{"id":67215,"date":"2020-08-18T12:42:52","date_gmt":"2020-08-18T10:42:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/ultraleichte-ausruestung-vorurteile\/"},"modified":"2024-01-02T14:19:43","modified_gmt":"2024-01-02T13:19:43","slug":"ultraleichte-ausruestung-vorurteile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/ultraleichte-ausruestung-vorurteile\/","title":{"rendered":"Ultraleicht = unbequem, unsicher und unbrauchbar?!?"},"content":{"rendered":"\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Auf Touren, bei denen ich mit einer <strong>besonders leichten<\/strong> (ggf. auch ultraleichten) <strong>Ausr\u00fcstung<\/strong> unterwegs bin, sieht mein Tagesablauf eigentlich immer so aus: Tags\u00fcber hetze ich durch eine Landschaft, und weil es mir dabei nur auf Geschwindigkeit und Streckemachen ankommt, k\u00f6nnte das auch ein Braunkohletagbau sein, da schaue ich ohnehin schon lange nicht mehr hin. Ich muss weiter, schnell schnell. Pausen gibt es kaum, warum denn auch, das brauche ich nicht und zu essen habe ich ohnehin nur einen mageren M\u00fcsliriegel dabei. Wasser, naja das findet sich schon irgendwie.<\/span><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/STS_Lifestyle_Bergfreunde.de_Markenshop_Slider-1-1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/STS_Lifestyle_Bergfreunde.de_Markenshop_Slider-1-1.jpg\" alt=\"\" style=\"object-fit:cover;width:350px;height:264px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ist ultraleicht auch direkt ultrakalt?<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\"> Ach ja Wasser, zum Gl\u00fcck regnet es nicht, denn meine d\u00fcnne Jacke habe ich zwar dabei, aber die h\u00e4lt ja nichts ab und w\u00fcrde au\u00dferdem ohnehin vom <strong>Rucksack<\/strong> durchgescheuert, der seinerseits \u00fcbrigens auch nicht viel ab kann. Gelaufen wird jeden Tag bis zum Umkippen, denn auch abends im Lager erwartet mich nicht viel. Eine magere Mahlzeit und dann ab ins Bett. Was eine komplette \u00dcbertreibung ist. Mein <strong>Schlafsack<\/strong> ist so leicht gebaut, dass man damit wahrscheinlich auch noch in der Sauna frieren w\u00fcrde, warme Klamotten hab ich auch keine dabei, und meine Matte ist kaum mehr als ein St\u00fcck Alufolie mit in etwa der selben Isolationsleistung. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Zum Gl\u00fcck windet es nicht, denn dann w\u00fcrde es mir auch noch meine Plane zerrei\u00dfen, die h\u00e4lt ja auch nichts aus, da ist ein Gelber Sack rei\u00dffester. Nach einer mehr oder weniger durchwachten Nacht bin ich dann froh, wenn ich nicht komplett nass und<strong> durchgefroren<\/strong> bin und mich an den ersten Sonnenstrahlen w\u00e4rmen kann. Und schon geht\u2019s weiter, ohne Fr\u00fchst\u00fcck, im Stechschritt.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dies sind die Vorurteile, die mir immer wieder begegnen, wenn ich davon erz\u00e4hle, dass ich gerade bei <strong>langen Touren<\/strong> darauf achte, Gewicht bei der Ausr\u00fcstung zu<strong> sparen<\/strong>. Ich frage mich dann oft, ob eigentlich alle denken, dass ich nicht mehr alle Tassen im Schrank habe und au\u00dferdem zur kontinuierlichen Selbstgei\u00dfelung neige. \u201e<em>W\u00e4hrend der Tour muss man leiden!<\/em>\u201c, so ein Schei\u00df.