskulatur-beim-bergsport\"><strong>So arbeitet deine Muskulatur beim Bergsport<\/strong><\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Koerperbelastung-Ausdauer-Wanderung-Paar.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Koerperbelastung-Ausdauer-Wanderung-Paar.jpg\" alt=\"Zwei Personen gehen wandern.\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Den Energiehaushalt des K\u00f6rpers besser zu verstehen kann helfen, die eigenen Kr\u00e4fte besser zu nutzen. Vor allem bei langen Wanderungen ist das von Vorteil.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Alle unsere Bewegungen beruhen auf dem Zusammenspiel aus Nervensystem und Muskulatur. Dabei ist es egal, ob du kletterst oder die Maus am Computer klickst. Die etwa&nbsp;<strong>600 Skelettmuskeln<\/strong> unseres K\u00f6rpers machen etwa 45 Prozent des gesamten K\u00f6rpergewichts aus. Muskeln ziehen sich auf \u201eBefehl\u201c der Nervenbahnen zusammen und entspannen anschlie\u00dfend wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Jede Muskelgruppe hat zwei oder mehrere Ansatzpunkte an den zu bewegenden Knochen. Ein einfaches Beispiel ist der Unterarm. Winkeln wir ihn an, spannt sich der gro\u00dfe Bizepsmuskel am Oberarm an. An seinen Enden l\u00e4uft er in sogenannte Sehnen aus, die auf der einen Seite am Schulterknochen und auf der anderen Seite am Unterarmknochen verankert sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Kontrahiert (=anspannen) sich der Muskel, so bewegen sich diese Ansatzpunkte aufeinander zu, das dazwischen liegende Gelenk wird gebeugt. Gleichzeitig entspannt sich der entgegengesetzt arbeitende Streckmuskel, der Trizeps. Dieses Prinzip nennt sich fachmedizinisch <strong>Agonist und Antagonist<\/strong>, im \u00fcbertragenen Sinn sprechen wir von Spieler und Gegenspieler.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-die-muskeln-brauchen-treibstoff\"><strong>Die Muskeln brauchen Treibstoff<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Damit ein Muskel sich an- und wieder entspannen kann, braucht er Energie. Durch eine exotherme Reaktion wird chemische in mechanische Energie umgewandelt. Die f\u00fcr die Muskelkontraktion ben\u00f6tigte Energie wird zum gr\u00f6\u00dften Teil durch die Hydrolyse (Wasseranlagerung) von <strong>Adenosintriphosphat (ATP)<\/strong> in Adenosindiphosphat (ADP) und Phosphat (P<sub>i<\/sub>) zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ATP ist quasi der Hauptversorger und <strong>prim\u00e4re Energielieferant der Muskulatur<\/strong>. Da der Vorrat im menschlichen K\u00f6rper jedoch begrenzt ist, muss die Muskulatur w\u00e4hrend des Wanderns oder Kletterns weiterhin ATP herstellen, um nicht vorzeitig zu erm\u00fcden. Die f\u00fcr den Wiederaufbau ben\u00f6tigte Energie wird durch <strong>Oxidation aus Kohlenhydraten, Fetts\u00e4uren und Eiwei\u00dfen bzw.&nbsp;Aminos\u00e4uren<\/strong>&nbsp;gewonnen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMan isst und trinkt am Berg nicht, um Hunger und Durst zu stillen, sondern um die Leistungsf\u00e4higkeit zu erhalten!\u201c \u2013 Dieses Zitat stammt von einem Bergsteiger und gilt nach wie vor.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-energiebereitstellung-wann-verbrennt-der-korper-was\"><strong>Energiebereitstellung \u2013 wann verbrennt der K\u00f6rper was?<\/strong><\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Koerperbelastung-Ausdauer-Trailrunning-Team.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Koerperbelastung-Ausdauer-Trailrunning-Team.jpg\" alt=\"Zwei Menschen machen Trailrunning auf einem felsigen Untergrund.\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wer beim Trailrunning sofort los sprintet wird nicht lang durchhalten &#8211; denn der Muskel hat die Laktatschwelle erreicht und \u00fcbers\u00e4uert.