{"id":66809,"date":"2021-08-13T13:56:24","date_gmt":"2021-08-13T12:56:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/alpinklettern-ausruestung-optimierung\/"},"modified":"2025-11-11T11:31:23","modified_gmt":"2025-11-11T10:31:23","slug":"alpinklettern-ausruestung-optimierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/alpinklettern-ausruestung-optimierung\/","title":{"rendered":"Alpinklettern \u2013 Ausr\u00fcstungstuning f\u00fcr erfahrene Bergfreunde"},"content":{"rendered":"\n<p>Klar, Alpinklettern findet irgendwo drau\u00dfen in den Bergen statt, in gro\u00dfen W\u00e4nden, an langen Felsgraten. Aber eben nicht nur: Ein wesentlicher Teil des Spiels passiert woanders. Gemeint ist hier nicht nur die gewissenhafte <strong>Vor- und Nachbereitung konkreter Touren<\/strong>, sondern vielmehr die Bereitschaft, gedanklich tief in die Welt der Berge und des Kletterns einzudringen. Klingt das zu theoretisch? Hoffentlich nicht, denn es ist extrem wichtig, sich auch mit dieser Seite des Bergsports zu befassen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-die-idee-hinter-diesem-beitrag\">Die Idee hinter diesem Beitrag<\/h2>\n\n\n\n<p>Dieser zweiteilige Beitrag richtet sich an <strong>Alpinkletterer<\/strong>, die bereit sind, <strong>bisherige Ans\u00e4tze zu \u00fcberdenken<\/strong> \u2013 und die verstanden haben, dass die Thematik zu komplex ist f\u00fcr starre Regeln. Seid ihr an der ber\u00fchmten Lehrmeinung oder an den simpelsten L\u00f6sungen interessiert? Dann seid ihr hier wahrscheinlich nicht an der richtigen Stelle!<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/01_Martello-del-Qualido-Val-di-Mello-immer-gut-den-Horizont-zu-erweitern.-Foto-F.-Miller.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/01_Martello-del-Qualido-Val-di-Mello-immer-gut-den-Horizont-zu-erweitern.-Foto-F.-Miller-300x225.jpg\" alt=\"Martello del Qualido, Val di Mello\" class=\"wp-image-46006\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 1: Martello del Qualido, Val di Mello &#8211; immer gut, den Horizont zu erweitern. Foto F. Miller.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Idee hinter diesem Beitrag: Ich m\u00f6chte ein paar Anregungen geben, die hoffentlich dazu f\u00fchren, dass ihr auf einem insgesamt besseren Niveau in den Bergen unterwegs seid \u2013 <strong>effizienter, risikobewusster, selbstkritischer<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Um den Rahmen nicht zu sprengen, gehe ich nur auf einzelne ausgew\u00e4hlte Themen ein \u2013 insbesondere auf solche, an die man vermutlich nicht als erstes denken w\u00fcrde und \u00fcber die bisher auch weniger geschrieben wurde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-teil-1-ausrustung\">Teil 1: Ausr\u00fcstung<\/h2>\n\n\n\n<p>Teil 1 dieses Beitrags widmet sich dem Thema Ausr\u00fcstung. Ein allzu starker Fokus auf dieses Thema ist meines Erachtens nicht zielf\u00fchrend. Allerdings geht\u2019s hier prim\u00e4r um taktische und <strong>sicherheitstechnische Aspekte<\/strong> \u2013 und ich denke, dass dieses Thema einen guten Einstieg darstellt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-achtung\">Achtung!<\/h3>\n\n\n\n<p>Alpinklettern ist gef\u00e4hrlich! Alle Anleitungen, Beschreibungen und Empfehlungen in diesem Beitrag erfolgen selbstverst\u00e4ndlich nach bestem Wissen und Gewissen. Vieles liegt jedoch im gro\u00dfen <strong>Graubereich zwischen Sicherheit und Effizienz<\/strong>. Manches entspricht wohl nicht den Herstellervorgaben zum Einsatz der Ausr\u00fcstung. Jeder Anwender muss f\u00fcr sich entscheiden, welche Techniken er \u00fcberblicken und verantworten kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Weder der Autor noch Bergfreunde.de k\u00f6nnen haftbar gemacht werden f\u00fcr eventuelle Nachteile oder Sch\u00e4den, die aus den Informationen dieses Beitrags resultieren.<\/p>\n\n\n<section class=\"bf-tipp has-image\"><div class=\"bf-tipp__image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Carlos-Rein_Profilbild-300x300-1.jpg\" alt=\"Carlos Rein \"><\/div><div class=\"bf-tipp__content\"><div class=\"bf-tipp__headline\">Ausr\u00fcstungstipp vom Experten<\/div><blockquote class=\"bf-tipp__quote\"><p>Weniger ist mehr &#8211; bei der Ausr\u00fcstung achte ich darauf, alles m\u00f6glichst vielseitig einsetzen zu k\u00f6nnen und so wenig wie m\u00f6glich zu spezialisieren.