{"id":67646,"date":"2019-09-17T11:16:39","date_gmt":"2019-09-17T09:16:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/bigwall-klettern-am-monte-brento\/"},"modified":"2023-07-26T14:29:28","modified_gmt":"2023-07-26T12:29:28","slug":"bigwall-klettern-am-monte-brento","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/bigwall-klettern-am-monte-brento\/","title":{"rendered":"Bigwall-Klettern am Monte Brento"},"content":{"rendered":"\n<p>L\u00e4ngst ein alter Hut, aber immer noch bestens geeignet f\u00fcr ein angenehm flaues Gef\u00fchl in der Magengegend: die Bigwall-Route <strong>Via Vertigine<\/strong> (VI+, A2, ca. 1000 m\/28 SL) am Monte Brento! Mit dem <strong>\u201eUniverso Giallo\u201c<\/strong> (VII, A2, ca. 1000 m\/27 SL), dem <strong>\u201egelben Universum\u201c<\/strong>, gibt es seit 2007 eine weitere, vergleichbare Route. Rechts dieser beiden Linien verl\u00e4uft <strong>\u201eIl grande Incubo\u201c<\/strong> (VII, A3, ca. 1200 m\/32 SL) \u2013 eine sehr ernste und nur bedingt empfehlenswerte Technoroute. Und dann gibt\u2019s im zentralen Wandteil mit \u201eBrento Centro\u201c (8b) auch noch eine in jeder Hinsicht au\u00dfergew\u00f6hnliche Freikletterroute. Da sie in weiten Teilen gemeinsam mit den anderen Routen verl\u00e4uft, konnte ich ein paar Einblicke bekommen und erlaube mir einmal diese Einsch\u00e4tzung\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Die miese Felsqualit\u00e4t der genannten Routen ist allgemein bekannt, genau wie die Tatsache, dass die Kletterei in der \u201eVertigine\u201c und im \u201eUniverso Giallo\u201c eher stumpf ist. Aber die brutale Ausgesetztheit lockt einfach\u2026 Wahrscheinlich ist das der Grund, warum ich in den letzten Jahren immer wieder kontaktiert wurde, mit der Bitte um Infos zum Bigwall-Klettern am Monte Brento.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Folgenden will ich kurz von zwei Begehungen aus dem letzten Winter (18\/19) berichten, vor allem aber Infos zur \u201eVia Vertigine\u201c und zum \u201eUniverso Giallo\u201c bereitstellen. Einen Bericht und Infos zur Route \u201eIl grande Incubo\u201c findet ihr auch <strong><a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/bigwall-abenteuer-am-monte-brento\/\">hier im Basislager<\/a><\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-via-vertigine-februar-2019\"><strong>Via Vertigine, Februar 2019<\/strong><strong>&nbsp;<\/strong><\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Monte-Brento-Via-Vertigine-Pose.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Monte-Brento-Via-Vertigine-Pose.jpg\" alt=\"Kletterer an der Via Vertigine.\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Billiges Posen in der Via Vertigine. Foto: M. Schuster<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Im Anschluss an einen Dolomiten-Eisklettertrip kamen Michaela Schuster und ich abends im Sarcatal an. Am n\u00e4chsten Morgen fuhren wir gem\u00fctlich nach <strong>San Giovanni<\/strong>. Von hier kann man zu den W\u00e4nden des Monte Brento absteigen. Nach einer Durchsteigung kommt man so recht schnell zur\u00fcck zum Ausgangspunkt. Es war mein Wunsch, ein paar w\u00e4rmende Sonnenstrahlen einzufangen, nach vielen Tagen in eisigen Nordw\u00e4nden. Die Via Vertigine zu klettern bedeutet, in eine komplett andere Welt einzutauchen. Eine Welt, in der man wirklich da ist, in der es keine Ablenkung gibt &#8211; einmal abgesehen von den vielen Basejumpern, die sich \u00fcber die zentrale Wand des Monte Brento st\u00fcrzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Michaela f\u00fchrte am ersten Tag bis zum gro\u00dfen Band in Wandmitte, wo wir biwakierten. Ich war am zweiten Tag an der Reihe. In der Abendd\u00e4mmerung standen wir dann oben, \u00fcber dieser verr\u00fcckten Riesenwand, mit Blick auf <strong>verschneite Berge<\/strong>, den <strong>Gardasee <\/strong>und die&nbsp;Lichter der <strong>Ortschaften des Sarcatals<\/strong>. Ja, die Route ist wirklich cool, immer wieder, und wenn man ein paar Punkte beachtet, auch halb so wild (siehe Tipps und Infos unten).