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Entscheidend f\u00fcr die Energiebereitstellung im Muskel ist, ob diese mit <strong>ausreichender Sauerstoffaufnahme (aerob)<\/strong>&nbsp;oder <strong>unzureichender Sauerstoffaufnahme (anaerob)<\/strong> geschieht und ob dabei <strong>Laktat (Milchs\u00e4ure)<\/strong> entsteht, welches sich in den Muskelfasern ansammelt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-kohlenhydrate-vs-fett\">Kohlenhydrate vs. Fett<\/h3>\n\n\n\n<p>Wer beim 2000 Meter Lauf Vollgas gibt, kann diese Anstrengung nur kurz durchhalten. Hierbei verbrennen die Muskeln nur Kohlenhydrate. Bei einer f\u00fcnfst\u00fcndigen Bergwanderung verbrennt der Organismus sowohl Kohlenhydrate als auch Fette. Dies h\u00e4ngt mit der deutlich niedrigeren Intensit\u00e4t zusammen. Das Problem ist, dass der Kohlenhydratspeicher des K\u00f6rpers nicht sehr gro\u00df ist &#8211; ganz im Gegensatz zum Fettspeicher.<\/p>\n\n\n\n<p>Umso besser der individuelle Fettstoffwechsel trainiert ist, desto weniger <strong>Glykogen<\/strong> (Kohlenhydratspeicher im Muskel) wird ben\u00f6tigt, um die Anstrengung aufrecht zu erhalten. Die Energiebereitstellung ist abh\u00e4ngig vom Trainingszustand, und zu einem gro\u00dfen Teil auch von der Ern\u00e4hrung. Bei vielen Volksl\u00e4ufen findet am Abend vor dem Rennen h\u00e4ufig die sogenannte <strong>\u201ePasta Party\u201c<\/strong> statt, um die Glykogenspeicher in den Muskeln vor dem Wettkampf noch einmal aufzuf\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-glykogenreserven-und-fettverbrennung\">Glykogenreserven und Fettverbrennung<\/h3>\n\n\n\n<p>Die muskul\u00e4ren Glykogenreserven sind bei intensiver Belastung beim Bergsport je nach Trainingszustand nach etwa 60 bis 90 Minuten so gut wie verbraucht. Bei anhaltender Ausdauerbelastung ist der Muskelstoffwechsel nun auf eine vermehrte Fettverbrennung angewiesen. Die Energiebereitstellung durch Fette ben\u00f6tigt allerdings deutlich mehr Sauerstoff und erfolgt nur halb so schnell wie durch die Kohlenhydrate.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn du schon einmal einen Marathon gelaufen bist, hast du vielleicht schon vom ber\u00fchmten \u201eMann mit dem Hammer\u201c geh\u00f6rt. Dieses Ph\u00e4nomen beschreibt die Ersch\u00f6pfung der Kohlenhydrat-Speicher im Muskelgewebe. Durch die langsamere Freisetzung der Energie aus den Fetten muss die Intensit\u00e4t deutlich verringert werden, um \u00fcberhaupt noch weiterlaufen zu k\u00f6nnen. Intensit\u00e4t und Dauer der maximalen Leistung verhalten sich also gegenl\u00e4ufig zueinander. Je mehr ATP in den Zellen gebildet werden kann, desto h\u00f6her ist auch die Leistung.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer beim Wandern oder Klettern zu schnell startet sorgt zudem daf\u00fcr, dass sich Laktat in den Muskeln ansammelt. Verringerst du die Intensit\u00e4t nicht, ist irgendwann die sogenannte <strong>Laktatschwelle<\/strong> erreicht.&nbsp;Diese ist bei jedem Menschen anders und kann w\u00e4hrend einer Leistungsdiagnostik ermittelt werden. Beim \u00fcberschreiten der anaeroben Schwelle<strong> \u201e\u00fcbers\u00e4uert\u201c der Muskel<\/strong> und kann nicht mehr richtig arbeiten. Der Muskel kann nicht mehr so viel Energie produzieren, um weiter den Berg hinauf gehen zu k\u00f6nnen. Die Intensit\u00e4t muss deutlich verringert werden, um die Bergtour \u00fcberhaupt noch fortsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-leistungslimitierende-faktoren-am-berg\"><strong>Leistungslimitierende Faktoren am Berg<\/strong><\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Koerperbelastung-Alpinklettern-Hoehenangst.