<\/p>\n<\/blockquote><p class=\"bf-tipp__byline\"><a class=\"bf-tipp__byline-link\" href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/about\/carlos-rein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bergfreund Carlos \u2014 Gearhead<\/a><\/p><\/div><\/section>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wichtige-teile-aus-der-zweiten-reihe\">Wichtige Teile aus der zweiten Reihe<\/h2>\n\n\n\n<p>Wahrscheinlich denken wir beim Thema Kletterausr\u00fcstung haupts\u00e4chlich an Seil, Gurt, Helm, Schuhe und diverse Hardware. Hier werfen wir aber einen Blick auf andere Teile:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-leichte-zustiegsschuhe\">Leichte Zustiegsschuhe<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/02_Schneller-Zustieg-mit-Stoecken-und-Trailrunningschuhen.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/02_Schneller-Zustieg-mit-Stoecken-und-Trailrunningschuhen-300x225.jpg\" alt=\"Wanderer auf einem Berg\" class=\"wp-image-46007\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 2: Schneller Zustieg mit St\u00f6cken und Trailrunningschuhen.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Devise bei der Auswahl des richtigen <strong>Schuhwerks<\/strong> f\u00fcr <strong>Zu- und Abstieg<\/strong>: So wenig wie m\u00f6glich! Klar, Sicherheit steht an erster Stelle. <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/laufschuhe\/\">Laufschuhe<\/a> sind im hart gefrorenen Altschneefeld suboptimal. Nur w\u00e4ren ausgelatschte <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/wanderschuhe\/\">Wanderstiefel<\/a> ebenfalls suboptimal, wenn es eigentlich ein Eisger\u00e4t oder <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/steigeisen\/\">Steigeisen<\/a> br\u00e4uchte.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Praxis l\u00e4sst sich mit guten <strong>Trailrunningschuhen<\/strong> mehr machen, als man denkt \u2013 Vorsicht allerdings auf glatten Granitplatten oder \u00e4hnlichem: mit dem typischen Stollenprofil kommt man hier schnell ins \u201eSchwimmen\u201c! Im felsigen, technisch schwierigen Gel\u00e4nde also besser auf leichte <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/approachschuhe\/\">Approachschuhe<\/a> mit flacher Sohle und guter Kantenstabilit\u00e4t setzen. Au\u00dferdem hilfreich sind stabile (!) Schlaufen zum Anh\u00e4ngen der Schuhe.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-faltstocke\">Faltst\u00f6cke<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/03_Gute-Faltstoecke-mit-Fixlaenge-mit-Allround-Tellern-links-und-Micro-Tellern-rechts.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/03_Gute-Faltstoecke-mit-Fixlaenge-mit-Allround-Tellern-links-und-Micro-Tellern-rechts.jpg\" alt=\"Faltst\u00f6cke\" class=\"wp-image-46008\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 3: Gute Faltst\u00f6cke mit Fixl\u00e4nge mit Allround-Tellern (links) und Micro-Tellern (rechts).<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>F\u00fcr l\u00e4ngere oder auch schnelle Zustiege geh\u00f6ren hochwertige, <strong>leichte Faltst\u00f6cke<\/strong> zum wichtigsten Handwerkszeug. Ideal sind Modelle mit Fixl\u00e4nge, also ohne die M\u00f6glichkeit, die L\u00e4nge zu variieren. F\u00fcr rein sommerliche Aktionen reichen Micro-Teller, f\u00fcr einen vielseitigeren Einsatz (Zustiege im Schnee, Hochtouren) sollte man St\u00f6cke mit austauschbaren Tellern w\u00e4hlen. (siehe Bild 3)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-rucksack\">Rucksack<\/h3>\n\n\n\n<p>Die \u201eNose\u201c am El Capitan kletterten Flo und ich mit einem einzelnen 16-l-Rucksack. Dieses Beispiel zeigt, dass es f\u00fcr gro\u00dfe Touren nicht zwangsl\u00e4ufig gro\u00dfe Rucks\u00e4cke braucht. Etwas vereinfacht dargestellt gehe ich beim Packen folgenderma\u00dfen vor:<\/p>\n\n\n\n<p>Erste \u00dcberlegung: <strong>Mit welchem Rucksack am R\u00fccken l\u00e4sst sich die jeweilige Route gut klettern?