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\"> Wie viele andere Themenbereiche auch, ist die Welt der<strong> ultraleichten Ausr\u00fcstung<\/strong> mit zahlreichen Vorurteilen belegt. Damit m\u00f6chte ich heute einmal aufr\u00e4umen. Dies soll aber keine Lobeshymne oder Liebeserkl\u00e4rung an spartanische Ausr\u00fcstung sein, sondern vielmehr ein paar Blickpunkte zeigen, wie man trotz oder vielleicht auch gerade wegen abgespecktem Equipment Freude an der Tour haben kann.&nbsp;<\/span><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-ultraleicht-bedeutet-kein-komfort\"><b>Ultraleicht bedeutet: kein Komfort.<\/b><\/h2>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich bin kein Fakir, ich liege gerne bequem. Au\u00dferdem bin ich zumindest im Schlaf mittelm\u00e4\u00dfig verfroren. Ich bin verfressen und habe wenig Bestrebungen, mich dauerhaft unn\u00f6tig zu qu\u00e4len. Warum tue ich mir das also an?<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ganz einfach: Es ist nicht so, wie viele denken. Auf einer langen Tour ist man in der Regel den ganzen Tag unterwegs, selbstverst\u00e4ndlich mit Pausen und brauchbarer Verpflegung. Dennoch ist jeder dazu gezwungen, seine <strong>Ausr\u00fcstung<\/strong> dauerhaft mit sich herumzutragen. Je schwerer das Gep\u00e4ck, desto l\u00e4stiger wird es irgendwann. Hand aufs Herz: Wer hat sich auf einer Mehrtagestour noch nie danach gesehnt, das Etappenziel endlich zu erreichen und den Rucksack final abzustell<\/span>en<span style=\"font-weight: 400;\">? <strong>Ultraleichtes Gep\u00e4ck<\/strong> tr\u00e4gt sich einfach <strong>angenehmer<\/strong>.&nbsp;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Mich bewahrt das geringere Gewicht von Rucksack und Inhalt so beispielsweise vor<strong> unangenehmen R\u00fcckenschmerzen<\/strong> w\u00e4hrend der Tour. Und das ist f\u00fcr mich mehr Komfort, als abends im Lager vielleicht auf einem Hocker zu sitzen und nicht auf dem Boden. Wie immer im Leben muss man sich daher entscheiden, was f\u00fcr einen selbst wichtig ist.<\/span><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/STS_Sleep_SaltyWings_Esperance31-1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/STS_Sleep_SaltyWings_Esperance31-1.jpg\" alt=\"\" style=\"width:350px;height:262px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bei der Auswahl eines Schlafsacks muss man auf seine pers\u00f6nlichen Bed\u00fcrfnisse achten.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In einem ultraleichten Schlafsack muss auch niemand zwangsl\u00e4ufig frieren, denn es gibt zum Gl\u00fcck wunderbar <strong>leichte und warme Schlafs\u00e4cke<\/strong>, und auch bequeme Matten. Und klar gibt es immer noch leichtere Schlafs\u00e4cke mit einer noch <strong>geringeren Daunenf\u00fcllung<\/strong>. Die sind dann eben nicht so warm, aber es sagt ja niemand, dass man immer nur den absolut leichtesten <span style=\"font-weight: 400;\">(und d\u00fcnnsten)<\/span> Schlafsack kaufen darf. Wichtig ist auch hier, auf die pers\u00f6nlichen Bed\u00fcrfnisse zu achten, und wenn der Schlafsack dann ein paar Gramm mehr auf die Waage bringt, als sein weniger gut isolierender Kollege, naja, dann ist das eben so.&nbsp;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Oder nehmen wir einmal das Beispiel Kleidung: Bei Jacken, Hosen und Co., gibt es immer wieder Dinge, die sind <strong>nice-to-have<\/strong>; werden aber nicht von jedem genutzt. Ich kann beispielsweise Oberschenkeltaschen wenig abgewinnen. Ich verstehe schon, warum es Hosen mit gro\u00dfen Cargotaschen gibt, nur pers\u00f6nlich mag ich das nicht und nutze diese Taschen nur \u00e4u\u00dferst selten. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Logische Konsequenz: Hose ohne entsprechende Taschen kaufen, wieder ein paar Gramm sparen. Das macht freilich nicht viel aus, ist aber f\u00fcr mich ein<strong> geringerer Einschnitt in den Trekkingalltag<\/strong>, als den Griff der Gabel abzus\u00e4gen. Dieses Prinzip kommt beispielsweise auch bei Biwakzelten zum Tragen. Hier werden n\u00e4mlich oft nicht nur leichtere Materialien verwendet, es wird einfach auch alles weggelassen, was man nicht zwingend braucht. Au\u00dferdem sind <strong>Ultraleichtzelte<\/strong> oft eher kompakt, gro\u00dfe Familienzelte oder extrem sturmfeste Geod\u00e4ten sucht man hier lange.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Man kann auch ganz gezielt Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde zu Hause lassen, die man pers\u00f6nlich nicht braucht. Das <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/zelte\/\">Zelt<\/a> ist dabei immer wieder ein gerne diskutierter Punkt. Und in der Tat bin auch ich gerade im Sommer ein Verfechter von <strong>Plane und\/oder <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/biwaksaecke\/\">Biwaksack<\/a><\/strong>. Aber mir macht das nichts aus, ich f\u00fchle mich dadurch nicht eingeschr\u00e4nkt, und genau das ist der Punkt. Denn das mit dem Komfort ist Ansichtssache, und jeder muss f\u00fcr sich selbst festlegen, was er wann in welcher Form ben\u00f6tigt.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Idee beim <strong>(Ultra-)Leichttrekking<\/strong> ist n\u00e4mlich nicht, sich m\u00f6glichst effektiv zu qu\u00e4len, sondern beim Laufen, Klettern oder Radfahren einen Komfortgewinn zu erzielen. Um das zu erreichen, wird ganz bewusst am Gewicht gespart. Dies kann hier und da zu Einschr\u00e4nkungen f\u00fchren. Wei\u00df man aber, wie die pers\u00f6nlichen Bed\u00fcrfnisse gelagert sind, kann man dieses Problem relativ gut umgehen.<\/span><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-das-leichte-zeug-halt-doch-nichts-aus\"><b>Das leichte Zeug h\u00e4lt doch nichts aus.<\/b><\/h2>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Zun\u00e4chst einmal das Offensichtliche: d\u00fcnnere Stoffe wirken weniger robust als dickere. Dieser Eindruck ist aber nicht immer korrekt. Lasst uns hierzu mal einen kleinen Exkurs in die Welt der <strong>Kletterausr\u00fcstung<\/strong> machen. Beispiel <strong>Rundschlingen<\/strong> (Bandschlingen): Hier dominieren vornehmlich zwei Materialien, Polyamid und Dyneema (Polyethylen). Dyneema ist dabei definitiv das rei\u00dffestere Material. F\u00fcr vergleichbare Schlingen ergeben sich beispielsweise folgende Werte:<\/span><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><span style=\"font-weight: 400;\">Polyamid: Gewicht 48 g, Breite 18 mm, Bruchlast 22 kN<\/span><\/li>\n\n\n\n<li><span style=\"font-weight: 400;\">Dyneema: Gewicht 20 g, Breite 10 mm, Bruchlast 22 kN<\/span><\/li>\n<\/ul>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/57b878f2-92f5-442e-8aba-ebac1729ba5a_39-1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/57b878f2-92f5-442e-8aba-ebac1729ba5a_39-1.jpg\" alt=\"\" style=\"width:350px;height:263px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wie sicher ist eine ultraleichte Schlinge?