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Koerperbelastung-Alpinklettern-Hoehenangst.jpg\" alt=\"Kletterer an einem Felsen\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Nicht nur der Mangel an Ausdauer kann einem am Berg zu schaffen machen. Auch psychische Faktoren, wie z.B. H\u00f6henangst sollten beachtet werden.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Allgemein l\u00e4sst sich das Leistungslimit des K\u00f6rpers dadurch definieren, dass die beanspruchten Muskeln nicht mehr in der Lage sind, eine f\u00fcr eine bestimmte Belastungsintensit\u00e4t geforderte Leistung zu erbringen, sie also zunehmend erm\u00fcden. Wie im Beispiel mit der k\u00f6rperlichen Ersch\u00f6pfung kurz vor dem Gipfel in der Einleitung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Ausdauerleistungsf\u00e4higkeit<\/strong> h\u00e4ngt somit von den physiologischen Prozessen ab, die eine Erm\u00fcdung der Muskeln herbeif\u00fchren. Es ist wissenschaftlich noch nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt, wie gro\u00df der Anteil verschiedener Prozesse an der individuellen Ausdauerleistungsf\u00e4higkeit ist. Aber folgende Faktoren haben auf jeden Fall einen gro\u00dfen Einfluss auf unser Leistungsverm\u00f6gen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>VO2max (maximale Sauerstoffaufnahme)<\/li>\n\n\n\n<li>Koordination (Trittsicherheit, Schwindelfreiheit)<\/li>\n\n\n\n<li>Psychologische Aspekte (ausgesetztes Gel\u00e4nde, H\u00f6henangst)<\/li>\n\n\n\n<li>Muskelfaserzusammensetzung (Training)<\/li>\n\n\n\n<li>Energiebereitstellung<\/li>\n\n\n\n<li>W\u00e4rmeregulation (Hitze\/K\u00e4lte)<\/li>\n\n\n\n<li>Wasser- und Elektrolythaushalt<\/li>\n\n\n\n<li>Orthop\u00e4dische Beschwerden<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die Gef\u00e4\u00dfkapazit\u00e4t in den Muskeln k\u00f6nnte etwa das Vierfache der durch das Herz verf\u00fcgbaren Blutmenge nutzen. Bei Ausdauersportarten wie dem Bergwandern, Bergsteigen und Trailrunning ist somit die Transportkapazit\u00e4t des Herz-Kreislauf-Systems leistungslimitierend. Jedoch sagt die maximale Durchflussrate in den Blutgef\u00e4\u00dfen noch nichts \u00fcber die Effizienz der Sauerstoffversorgung der Muskeln beim Sport aus. Diese kann mit regelm\u00e4\u00dfigem Training gesteigert werden, damit die Muskeln beim n\u00e4chsten Mal eben nicht kurz vor dem Gipfel \u201eschlapp\u201c machen, sondern bis zur R\u00fcckkehr an den Parkplatz nach der Tour brav ihren Dienst erf\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-die-beruhmte-ausdauer-von-der-man-gar-nicht-genug-haben-kann\"><strong>Die ber\u00fchmte Ausdauer, von der man gar nicht genug haben kann<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Als \u201eAusdauer\u201c bezeichnet man die Widerstandsf\u00e4higkeit des menschlichen Organismus gegen Erm\u00fcdung und die rasche Regenerationsf\u00e4higkeit nach einer k\u00f6rperlichen Belastung wie Klettern oder Bergwandern. Ausdauer beschreibt aber auch die motorische F\u00e4higkeit, eine bestimmte Intensit\u00e4t (zum Beispiel die Lauf- oder Aufstiegsgeschwindigkeit) \u00fcber eine m\u00f6glichst lange Zeit aufrechterhalten zu k\u00f6nnen, ohne vorzeitig k\u00f6rperlich zu erm\u00fcden. Ebenso beschreibt sie die Zeit, die du nach einer Tour am Berg f\u00fcr die Regeneration ben\u00f6tigst.