<\/strong> Oder: <strong>Welcher Rucksack w\u00fcrde am wenigsten st\u00f6ren<\/strong>? Mir ist beispielsweise eine kurze R\u00fcckenl\u00e4nge wichtig, damit ich uneingeschr\u00e4nkten Zugriff auf den Chalkbag habe. Und: Wie robust sollte das Material sein? Geht\u2019s durch Kamine oder wird gar gehault?<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/04_Ein-Rucksack-mit-16-l-Volumen-reicht-fuer-viele-Aktionen-aus.-Foto-F.-Boebel.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/04_Ein-Rucksack-mit-16-l-Volumen-reicht-fuer-viele-Aktionen-aus.-Foto-F.-Boebel-225x300.jpg\" alt=\"Kletterer am Fels\" class=\"wp-image-46009\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 4: Ein Rucksack mit 16 l Volumen reicht f\u00fcr viele Aktionen aus. Foto F. B\u00f6bel.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Zweite \u00dcberlegung: <strong>Wie m\u00fcssen wir uns organisieren, um den Materialtransport hinzubekommen?<\/strong> Kommt man nach einer Klettertour zur\u00fcck zum Einstieg, ist es eine gute L\u00f6sung, mit drei Rucks\u00e4cken zu planen: zwei gr\u00f6\u00dfere f\u00fcr den Zustieg und einen zus\u00e4tzlichen, deutlich kleineren f\u00fcr die Wand. Oder mit einem kleineren und einem gr\u00f6\u00dferen Rucksack zusteigen und den gr\u00f6\u00dferen am Einstieg zur\u00fccklassen. (siehe Bild 4)<\/p>\n\n\n\n<p>Wird nichts am Einstieg zur\u00fcckgelassen und dementsprechend das gesamte Material durch die Wand getragen, sollte man versuchen, mit ein bis zwei m\u00f6glichst kleinen Rucks\u00e4cken auszukommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig ist eine zuverl\u00e4ssige Schlaufe, zum Anh\u00e4ngen des Rucksacks. Die vorhandene Trageschlaufe sollte man im Zweifelsfall zuhause mal testen, also ordentlich belasten, oder sie irgendwie verst\u00e4rken! Zum schnellen Anh\u00e4ngen am Standplatz fixiere ich an der Trageschlaufe eine kleine Schlinge mit <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/karabiner-express-sets\/\">Karabiner<\/a>. (siehe Bild 5)<\/p>\n\n\n\n<p>Unn\u00f6tigen Schnickschnack am besten entfernen. Irgendwann sollte man wissen, welche Ausstattung man braucht \u2013 und den Rest dann entsorgen. Bei <strong>Mini-Rucks\u00e4cken<\/strong> (Bereich 12 l) am besten auch den Bauchgurt abtrennen. Bei gr\u00f6\u00dferen Modellen die st\u00f6renden H\u00fcftflossen entfernen. Ein d\u00fcnner Bauchgurt reicht aus!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-dunne-lederhandschuhe\">D\u00fcnne Lederhandschuhe<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>D\u00fcnne Lederhandschuhe<\/strong> mit gutem Griffgef\u00fchl haben sich im alpinen Gel\u00e4nde oft bezahlt gemacht: f\u00fcr Zu- und Abstiege (Altschnee, Fixseile, Schrofen, scharfer Fels, \u2026), das Sichern und Abseilen und nat\u00fcrlich auch als K\u00e4lteschutz. Also mitnehmen! (siehe Bild 6)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wasserflaschen\">Wasserflaschen<\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr <strong>sommerliche Tagestouren<\/strong> keine fetten Bomben \u2013 besser kleinere Flaschen verwenden. Beispiel: anstelle der klassischen 1-l-Nalgene zwei gew\u00f6hnliche 0,5-l-PET-Flaschen mit selbstgebastelter Aufh\u00e4ngung. Ist eine solche Flasche leer, kann man sie plattdr\u00fccken und gewinnt Volumen im Rucksack. Sollte ein Flasche verloren oder kaputt gehen, hat man noch eine zweite. (siehe Bild 7)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-3 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/05_Kletterrucksack-mit-vorbereiteter-Aufhaengung.-Foto-F.-Miller.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" data-id=\"45710\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/05_Kletterrucksack-mit-vorbereiteter-Aufhaengung.-Foto-F.-Miller.jpg\" alt=\"Kletterrucksack mit vorbereiteter Aufh\u00e4ngung\" class=\"wp-image-45710\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/05_Kletterrucksack-mit-vorbereiteter-Aufhaengung.-Foto-F.-Miller.jpg 600w, https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/05_Kletterrucksack-mit-vorbereiteter-Aufhaengung.-Foto-F.