<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/p\/dyneema\/\">Dyneema-Schlinge<\/a> ist nicht nur deutlich leichter, sie ist auch deutlich schmaler, ohne dass dabei bei der Bruchlast Abstriche gemacht werden m\u00fcssen. Es zeigt sich also, dass der Leichtbau nicht zwangsl\u00e4ufig zulasten der Leistungsf\u00e4higkeit der Materialien gehen muss. Auch bei <strong>ultraleichten Zelten<\/strong> kommen gerne einmal Materialien wie Dyneema f\u00fcr die Au\u00dfenhaut oder Carbon f\u00fcr das Gest\u00e4nge zum Einsatz. Im Bereich der sicherheitsrelevanten Bergsportausr\u00fcstung werden dar\u00fcber hinaus auch robuste Materialien wie Kevlar oder Aramid eingesetzt.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Man sollte dennoch gerade bei <strong>extrem d\u00fcnnen Schlingen<\/strong>, Bandmaterial und Seilen ein Auge auf den Verschlei\u00df haben. Denn der kann hier st\u00e4rker ins Gewicht fallen als bei massiver gebauter Ausr\u00fcstung. Die Sicherheitsforschung des DAV gibt daher die Empfehlung heraus, besonders schmale Schlingen bereits nach 3-5 Jahren auszusondern.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Oder schauen wir uns einmal das Beispiel Rucks\u00e4cke an. Gro\u00dfe konventionelle<strong> <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/trekkingrucksaecke\/\">Trekkingrucks\u00e4cke<\/a><\/strong> mit einem ausgefeilten Tragesystem sind nicht selten f\u00fcr eine Zuladung jenseits der 25 Kilogramm ausgelegt, bringen daf\u00fcr aber auch bereits ein ordentliches Eigengewicht mit. Betrachtet man hingegen Modelle aus dem (Ultra-)Leichtbereich, sieht das anders aus. Richtig gro\u00dfe Ultraleichtrucks\u00e4cke gibt es ohnehin eher selten, denn bei <strong>leichter Ausr\u00fcstung<\/strong> wird in der Regel nicht nur am Gewicht, sondern auch am Packma\u00df gespart.&nbsp;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Warum aber Ultraleichtrucks\u00e4cke weniger belastbar sind als vergleichsweise schwere Trekkingrucks\u00e4cke zeigt das Tragesystem. W\u00e4hrend massive Trekkingrucks\u00e4cke daf\u00fcr vorgesehen sind, eine gro\u00dfe Menge an Equipment zu transportieren, ist dies ja wiederum \u00fcberhaupt nicht die Aufgabe von Ultraleichtrucks\u00e4cken. Denn wer grunds\u00e4tzlich weniger Last tr\u00e4gt, braucht logischerweise auch keinen Rucksack, der mit einer <strong>hohen Last<\/strong> gut klarkommt. Das Tragesystem kann daher einfacher und somit auch leichter ausfallen, ohne dass der Rucksack unangenehm oder unsicher am R\u00fccken sitzt.&nbsp;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Es kann also nicht pauschal gesagt werden, dass Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde aus dem Ultraleichtbereich grunds\u00e4tzlich deutlich weniger abk\u00f6nnen als <strong>konventionelles Equipment<\/strong>. In manchen Bereichen, wie beispielsweise bei Rucks\u00e4cken, trifft dieses Vorurteil in einem gewissen Ma\u00df zu, wirkt sich aber in der Realit\u00e4t kaum aus.<\/span><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-aber-sicher-kann-das-doch-nicht-sein\"><b>Aber sicher kann das doch nicht sein<\/b>?<\/h2>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Fr\u00fcher habe ich mich bei schweren Touren immer mit \u201eSuizidfreunde Mittelbaden\u201c im Gipfelbuch verewigt. Ein makabrer Spa\u00df, den ich mir heute verkneife. Oder sollte ich vielleicht aufgrund der anf\u00e4lligen Ausr\u00fcstung wieder damit anfangen? Schauen wir uns also einmal an, wie es bei ultraleichter Ausr\u00fcstung f\u00fcrs Klettern, oder auch f\u00fcr Hoch- und Skitouren mit der<strong> Sicherheit<\/strong> so steht.