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch verbesserte Ausdauer (Training) ist von Beginn an eine h\u00f6here Intensit\u00e4t m\u00f6glich und die zu Verf\u00fcgung stehenden Energiespeicher des K\u00f6rpers k\u00f6nnen deutlich effizienter genutzt werden. Die menschliche Ausdauer stellt neben <strong>Kraft, Schnelligkeit, Koordination<\/strong> und der auf <strong>Mobilit\u00e4t<\/strong> und <strong>Dehnf\u00e4higkeit<\/strong> beruhenden Beweglichkeit eine grundlegende motorische F\u00e4higkeit unseres K\u00f6rpers dar. Jede einzelne Sportart erfordert und trainiert diese Grundfertigkeiten in unterschiedlichen Ma\u00dfen, deswegen gehe ich im n\u00e4chsten Abschnitt auch noch auf die unterschiedlichen Bergsportarten ein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-unterschiedliche-belastung-bei-verschiedenen-spielarten-des-bergsports\"><strong>Unterschiedliche Belastung bei verschiedenen Spielarten des Bergsports<\/strong><\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Koerperbelastung-Alpinklettern-Kletterer.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Koerperbelastung-Alpinklettern-Kletterer.jpg\" alt=\"Kletterer an einer Felswand\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Klettern an einer Kletterwand belastet den K\u00f6rper meist nur f\u00fcr ein paar Minuten. Beim Alpinklettern k\u00f6nnen die Felsw\u00e4nde die eigene Ausdauer auch mal deutlich l\u00e4nger beanspruchen.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-limitierende-faktoren\">Limitierende Faktoren<\/h3>\n\n\n\n<p>Generell werden die meisten Sportarten am Berg als Ausdauersportarten bezeichnet. Der <strong>limitierende Faktor<\/strong>, der eine Tour oft schneller scheitern l\u00e4sst als geplant, ist die k\u00f6rperliche Fitness. Besonders beim Wandern und dem klassischen Bergsteigen ger\u00e4t das Herz-Kreislauf-System bei einem steilen Aufstieg schnell an seine Grenzen und der Puls geht so steil nach oben wie der Wanderweg.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Faktor ist die <strong>muskul\u00e4re Belastung<\/strong>, vor allem beim Abstieg. Bei einem Abstieg von 1000 H\u00f6henmetern ins Tal m\u00fcssen die Muskeln der Beine jeden Schritt nach unten quasi \u201eauffangen\u201c, indem sie sich anspannen und das K\u00f6rpergewicht halten. Viele kennen bestimmt den ber\u00fchmten Muskelkater, der am n\u00e4chsten Tag nach der ersten Bergtour der Saison eintritt. Bei diesem Ph\u00e4nomen sind die Muskeln am Ende des Abstieges komplett \u00fcberfordert und verweigern dann erstmal ein paar Tage ihren Dienst.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-alpinklettern\">Alpinklettern<\/h3>\n\n\n\n<p>Beim <strong>Alpinklettern<\/strong>, auf Hochtouren und auf Klettersteigen kommen h\u00e4ufig <strong>psychische Belastungen<\/strong> durch Ausgesetztheit oder H\u00f6henangst im alpinen Gel\u00e4nde hinzu. Das klassische Felsklettern in den Bergen hat sich durch die zunehmende Popularit\u00e4t von Kletterhallen im st\u00e4dtischen Bereich auch zu einer Indoor Sportart (Sportklettern, Bouldern) entwickelt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Koerperbelastung-Bouldern-Fels.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Koerperbelastung-Bouldern-Fels.jpg\" alt=\"Personen beim Bouldern an einem Felsen\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Beim Bouldern findet eine anaerobe Belastung statt: In kurzer Zeit werden die Muskeln intensiv belastet.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Das Klettern ist in erster Linie durch eine kraftbetonte Belastung der oberen Extremit\u00e4t (Arme, Schultern, R\u00fccken) gekennzeichnet, w\u00e4hrend die untere Extremit\u00e4t (vor allem die Beine) meistens eine st\u00fctzende und stabilisierende Funktion \u00fcbernimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Sportklettern in der Halle dauert die Belastung oft nur wenige Minuten an, weil die Routen relativ kurz sind. Hier ist vor allem die Muskelausdauer der limitierende Faktor, wenn die gew\u00fcnschte Route auch nach dem f\u00fcnften Versuch immer noch nicht funktionieren will. Bei l\u00e4nger andauernden, alpinen Touren ist ein Kletterer oft mehrere Stunden unterwegs und die generelle k\u00f6rperliche Ausdauerf\u00e4higkeit steht auf jeden Fall im Vordergrund.