-Miller-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/06_Fuers-Alpinklettern-geeignete-Lederhandschuhe.-Foto-F.-Miller.png\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"732\" data-id=\"41685\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/06_Fuers-Alpinklettern-geeignete-Lederhandschuhe.-Foto-F.-Miller.png\" alt=\"F\u00fcrs Alpinklettern geeignete Lederhandschuhe\" class=\"wp-image-41685\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/06_Fuers-Alpinklettern-geeignete-Lederhandschuhe.-Foto-F.-Miller.png 1024w, https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/06_Fuers-Alpinklettern-geeignete-Lederhandschuhe.-Foto-F.-Miller-300x214.png 300w, https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/06_Fuers-Alpinklettern-geeignete-Lederhandschuhe.-Foto-F.-Miller-768x549.png 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/07_PET-Flaschen-05-l-und-1-l-mit-Aufhaengung.-Foto-F.-Miller-1.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"732\" data-id=\"41689\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/07_PET-Flaschen-05-l-und-1-l-mit-Aufhaengung.-Foto-F.-Miller-1.jpg\" alt=\"PET-Flaschen 0,5 l und 1 l mit Aufh\u00e4ngung\" class=\"wp-image-41689\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/07_PET-Flaschen-05-l-und-1-l-mit-Aufhaengung.-Foto-F.-Miller-1.jpg 1024w, https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/07_PET-Flaschen-05-l-und-1-l-mit-Aufhaengung.-Foto-F.-Miller-1-300x214.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/07_PET-Flaschen-05-l-und-1-l-mit-Aufhaengung.-Foto-F.-Miller-1-768x549.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-langenverstellbare-selbstsicherungsschlinge\">L\u00e4ngenverstellbare Selbstsicherungsschlinge<\/h3>\n\n\n\n<p>Alles mit dem Seil l\u00f6sen? Sollte man k\u00f6nnen und gleichzeitig vermeiden. Eine am Gurt installierte <strong>l\u00e4ngenverstellbare Selbstsicherungsschlinge<\/strong> bringt in den unterschiedlichsten Situationen enorme Vorteile.<\/p>\n\n\n\n<p>Mittlerweile gibt es interessante Modelle, bestehend aus einem Seilst\u00fcck (gutes Energieaufnahmeverm\u00f6gen) und einer Seilklemme f\u00fcr die L\u00e4ngenverstellung. Mit der Zeit wird man sich mit dem Umstand arrangieren, dass sie \u201eim Weg\u201c sein kann (ich stecke die Seilschlaufe meiner Selbstsicherungsschlinge beim Klettern in die Beinschlaufe, wo sie nicht gro\u00df st\u00f6rt).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Achtung<\/strong>: Es gibt \u00e4hnliche Konstruktionen aus Bandmaterial, die aufgrund niedriger Bruchlasten nicht als Selbstsicherungsschlingen verwendet werden d\u00fcrfen!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-keile-und-cams\">Keile und Cams<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/08_Perfekt-absicherbarer-Riss-an-der-Aguja-Saint-Exupery-Patagonien.-Foto-T.-Werner.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/08_Perfekt-absicherbarer-Riss-an-der-Aguja-Saint-Exupery-Patagonien.-Foto-T.-Werner-300x225.jpg\" alt=\"Kletterer am Fels\" class=\"wp-image-46011\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 8: Perfekt absicherbarer Riss an der Aguja Saint Exupery, Patagonien. Foto T. Werner.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Viele Routen lassen sich gut mit <strong>mobilen Sicherungsmitteln<\/strong> absichern. Je nach Gesteinsart und \u00e4u\u00dferen Bedingungen kann der Einsatz von Keilen und Cams allerdings auch ern\u00fcchternd sein: Man bringt einfach nichts unter, und wenn doch, dann h\u00e4lt das Zeug (wahrscheinlich) nicht. Daf\u00fcr kostet das Anbringen der Sicherungen Zeit und Kraft und bringt letztendlich nur zus\u00e4tzliche Seilreibung. (siehe Bild 8)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was also tun?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Wir brauchen ein gutes <strong>Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Funktionsweise<\/strong> unseres Materials, viel Routine in der Anwendung und \u2013 ganz wichtig \u2013 den Blick f\u00fcr geeignete Placements. Also im Klettergarten \u00fcben, inklusiv <strong>Testst\u00fcrzen<\/strong> (nat\u00fcrlich <strong>hintersichert<\/strong> und nur dort, wo keine Besch\u00e4digung der Routen zu bef\u00fcrchten ist).