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-universo-giallo-marz-2019\"><strong>Universo Giallo, M\u00e4rz 2019<\/strong><\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Monte-Brento-grosses-Dach-Universo-Giallo.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Monte-Brento-grosses-Dach-Universo-Giallo.jpg\" alt=\"Person klettert die Route Universo Giallo.\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das gro\u00dfe Dach der Route Universo Giallo. Foto: M. Schuster<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Obwohl bei uns in der \u201eVertigine\u201c alles gut ging, war sich Michaela nach der Tour sicher, dass sie erstmal genug h\u00e4tte von dieser Wand. Aber schon Mitte M\u00e4rz machten wir uns wieder auf zum Monte Brento, um die Route \u201eUniverso Giallo\u201c in einem Tag zu klettern. Wir kannten die Route nicht, aber ein Kumpel best\u00e4tigte, dass man hier schneller voran k\u00e4me als in der \u201eVertigine\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die ersten zehn Seill\u00e4ngen, die Michaela vorstieg, brauchten wir nur 1h 45min. Danach, im \u00fcberh\u00e4ngenden Teil, waren wir nicht mehr ganz so schnell\u2026 Trotzdem erreichten wir San Giovanni im letzten Licht des Tages. Oben trafen wir noch zwei Basejumper, die es kaum glauben konnten, dass wir dort wirklich gerade hochgeklettert waren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-monte-brento-ostwand-via-vertigine-und-universo-giallo-tipps-und-infos-fur-wiederholer\">Monte Brento Ostwand, Via Vertigine und Universo Giallo \u2013 Tipps und Infos f\u00fcr Wiederholer<\/h2>\n\n\n\n<p>Hier also ein paar Tipps und Infos, als Erg\u00e4nzung zu den Informationen des Kletterf\u00fchrers (Versante Sud, \u201eHohe W\u00e4nde bei Arco\u201c).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-die-beste-zeit\"><strong>Die beste Zeit<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Wenn die Sonne in die Wand scheint, was von morgens bis zum fr\u00fchen Nachmittag der Fall ist, kann es sehr warm werden. Man klettert also am besten im<strong> Fr\u00fchjahr<\/strong> oder im <strong>Herbst<\/strong>, bei k\u00fchlem Wetter. Nachmittags, wenn sich die Sonne verabschiedet hat und Wind aufkommt, wird es dann allerdings recht frisch. Man sollte unbedingt eine <strong>Isolationsjacke mit Kapuze<\/strong> dabeihaben!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-zustieg-und-abstieg\"><strong>Zustieg und Abstieg<\/strong><\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Monte-Brento-Climbing-Routes-Bildtafel.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Monte-Brento-Climbing-Routes-Bildtafel.jpg\" alt=\"Bildtafel in der Bar Parete Zebrata.\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Bildtafel in der Bar Parete Zebrata. Foto: F. Miller<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Erste M\u00f6glichkeit des Zustiegs: von San Giovanni durch die <strong>Nordflanke der Cima alle Coste<\/strong>. Dort gibt es einen markierten Abstieg f\u00fcr Kletterer. Vorteil: So kommt man vom Ausstieg der Route ganz einfach zur\u00fcck zum Ausgangspunkt. Eine gute Wegbeschreibung fanden wir auf der Seite <a href=\"http:\/\/www.klettern-sarcatal.com\/\">klettern-sarcatal.com<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Zweite M\u00f6glichkeit: klassisch vom Tal aus, vom <strong>Parkplatz der Sonnenplatten<\/strong>. Das ist einfacher zu finden, allerdings muss man auch daran denken, dass man irgendwie zur\u00fcck zum Ausgangspunkt muss. Denn in den meisten F\u00e4llen steht ja das Auto dort\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt verschiedene M\u00f6glichkeiten, zur\u00fcck ins Tal zu kommen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Vorher Fahrr\u00e4der in San Giovanni deponieren.