&nbsp;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In Deutschland, wie auch in der restlichen EU gibt es strenge Pr\u00fcf- und Zulassungskriterien f\u00fcr Bergsportausr\u00fcstung. Hei\u00dft: Was eine Pr\u00fcfung nach <strong>Europ\u00e4ischer Norm<\/strong> (EN) nicht durchlaufen oder nicht bestanden hat, darf auch nicht verkauft werden. F\u00fcr jede Produktgruppe gibt es eine eigene Norm mit speziellen Anforderungen. Nach bestandener Pr\u00fcfung wird die Zulassung mit der Bezeichnung <strong>\u201econform european\u201c<\/strong> (CE-Zeichen) erteilt, und erst dann darf das Produkt in den Handel gelangen. Dies gilt logischerweise auch f\u00fcr jegliche Kletterausr\u00fcstung und sicherheitsrelevanten Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde aus dem Ultraleichtbereich.<\/span><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/8d5a0df5-560f-40bd-8291-8f9e3b9e339d_00-a-1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/8d5a0df5-560f-40bd-8291-8f9e3b9e339d_00-a-1.jpg\" alt=\"\" style=\"width:350px;height:262px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">In solchen Situationen geht Sicherheit klar vor Gewicht.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Nehmen wir nochmals das Beispiel Rundschlingen. Hierzu habe ich mir einmal eine Schlinge aus meinem pers\u00f6nlichen Equipment angeschaut. Die besteht aus Dyneema, ist gerade einmal 8 mm breit, 11 g schwer und verf\u00fcgt \u00fcber eine Zugfestigkeit von 22 kN. Au\u00dferdem ist sie nach der EN 566 (Norm f\u00fcr Bergsteigerausr\u00fcstung, Schlingen) zertifiziert und tr\u00e4gt die Kennzeichnung CE 0123. Die Zahl nach dem CE-Zeichen gibt dabei die Pr\u00fcfstelle an, die f\u00fcr die <strong>Sicherheitspr\u00fcfung<\/strong> verantwortlich war, in diesem Fall ist das der T\u00dcV M\u00fcnchen.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Andere Schlingen und Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde tragen zus\u00e4tzlich zum CE-zeichen sogar das UIAA-Zeichen. Hierbei handelt es sich um die freiwillige <strong>Norm der Bergsportverb\u00e4nde<\/strong>. Die legt in der Regel nochmals strengere Kriterien als die EN an und gilt weltweit. Sie ist aber im Gegensatz zu der EN nicht verpflichtend, sodass nicht automatisch alle Produkte am Markt auch danach getestet sind. Dies gilt nat\u00fcrlich nicht nur f\u00fcr Schlingen, sondern auch f\u00fcr Gurte, Helme, <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/karabiner-express-sets\/\">Karabiner<\/a>, Expresssets, Seile, Eisschrauben, <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/eispickel\/\">Eispickel<\/a> und und und.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wie aber sieht es beispielsweise in Sachen <strong>Verletzungsrisiko<\/strong> durch (zu) leichtes Schuhwerk aus?<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Keine Frage, wer drau\u00dfen unterwegs ist, braucht gutes Schuhwerk. Dieses richtet sich immer nach Art und L\u00e4nge der Tour sowie dem generellen Terrain. Gerade auch im Bereich der <strong><a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/wanderschuhe\/\">Wanderschuhe<\/a><\/strong> gibt es Modelle, die leichter oder eben massiver gebaut sind. Hier sollte -ultraleicht hin oder her- auf keinen Fall in erster Linie aufs Gewicht geschaut werden. Denn Schuhe m\u00fcssen gut sitzen und vor allem f\u00fcr die Tour angemessen sein.