<\/li>\n\n\n\n<li>Wir sollten die <strong>Eigenheiten verschiedener Gebiete<\/strong> bzw. Gesteinsarten kennen. Welche Ger\u00e4te funktionieren besser oder schlechter? Ist bekannt, dass Cams nicht halten, weil der Fels sehr glatt ist? Braucht es spezielle Cams, die besser in L\u00f6cher passen?<\/li>\n\n\n\n<li><\/li>\n<\/ol>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/09_Gnadenlos-pumpiges-Gelaende-ohne-Ordnung-am-Gurt-hat-man-ein-Problem.-Foto-F.-Koch.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/09_Gnadenlos-pumpiges-Gelaende-ohne-Ordnung-am-Gurt-hat-man-ein-Problem.-Foto-F.-Koch-300x225.jpg\" alt=\"Kletterer am Fels\" class=\"wp-image-46012\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 9: Gnadenlos pumpiges Gel\u00e4nde &#8211; ohne Ordnung am Gurt hat man ein Problem. Foto F. Koch.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ums Material k\u00fcmmern: alles regelm\u00e4\u00dfig checken, Cams schmieren, Dr\u00e4hte von Klemmkeilen zurechtbiegen usw.<\/p>\n\n\n\n<li>Es braucht eine gute Organisation des Materials am Gurt:\n<ul>\n<li>Nicht zu viele Keile in einem Karabiner. Im Zweifelsfall zwei B\u00fcndel: eins mit den gro\u00dfen Keilen, eins mit den kleinen.&nbsp;<strong>Klemmkeilentferner<\/strong> separat, mit eigenem (kleinen) Karabiner.<\/li>\n<li>Jeder Cam bekommt seinen eigenen, farblich passenden Karabiner.&nbsp;<strong>Cams und Keile<\/strong> am Gurt ordnen (z. B. alle Cams eines Typs auf einer Seite, kleine vorne, gro\u00dfe hinten). (siehe Bild 9)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n\n\n\n<li>Wer <strong>traditionelles Alpinklettern<\/strong> auf einem h\u00f6heren Niveau betreiben will, sollte \u00fcber folgendes Material nachdenken, um seine M\u00f6glichkeiten zu erweitern und seine Sicherheit zu erh\u00f6hen:\n<ul>\n<li><\/li><\/ul><\/li>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/10_DMM-Dragonfly-und-Totemcams-mit-passenden-Karabinern-Foto-F.-Miller.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/10_DMM-Dragonfly-und-Totemcams-mit-passenden-Karabinern-Foto-F.-Miller-300x225.jpg\" alt=\" DMM Dragonfly- und Totemcams mit passenden Karabinern\" class=\"wp-image-46013\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 10: DMM Dragonfly- und Totemcams mit passenden Karabinern. Foto F. Miller.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ein paar Aliens oder <strong>vergleichbare Klemmger\u00e4te<\/strong> (z. B. DMM Dragonfly oder Metolius Master Cam). F\u00fcr den typischen Einsatz beim Alpinklettern sind m. E. Gr\u00f6\u00dfen ab 7 kN angegebener Bruchlast interessant. Die <strong>kleinsten Ausf\u00fchrungen<\/strong> oder auch <strong>Offset-Varianten<\/strong> k\u00f6nnen nat\u00fcrlich goldwert sein, prim\u00e4r aber bei sehr schwierigen Granitrouten, Techno-Routen usw. (pauschale Empfehlungen sind schwierig).<\/p>\n\n\n\n<li>Ein paar <strong>Totem Cams<\/strong>, insbesondere die mittleren Gr\u00f6\u00dfen (lila, gr\u00fcn und rot). (siehe Bild 10)<\/li>\n\n\n\n<li>Ein paar Tricams f\u00fcr feuchte, <strong>dreckige oder unregelm\u00e4\u00dfige Risse<\/strong> sowie f\u00fcr kleine L\u00f6scher. Ja, das Legen und Entfernen ist etwas m\u00fchevoll&#8230; aber wenn sonst nichts geht!<\/li>\n\n\n\n<li><\/li>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/11_Verschiedene-Offsetkeile-DMM-Rocks-Wild-Country-und-Hexentrics-Black-Diamond.-Foto-F.-Miller.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/11_Verschiedene-Offsetkeile-DMM-Rocks-Wild-Country-und-Hexentrics-Black-Diamond.-Foto-F.-Miller-300x225.jpg\" alt=\"Offsetkeile\" class=\"wp-image-46014\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 11: Verschiedene Offsetkeile (DMM), Rocks (Wild Country) und Hexentrics (<a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/marken\/black-diamond\/\">Black Diamond<\/a>). Foto F. Miller.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Offset-Keile<\/strong>. Empfehlung: DMM Offset Nuts sowie DMM Brass Offsets Gr. 4 bis 6.