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wettkampfklettern-und-bouldern\">Wettkampfklettern und Bouldern<\/h3>\n\n\n\n<p>Anaerobe Belastungen (Energiebereitstellung ohne Sauerstoff), wie wir sie im Absatz \u00fcber die Energiebereitstellung kennen gelernt haben, finden sich beim Bergsport im Bereich des <strong>Wettkampfkletterns<\/strong> und beim <strong>Bouldern<\/strong>. Hier werden oft kurze Routen in m\u00f6glichst schneller Zeit bew\u00e4ltigt und die Kletterer kommen gar nicht erst in den \u201eAusdauerbereich\u201c der Energieversorgung des K\u00f6rpers.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-trailrunning\">Trailrunning<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Koerperbelastung-Trailrunning-Team.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Koerperbelastung-Trailrunning-Team.jpg\" alt=\"Trailrunning beansprucht die eigene Ausdauer, Muskelkraft und Koordinationsf\u00e4higkeit.\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Trailrunning beansprucht die eigene Ausdauer, Muskelkraft und Koordinationsf\u00e4higkeit.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Beim <strong>Trailrunning<\/strong> ist der Gro\u00dfteil der physiologischen Belastung derselbe wie beim Laufen im Flachen. Allerdings kommt besonders in technischem Gel\u00e4nde ein erh\u00f6htes Ma\u00df an erforderlicher Koordination hinzu, wenn es darum geht, gekonnt \u00fcber Steine oder Wurzeln zu t\u00e4nzeln. Steile Auf- und Abstiege fordern die Muskulatur genauso, wenn nicht sogar noch mehr als das Bergwandern im gleichen Gel\u00e4nde. Regelm\u00e4\u00dfiges Lauftraining am Berg zahlt sich aus, um die Muskeln an das Laufen in den Bergen zu gew\u00f6hnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-fazit-und-weitere-artikel-zum-thema\"><strong>Fazit und weitere Artikel zum Thema<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend bleibt zu sagen, dass unser menschlicher K\u00f6rper sich insgesamt sehr gut anpassen und auf Ver\u00e4nderungen einstellen kann.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Koerperbelastung-Training-Ziel-Frau.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Koerperbelastung-Training-Ziel-Frau.jpg\" alt=\"Zwei Personen klatschen sich beim Klettern ab\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Regelm\u00e4\u00dfiges Training beugt pl\u00f6tzlicher Ersch\u00f6pfung vor, sodass wir es rauf- und auch wieder runter schaffen.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Auch wenn orthop\u00e4dische Probleme, schwere Beine oder die leeren Energiespeicher die letzte Bergtour doch etwas l\u00e4nger haben werden lassen als urspr\u00fcnglich geplant, hei\u00dft das nicht, dass es beim n\u00e4chsten Mal wieder so kommen muss. Durch die richtige Vorbereitung, ein an die pers\u00f6nliche Fitness angepasstes Gehtempo und ausreichende Verpflegung machst du die n\u00e4chste Gipfelbesteigung garantiert zu einem vollen Erfolg!<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Artikel \u00fcber die physiologischen Grundlagen und die k\u00f6rperliche Belastung beim Bergsport ist der Auftakt zu einer kleinen Artikelserie im Basislager der Bergfreunde. Nachdem wir heute die Grundlagen gekl\u00e4rt haben, geht es n\u00e4chstes Mal noch etwas spezifischer zur Sache und wir sprechen \u00fcber die <strong>Ern\u00e4hrung beim Bergsteigen<\/strong>. Worauf gilt es in der H\u00f6he besonders zu achten? Was sollte unbedingt in die Brotzeitdose und was bleibt lieber daheim?