<\/li>\n\n\n\n<li>Sich in San Giovanni abholen lassen.<\/li>\n\n\n\n<li>Trampen oder auf ein Base-Taxi hoffen. Allerdings ist das bei Nacht wenig erfolgsversprechend.<\/li>\n\n\n\n<li>Alles zu Fu\u00df absteigen. An sich kein Problem, aber lang. Wenn man direkt zum Parkplatz der Sonnenplatten will, nimmt man den oben beschriebenen Steig durch die Nordflanke der Cima alle Coste. Aber Achtung \u2013 den findet man eventuell nicht, wenn man nachts durch den Wald stolpert!<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-monte-brento-ostwand-via-vertigine-routeninfos\">Monte Brento Ostwand, Via Vertigine \u2013 Routeninfos<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-charakter\"><strong>Charakter<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Im unteren Wandteil Plattenkletterei<\/strong> mit einzelnen steileren Aufschw\u00fcngen. Im oberen Wandteil \u00fcber weite Strecken <strong>brutal ausgesetzte und sehr anstrengende Technokletterei<\/strong> an \u00fcberwiegend zweifelhaftem Hakenmaterial.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-hakenmaterial-stand-02-2019\"><strong>Hakenmaterial (Stand 02\/2019)<\/strong><\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ausgebrochener-Haken-in-der-Via-Vertigine.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ausgebrochener-Haken-in-der-Via-Vertigine.jpg\" alt=\"Angebrochener Haken auf der Kletterroute.\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ausgebrochener Haken in der Via Vertigine. Foto: M. Schuster<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Im Plattenpanzer gibt\u2018s ausreichend <strong>Bohrhaken<\/strong> von guter Qualit\u00e4t. Dar\u00fcber, im \u00fcberh\u00e4ngenden Wandbereich, sind zumindest die St\u00e4nde mit vern\u00fcnftigen Haken ausger\u00fcstet (10-mm-Expressanker, allerdings teilweise im Bruch). Bei den <strong>Zwischenhaken<\/strong> handelt es sich \u00fcberwiegend um 6-mm-Expressanker, die oft im Bruch stecken und zudem munter vor sich hin rosten.<\/p>\n\n\n\n<p>Statt Bohrhakenlaschen wurden Ringmuttern verwendet. Diese sehen zwar solide aus, f\u00fchren in vielen F\u00e4llen aber zu einer ung\u00fcnstigen Hebelwirkung. Sinn machen sie leider nur in den horizontalen D\u00e4chern\u2026 Kein Wunder also, dass diese Haken bzw. ihr Ankerbolzen immer wieder (aus)brechen.&nbsp; Die entstandenen L\u00fccken wurden dann meist mit anderen Schrotthaken geschlossen oder mit Schlingen verk\u00fcrzt. Hier und da, insbesondere im letzten Teil der Route, finden sich auch neue, solide Zwischenhaken.<\/p>\n\n\n\n<p>Was tun, wenn Haken fehlen? R\u00fcckz\u00fcge aus dem oberen Wandteil sind extrem schwierig. Also muss es irgendwie weitergehen, selbst wenn Haken fehlen! Die meisten Seilschaften f\u00fchren f\u00fcr solche F\u00e4lle eine <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/lawinensonden\/\">Lawinensonde<\/a> als \u201eClipstick\u201c mit. Ich halte davon nicht viel:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Clipstick beim Bigwallklettern ist uncool.<\/li>\n\n\n\n<li>Fehlen Haken vor einer Dachkante (oder einer anderen Kante), kann man mit dem Clipstick auch nichts ausrichten.<\/li>\n\n\n\n<li>Werden fehlende Haken nicht ersetzt, ist die Route irgendwann \u00fcberhaupt nicht mehr begehbar.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Man sollte also Material mitnehmen, um Fixpunkte anbringen zu k\u00f6nnen! Mein Notfall-Kit besteht aus:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Leichter Kletter-Hammer<\/li>\n\n\n\n<li>Notbohrset: Petzl Rocpec mit 6-mm-Bohrer, 6-mm-Bolts, Schl\u00fcssel, Bohrhakenlaschen. Man kann 8-mm-Bohrhakenlaschen nehmen oder \u2013 besser \u2013 6er-Laschen selbst basteln bzw. herstellen lassen. Dann fallen die Einzelteile beim Transport und bei der Montage nicht auseinander. Alternativ gehen auch 8-mm-Kronenbohrhaken oder Rivets + Riveth\u00e4nger. Wobei in den D\u00e4chern Bohrhaken mit Lasche besser sind.