<\/p>\n\n\n\n<li>Ein paar moderne Hexentrics. Pers\u00f6nlich verwende ich sie \u00fcberwiegend im Winter, aber auch im Sommer sind sie immer wieder einmal Cams \u00fcberlegen. Entscheidend ist auch hier die Option der <strong>Offset-Positionierung<\/strong>. Bei Bedarf kann man sie zus\u00e4tzlich mit dem Hammer festklopfen. (siehe Bild 11)<\/li>\n\n\n\n<li>Ein paar l\u00e4ngere Exen (25 cm Schlingenl\u00e4nge) \u2013 die <strong>zus\u00e4tzliche Schlingenl\u00e4nge<\/strong> macht sich am <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/klettergurte\/\">Klettergurt<\/a> nicht bemerkbar, der Effekt kann aber enorm sein!<\/li>\n\n\n\n<li>Akzeptieren, dass in gewissen Bereichen mit Hammer und Haken gearbeitet werden muss.<\/li>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-hammer-und-haken\">Hammer und Haken<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/12_Tradklettern-am-Monte-Casale-Sarcatal.-Foto-F.-Miller.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/12_Tradklettern-am-Monte-Casale-Sarcatal.-Foto-F.-Miller-300x225.jpg\" alt=\"Kletterer am Monte Casale\" class=\"wp-image-46015\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 12: Tradklettern am Monte Casale, Sarcatal. Foto F. Miller.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Sind <strong>Felshammer und Normalhaken<\/strong> f\u00fcr dich unbekannte Wesen oder Relikte vergangener Zeiten? Dann solltest du deinen Standpunkt noch einmal \u00fcberdenken. In den klassischen Routen der Dolomiten oder des Sarcatals beispielsweise sind Normalhaken nach wie vor Sicherungsmittel Nummer eins, Alpenweit spielen sie bei der Absicherung von Abenteuerrouten eine entscheidende Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4ngt unser Leben von ein paar Haken ab, die irgendjemand irgendwann einmal in die Wand gedroschen hat, dann sollten wir das nicht als Schicksal verstehen. Vorhandene <strong>Normalhaken<\/strong> kann man mit einem Felshammer pr\u00fcfen und m\u00f6glicherweise auch nachschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fchrt man auch nur eine kleine Auswahl an Haken mit, erweitert dies die Optionen enorm, insbesondere beim Standplatzbau und beim Einrichten von Abseilstellen. Dar\u00fcber hinaus kann der Felshammer als <strong>Allround-Werkzeug<\/strong> verstanden werden: zum Festklopfen von Klemmkeilen, f\u00fcrs Ausr\u00e4umen von Rissen, zum Stufenschlagen im Eis und f\u00fcr vieles mehr. (siehe Bild 13)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-welche-haken-sollte-man-mitfuhren\">Welche Haken sollte man mitf\u00fchren?<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/13_Leichter-Kletterhammer-Knifeblades-schmale-und-breite-Fiechtelhaken-Z-Profilhaken-V-Profilhaken-Pecker-Gr.-2-u.-3.-Foto-F.-Miller-1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/13_Leichter-Kletterhammer-Knifeblades-schmale-und-breite-Fiechtelhaken-Z-Profilhaken-V-Profilhaken-Pecker-Gr.-2-u.-3.-Foto-F.-Miller-1.jpg\" alt=\"Leichter Kletterhammer, Knifeblades und schmale und breite Fichtelhaken.\" class=\"wp-image-45583\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 13: Leichter Kletterhammer, Knifeblades und schmale und breite Fichtelhaken. Foto F. Miller.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>F\u00fcr eine <strong>moderate Felsroute<\/strong> in den Dolomiten w\u00fcrde ich beispielsweise ein bis zwei Knifeblades, einen mittleren Fichtelhaken und vielleicht noch einen mittleren V-Profilhaken einpacken \u2013 also insgesamt nur zwei bis vier Haken.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr eine Aktion im Granit statt dem Fichtelhaken beispielsweise einen d\u00fcnnen Z-Profilhaken. Da Normalhaken vergleichsweise schwer sind, machen manche Typen und Gr\u00f6\u00dfen mehr Sinn als andere. Ein Beispiel: Statt massiven Hartstahl-Schmiedehaken sollte man beim klassischen Alpinklettern besser d\u00fcnne Profilhaken verwenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Empfehlenswert sind Haken mittlerer L\u00e4nge. Sollten sie einmal zu lang sein, kann man sie meist mit einer d\u00fcnnen Bandschlinge abbinden. Bei geschlossenem Fels halten \u201eBeaks\u201c wie die Peckers von Black Diamond in der Regel am besten. Ab der Gr\u00f6\u00dfe 2 (mittlere Gr\u00f6\u00dfe) sind diese Haken nach meinen Erfahrungen auch zum Halten von gr\u00f6\u00dferen St\u00fcrzen geeignet.