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einem anstrengenden Aufstieg bei bestem Bergwetter schaust du nach oben und hast fast schon den Gipfel erreicht, aber auf einmal f\u00fchlen sich die Beine wie Pudding an und jeder Schritt wird zu einer Herausforderung. Was ist da nur los? Vielleicht etwas zu schnell gegangen? Eigentlich sollte das Training in den vergangenen Wochen ja ausgereicht [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":77195,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[301],"tags":[258,262,264,265],"post_folder":[],"class_list":["post-67661","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-training-gesundheit","tag-bergsteigen","tag-klettern-bouldern","tag-running","tag-wandern-trekking"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.1 (Yoast SEO v27.1.1) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>Wie reagiert unser K\u00f6rper eigentlich auf Belastung? | Bergfreunde<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"In diesem Bergfreunde-Artikel lernst du, wie unser K\u00f6rper auf Belastungen beim Sport reagiert und wie du am besten damit umgehst.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/belastung-ausdauer-bergsport\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Wie reagiert unser K\u00f6rper eigentlich auf Belastung?\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"In diesem Bergfreunde-Artikel lernst du, wie unser K\u00f6rper auf Belastungen beim Sport reagiert und wie du am besten damit umgehst.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/belastung-ausdauer-bergsport\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Bergfreunde\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/bergfreunde\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2022-09-03T07:10:00+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2024-06-27T12:29:44+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/adventure-gc9a6462ff_1920.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1440\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"810\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Florian\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Florian\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"10 Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":[\"Article\",\"BlogPosting\"],\"@id\":\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/belastung-ausdauer-bergsport\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/belastung-ausdauer-bergsport\/\"},\"author\":{\"name\":\"Florian\",\"@id\":\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/#\/schema\/person\/612414e3da0577eeebf9c3696ddefc56\"},\"headline\":\"Wie reagiert unser K\u00f6rper eigentlich auf Belastung?\",\"datePublished\":\"2022-09-03T07:10:00+00:00\",\"dateModified\":\"2024-06-27T12:29:44+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/belastung-ausdauer-bergsport\/\"},\"wordCount\":2022,\"commentCount\":0,\"publisher\":{\"@id\":\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/#organization\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/belastung-ausdauer-bergsport\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/adventure-gc9a6462ff_1920.jpg\",\"keywords\":[\"Bergsteigen &amp; Hochtouren\",\"Klettern &amp; Bouldern\",\"Running\",\"Wandern &amp; Trekking\"],\"articleSection\":[\"Training &amp; Gesundheit\"],\"inLanguage\":\"de-AT\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"CommentAction\",\"name\":\"Comment\",\"target\":[\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/belastung-ausdauer-bergsport\/#respond\"]}]},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/belastung-ausdauer-bergsport\/\",\"url\":\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/belastung-ausdauer-bergsport\/\",\"name\":\"Wie reagiert unser K\u00f6rper eigentlich auf Belastung? 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