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\"> Aus Gr\u00fcnden der <strong>Gewichtsersparnis<\/strong> beispielsweise in <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/laufschuhe\/\">Laufschuhen<\/a> \u00fcber einen Gletscher zu gehen, ergibt aus meiner Sicht nur wenig Sinn. Aber: Gerade in gem\u00e4\u00dfigtem Gel\u00e4nde bringt auch hier wieder einmal die leichte Ausr\u00fcstung Vorteile. Denn wer ein geringeres Gewicht mit sich herumschleppt, belastet auch seine Gelenke, B\u00e4nder und Muskeln weniger. Die F\u00fc\u00dfe und Sprunggelenke m\u00fcssen aufgrund der geringeren Belastung nicht mehr notwendigerweise stark unterst\u00fctzt werden und man kann, je nach<strong> den pers\u00f6nlichen Vorlieben und Bed\u00fcrfnissen<\/strong>, auch hier zu leichteren und vielleicht weniger massiven Wanderschuhen greifen.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Sicherheit kann aber noch was ganz anderes bedeuten: n\u00e4mlich die Sicherheit, dass man sich auf das <strong>Equipment<\/strong> verlassen kann. Und damit sind wir eigentlich auch wieder bei den ersten beiden Aspekten meines Artikels. Hierzu nochmals das Beispiel Zelt oder Plane. Nichts, wirklich nichts ist auf einer Tour unangenehmer, als nachts im Zelt zu liegen und darauf zu warten, dass es aufgrund eines heftigen Regenschauers anf\u00e4ngt, durch die Plane zu tropfen. Oder im anderen Fall darauf zu warten, dass das Tarp nachgibt. Diese Sorge ist aber zu weiten Teilen unberechtigt, denn auch leichte <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/zelte\/\">Zelte<\/a> halten Regenschauern zuverl\u00e4ssig stand. Je nach Bauart k\u00f6nnen sie allerdings windempfindlicher sein als klassische Kuppel- oder Geod\u00e4tzelte.<\/span><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-schlussbemerkung\"><b>Schlussbemerkung<\/b><\/h2>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Es geht beim Thema<strong> ultraleichte Ausr\u00fcstung<\/strong> aus meiner Sicht nicht darum, wer noch weniger mitnimmt, sich am meisten abverlangt oder vielleicht krasser ist als irgendwer sonst. Es geht vielmehr darum, wie ich es f\u00fcr mich pers\u00f6nlich schaffe, eine Tour so angenehm wie m\u00f6glich zu machen. Denn das ist doch letztlich die Hauptsache. Es ist nicht derjenige der Beste, der am meisten oder am wenigsten schleppt. Oder vielleicht schneller als alle anderen ist oder die krassere Tour macht. Es ist derjenige King, der dabei den meisten Spa\u00df hat. Wer also eine (gewichts-)reduzierte Ausr\u00fcstung als auferlegte B\u00fcrde ansieht, f\u00fcr den ist das einfach nichts. Und das wiederum ist auch absolut in Ordnung.&nbsp;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wie seht ihr das eigentlich? Versucht ihr dauerhaft, eure Ausr\u00fcstung in Sachen Gewicht weiter zu optimieren? Geh\u00f6rt ihr zu denen, die jedes Gramm einzeln jagen? Oder findet ihr es vielleicht sogar hochgradig bescheuert, bei der Ausr\u00fcstung \u00fcberhaupt aufs Gewicht zu achten, weil hart im Nehmen und so? Meine Meinung kennt ihr nun, schreibt doch mal einen Kommentar, wie ihr so denkt.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Touren, bei denen ich mit einer besonders leichten (ggf. auch ultraleichten) Ausr\u00fcstung unterwegs bin, sieht mein Tagesablauf eigentlich immer so aus: Tags\u00fcber hetze ich durch eine Landschaft, und weil es mir dabei nur auf Geschwindigkeit und Streckemachen ankommt, k\u00f6nnte das auch ein Braunkohletagbau sein, da schaue ich ohnehin schon lange nicht mehr hin. 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