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/14_Seilschaft-in-der-Via-Classica-Tofana-di-Rozes-Suedwand.-Foto-F.-Miller.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/14_Seilschaft-in-der-Via-Classica-Tofana-di-Rozes-Suedwand.-Foto-F.-Miller-225x300.jpg\" alt=\"Kletterer an der Via Classica, Tofana di Rozes S\u00fcdwand\" class=\"wp-image-46021\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 14: Seilschaft in der Via Classica, Tofana di Rozes S\u00fcdwand. Foto F. Miller.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Wenig hilfreich sind \u00fcbrigens die g\u00e4ngigen Empfehlungen bzgl. <strong>Hakentyp<\/strong> (Hartstahl\/Weichstahl) und Gestein sowie Einstecktiefe vor dem Einschlagen. Zwar sollte man in hartem Gestein wie Granit oder Gneis Hartstahlhaken einsetzen, viel mehr l\u00e4sst sich pauschal allerdings nicht sagen. Stattdessen gilt: \u00dcbung macht den Meister.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Setzen von Normalhaken beinhaltet logischerweise eine gro\u00dfe handwerkliche Komponente und verlangt ein gutes Gesp\u00fcr f\u00fcr die Materie. Sucht euch Felsen, wo ihr keinen gr\u00f6\u00dferen Schaden anrichten k\u00f6nnt und es niemanden st\u00f6rt, und macht euch an die Arbeit!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-welches-seil-fur-welchen-zweck\">Welches Seil f\u00fcr welchen Zweck?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Eigenschaften des Seils spielen eine gro\u00dfe Rolle. Gleichzeitig handelt es sich beim Seil um einen Verschlei\u00dfartikel \u2013 es muss zwangsl\u00e4ufig hin und wieder ein neues erworben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Daraus folgt: <strong>unbedingt mehrgleisig fahren<\/strong>! Um das Feld etwas einzugrenzen, bleiben wir thematisch beim Mehrseill\u00e4ngen-Felsklettern. Und um es nicht zu kompliziert zu machen, n\u00e4hern wir uns dem Thema mit ein paar Beispielen an (ausgehend von einer 2er-Seilschaft, sofern nicht anders beschrieben):<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Die Leichtkletterei<\/strong>: Eine lange Route mit einfacher Kletterei, teils gesichert, teils seilfrei.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier bietet sich ein d\u00fcnnes 50-m-Einfachseil an. Hintergrund: Mit einem solchen Seil gehen die <strong>Sicherungsman\u00f6ver<\/strong> einfacher von der Hand und es l\u00e4sst sich f\u00fcr die Passagen mit ungesicherter Kletterei schneller aufnehmen und st\u00f6rt weniger. Mein Standard-Seil daf\u00fcr: Edelrid Swift 8,9 mm. Erg\u00e4nzend kann eine Rapline f\u00fcr l\u00e4ngere Abseilstrecken mitgef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/15_Anwendung-der-Halbseiltechnik-in-der-Bonatti-Fuehre-Grand-Capucin.-Foto-M.-Schuster.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/15_Anwendung-der-Halbseiltechnik-in-der-Bonatti-Fuehre-Grand-Capucin.-Foto-M.-Schuster-300x225.jpg\" alt=\"Kletterer am Bonatti-F\u00fchre, Grand Capucin\" class=\"wp-image-46016\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 15: Anwendung der Halbseiltechnik in der Bonatti-F\u00fchre, Grand Capucin. Foto M. Schuster.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>2. Die klassische Alpinkletterei<\/strong>: Eine <strong>Route mit<\/strong> <strong>gemischter Absicherung<\/strong>, m\u00f6glicherweise schwieriger Zu- und Abstieg, der gewisse Seilman\u00f6ver erfordert.<\/p>\n\n\n\n<p>Um in dieser Situation flexibel zu sein, kommen moderne, nicht zu dicke Halbseile mit 50 m L\u00e4nge zum Einsatz. 60-m-Seile gingen nat\u00fcrlich auch. Nur: weshalb sollte man sich das antun? Viele Seilschaften sind unter anderem deshalb langsam, weil sie sich mit unn\u00f6tig langen Seilen herumschlagen. Mein <strong>Allround-Seil<\/strong> daf\u00fcr: Edelrid Apus 7,9 mm. Mit diesem Seil lassen sich diverse sicherungstechnische Ans\u00e4tze vern\u00fcnftig umsetzen! (siehe Bild 15)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Alpinklettern in der 3er-Seilschaft:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es wird komplizierter: Je nach Gel\u00e4nde, K\u00f6rpergewicht der Nachsteiger und weiteren Faktoren (Kletterk\u00f6nnen, Eigenverantwortung, \u2026) sollten Halbseile mit einem gr\u00f6\u00dferen Durchmesser verwendet werden. Es geht hier prim\u00e4r um die <strong>Sicherheit der Nachsteiger<\/strong> bei einem m\u00f6glichen Kanteneinfluss im Sturzfall.