<\/li>\n\n\n\n<li>2 Profilhaken (es gibt ein paar Risse)<\/li>\n\n\n\n<li>1 Beak, z B. mittlerer Pecker (Joker \u2013 kann einem das Bohren ersparen)<\/li>\n\n\n\n<li>1 Cliff f\u00fcr 6-mm-Bohrloch (z. B. von Cassin)<strong>&nbsp;<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-taktik\"><strong>Taktik<\/strong><\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Monte-Brento-Tiefblick-Via-Vertigine.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Monte-Brento-Tiefblick-Via-Vertigine.jpg\" alt=\"Tiefblick in der Via Vertigine.\" width=\"250\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Tiefblick in der Via Vertigine. Kaum sichtbar Michaela am Stand. Foto: F. Miller<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\u00dcblich sind <strong>Begehungen in eineinhalb Tagen<\/strong> mit Biwak am gro\u00dfen Band. Der beste Platz befindet sich ganz am rechten Ende des Bandes. Er ist steinschlaggesch\u00fctzt und es liegen dort schon ein paar alte <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/isomatten\/\">Isomatten<\/a> (schmuddelig und von den M\u00e4usen angefressen, aber immer noch besser als selbst tragen\u2026).<\/p>\n\n\n\n<p>Man sollte beim Klettern alles Material in einen <strong>kleinen Haulbag (35\u201355 l)<\/strong> bekommen, den der Nachsteiger am ersten Tag tr\u00e4gt. Gehault wird dann am zweiten Tag. Alternativ funktioniert bei dieser Taktik auch ein robuster, zum Haulbag umfunktionierter Tourenrucksack. Je nach Gr\u00f6\u00dfe des Haulbags macht erg\u00e4nzend noch ein (ganz) kleiner <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/kletterrucksaecke\/\">Kletterrucksack<\/a> Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p>Der gro\u00dfe Plattenpanzer ist grunds\u00e4tzlich <strong>steinschlaggef\u00e4hrdet<\/strong>. Besonders der untere Teil der Route \u201eVia Degli Amici\u201c (eine gro\u00dfe Rinne) und der Bereich rechts der Route \u201eIl Grande Incubo\u201c (dort wird nicht geklettert). Nach oben hin reduziert sich die Gefahr etwas, aber selbst am gro\u00dfen Band kann man noch getroffen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Man sollte den unteren Wandbereich also schnell hinter sich lassen. Und es ist besser, wenn \u00fcber einem keine andere Seilschaft unterwegs ist. Mit etwas <strong>Simultanklettern<\/strong> sollten die ersten 13 SL in drei Stunden gehen. Man kann also relativ sp\u00e4t einsteigen. Am zweiten Tag sollte man hingegen fr\u00fch starten und zudem bereit sein, die letzten L\u00e4ngen im Dunkeln zu klettern. Falls die Kraft nicht reicht: Am Standplatz in der Mitte der langen Querung (\u201eLa Diagonale Volante\u201c), 4 SL vor dem Ende der Route, kann man zur Not im Sitzen biwakieren. Halleluja!<\/p>\n\n\n\n<p>Wegen der vielen Querg\u00e4nge und D\u00e4cher klettert der Nachsteiger alles, anstatt zu j\u00fcmaren. Der Vorsteiger sichert also nach (Plate) und hault gleichzeitig bzw. abwechselnd, was mit einem leichten Haulbag gut funktioniert. Am besten klettert man mit einem <strong>50-m-Einfachseil<\/strong> und einem <strong>60-m-Halb- oder Zwillingsseil als Haulline<\/strong>. Den Haulbag kann man nach 40 oder sicherheitshalber gut 40 Metern anh\u00e4ngen. Mit dem Restseil kann man den Haulbag \u201erauslassen\u201c. In der langen Querung am Ende der Route wird der Haulbag aber auch mit 20 m Restseil einen gro\u00dfen Swing machen. Wer wertvolle Keramik im Haulbag mitf\u00fchrt, st\u00fcckelt in diesen beiden Seill\u00e4ngen besser noch etwas Reepschnur an\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Wer die Route in einem Tag klettert, verzichtet nat\u00fcrlich aufs Haulen und nimmt stattdessen einen kleinen Rucksack mit. Und statt dem Haulseil eine leichte Abseilleine, f\u00fcr Notf\u00e4lle \u2013 oder alternativ ein l\u00e4ngeres Einfachseil. Es lohnt sich auch, die ganze Route in <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/kletterschuhe\/\">Kletterschuhen<\/a> zu klettern. Sogar im oberen Wandteil gibt\u2019s hier und da Freikletterei bzw. kann man ganz gut A0 klettern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-ruckzuge\"><strong>R\u00fcckz\u00fcge<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Den unteren, plattigen Wandteil kann man recht einfach abseilen \u2013 sofern man die St\u00e4nde wieder findet. Aus dem oberen Wandteil kommend kann das nicht nur bei Nacht schwierig werden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Monte-Brento-Handschuhe-Verschleiss.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Monte-Brento-Handschuhe-Verschleiss.jpg\" alt=\"Verschlissene Kletterhandschuhe.\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Etwas Verschlei\u00df geh\u00f6rt dazu. Foto: M. Schuster<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Dem oberen Wandteil kann man wegen der vielen D\u00e4cher und Querg\u00e4nge nicht mehr so einfach entkommen. Umso wichtiger also, sich vorab ein paar Gedanken zu machen, und verschiedene <strong>R\u00fcckzugstechniken zu trainieren<\/strong>. Eine Kombination aus Ablassen des Kletterpartners und Zur\u00fcckklettern sollte am besten funktionieren. Hilfreich f\u00fcr solche Techniken ist ein langes Einfachseil. F\u00fcr den Fall, dass ein Zwischenstand eingerichtet werden muss, sollten <strong>Bohrkit<\/strong> sowie eine <strong>lange Reepschnur<\/strong> zum Verbinden mehrerer Haken greifbar sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab ca. Seill\u00e4nge 19 sollte man unbedingt \u00fcber die Route \u201eUniverso Giallo\u201c runter (dort kreuzen sich die beiden Routen). Das Gel\u00e4nde ist hier weniger extrem, und es sind \u00fcberall gute Haken verf\u00fcgbar. Im Zweifelsfall aber die Flucht nach vorne ergreifen. Selbst bei starkem Regen wird man erst nach dem letzten Dach nass, und dann kommt nur noch eine letzte Seill\u00e4nge!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-empfohlene-ausrustung-stand-02-2019-ein-paar-punkte\"><strong>Empfohlene Ausr\u00fcstung (Stand 02\/2019) \u2013 ein paar Punkte\u2026<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li> Mindestens 25 Exen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><li>Solide Bandleitern<\/li><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><li>Handschuhe<\/li><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><li>Bohrkit (siehe oben)<\/li><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><li>Leichtes Biwakkit<\/li><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><li>Wasser: ca. 4,5 l pro Person f\u00fcr eine Begehung mit Biwak<\/li><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><li><a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/stirnlampen\/\">Stirnlampen<\/a> + Notfallstirnlampe<\/li><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><li>Cams und Keile braucht man nicht<\/li><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-monte-brento-ostwand-universo-giallo-routeninfos\">Monte Brento Ostwand, Universo Giallo \u2013 Routeninfos<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-charakter-1\"><strong>Charakter<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>In den <strong>ersten 10 Seill\u00e4ngen einfache Plattenkletterei<\/strong> mit einzelnen steileren Aufschw\u00fcngen. Der Fels ist hier meist okay. Ab Seill\u00e4nge 11 klettert man im \u00fcberh\u00e4ngenden Wandteil. Ab hier ist der Fels leider sehr durchwachsen. Im Bereich SL 11 bis 20 h\u00e4ngt die Route viel weniger \u00fcber als die \u201eVia Vertigine\u201c. Seill\u00e4nge 21 verl\u00e4uft dann erstmals durch eines der <strong>Riesend\u00e4cher (das \u201eGro\u00dfe Zentrale Dach\u201c)<\/strong>. Diese L\u00e4nge ist zugleich die Schl\u00fcssell\u00e4nge. Die Hakenabst\u00e4nde sind hier gr\u00f6\u00dfer als in den D\u00e4chern der \u201eVertigine\u201c. Von nun an ist man sehr exponiert, was der Angelegenheit dann letztendlich doch noch einen recht ernsten Charakter verleiht. F\u00fcrs \u201eUniverso Giallo\u201c spricht, dass sie <strong>insgesamt weniger heikel<\/strong> ist. Die coolere Route ist und bleibt aber ganz eindeutig die \u201eVertigine\u201c!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-hakenmaterial-stand-03-2019\"><strong>Hakenmaterial (Stand 03\/2019)<\/strong><\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Monte-Brento-Universo-Giallo-Schrott.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Monte-Brento-Universo-Giallo-Schrott.jpg\" alt=\"Alter Schritt im Universo Giallo.\" width=\"250\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Alter Schrott im Universo Giallo. Foto: F. Miller<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die ganze Route wurde recht \u00fcppig mit <strong>8-mm-Expressankern<\/strong> eingerichtet, was mich pers\u00f6nlich stilistisch \u00fcberhaupt nicht \u00fcberzeugt. Die Seill\u00e4ngen 11 bis 17 wurde schon 1975 er\u00f6ffnet, von H. Steink\u00f6tter und Gef. Hier steckt zus\u00e4tzlich zum neuen Material jede Menge Schrott.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-taktik-1\"><strong>Taktik<\/strong><strong>&nbsp;<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>In der vorletzten Seill\u00e4nge des Plattenpanzers (SL 9) gibt es einen bequemen, aber nicht steinschlaggesch\u00fctzten Biwakplatz. Ein schnelles Team mit leichtem Gep\u00e4ck braucht bis dahin allerdings nur ca. 3 h (inkl. Zustieg!). Ich w\u00fcrde die Route deshalb nicht mit Biwak klettern. Voraussetzung f\u00fcr eine entspannte Tagesbegehung ist jedoch, dass man mit den <strong>Techniken des Simultankletterns<\/strong> vertraut ist. Bis unters \u201eGro\u00dfe Zentrale Dach\u201c kann man immer wieder gut simultan klettern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-ruckzuge-1\"><strong>R\u00fcckz\u00fcge<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Bis einschlie\u00dflich Seill\u00e4nge 20 viel weniger problematisch als in der Vertigine. Danach ist Schluss mit lustig. Wahrscheinlich gelingen R\u00fcckz\u00fcge am besten mit einem 70-m-Einfachseil mit gut sichtbarer Mittenmarkierung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-empfohlene-ausrustung-stand-02-2019-ein-paar-punkte-1\"><strong>Empfohlene Ausr\u00fcstung (Stand 02\/2019) \u2013 ein paar Punkte\u2026<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>25 Exen<\/li>\n\n\n\n<li>Solide Bandleitern<\/li>\n\n\n\n<li>Handschuhe<\/li>\n\n\n\n<li>Wasser: ca. 2,5 l pro Person f\u00fcr eine Begehung ohne Biwak<\/li>\n\n\n\n<li>Stirnlampen + Notfallstirnlampe<\/li>\n\n\n\n<li>leichtes Biwakkit<\/li>\n\n\n\n<li>Cams und Keile braucht man nicht<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Ein Bohrkit w\u00e4re an sich sinnvoll, allerdings ist ein Ausbruch eines entscheidenden Hakens nach SL 17 sehr unwahrscheinlich. Und bis zu diesem Punkt sollte ein R\u00fcckzug ohne gro\u00dfe Probleme gelingen, sofern man wirklich nicht mehr weiterkommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00e4ngst ein alter Hut, aber immer noch bestens geeignet f\u00fcr ein angenehm flaues Gef\u00fchl in der Magengegend: die Bigwall-Route Via Vertigine (VI+, A2, ca. 1000 m\/28 SL) am Monte Brento! Mit dem \u201eUniverso Giallo\u201c (VII, A2, ca. 1000 m\/27 SL), dem \u201egelben Universum\u201c, gibt es seit 2007 eine weitere, vergleichbare Route. 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