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/16_Zu-dritt-und-im-Winter-in-der-Cassin-Fuehre-Westliche-Zinne-Nordwand.-Foto-F.-Miller.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/16_Zu-dritt-und-im-Winter-in-der-Cassin-Fuehre-Westliche-Zinne-Nordwand.-Foto-F.-Miller-300x225.jpg\" alt=\"Kletterer in der Cassin-F\u00fchre, Westliche Zinne Nordwand.\" class=\"wp-image-46017\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 16: Zu dritt und im Winter in der Cassin-F\u00fchre, Westliche Zinne Nordwand. Foto F. Miller.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Aber auch die psychologische Wirkung des Seildurchmessers sollte nicht untersch\u00e4tzt werden. Es gilt also gut abzuw\u00e4gen und sich im Team f\u00fcr eine Option zu entscheiden. Als Bergf\u00fchrer setze ich \u00f6fters auf die Kombination eines d\u00fcnnen Einfachseils und eines kr\u00e4ftigen Halbseils (8,5 mm), um in gewissen Situationen variabler zu sein. Mit dieser L\u00f6sung habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht, und ich denke, dass sie auch unabh\u00e4ngig von der F\u00fchrungs-Situation vorteilhaft sein kann. Eine leichte L\u00f6sung sind die neuen Starling Protect Halbseile (8,2 mm) von Edelrid. Deren Seilmantel ist mit Aramid-Fasern verst\u00e4rkt, wodurch sich die Schnittfestigkeit an Felskanten deutlich erh\u00f6ht!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Die alpine Sportkletterei:<\/strong> Eine l\u00e4ngere Route mit <strong>guter Bohrhakenabsicherung<\/strong>. Tendenziell h\u00f6here Schwierigkeitsgrade, mitunter auch lange Seill\u00e4ngen mit bis zu 60 m L\u00e4nge.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/17_Alpines-Sportklettern-in-der-Route-Inox-Schoellenen.-Foto-F.-Miller.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/17_Alpines-Sportklettern-in-der-Route-Inox-Schoellenen.-Foto-F.-Miller-300x225.jpg\" alt=\"Sportklettern in der Route Inox, Sch\u00f6llenen\" class=\"wp-image-46018\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 17: Alpines Sportklettern in der Route Inox, Sch\u00f6llenen. Foto F. Miller.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Hier bieten sich 60-m-Zwillingsseile an. Moderne Zwillingsseile wie z. B. das Edelrid Skimmer 7,1 mm sind zwar als auch als Halbseil zertifiziert, pers\u00f6nlich ordne ich sie aber nach wie vor als Zwillingsseile ein und verwende sie beim Felsklettern aus verschiedenen Gr\u00fcnden nicht als Halbseil.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber: Bringen diese ultrad\u00fcnnen Seile \u00fcberhaupt nennenswerte Vorteile? Ich w\u00fcrde sagen: ja, auf jeden Fall! Gerade leichtere Kletterer profitieren enorm vom geringeren Seilgewicht und dem dadurch reduzierten Seilzug. Auch funktioniert die Halbmastwurfsicherung bei d\u00fcnnen Doppelseilen deutlich besser. Und wer insgesamt auf leichtes Material setzt, findet bei insgesamt 120 m Seil viel Sparpotential. Allerdings braucht es unbedingt ein <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/sicherungs-abseilgeraete\/\">Sicherungsger\u00e4t<\/a> mit ausreichender Bremskraft!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>5. Moderates Gel\u00e4nde (mit Fu\u00dfabstieg):<\/strong> Eher k\u00fcrzere Routen mit<strong> gut \u00fcberschaubarem Gesamtanspruch<\/strong>.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/18_Entspanntes-Klettern-an-der-Reutlinger-Wand-Verwall.-Foto-F.-Miller.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/18_Entspanntes-Klettern-an-der-Reutlinger-Wand-Verwall.-Foto-F.-Miller-300x225.jpg\" alt=\"Klettern an der Reutlinger Wand\" class=\"wp-image-46019\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 18: Entspanntes Klettern an der Reutlinger Wand, Verwall. Foto F. Miller.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Pers\u00f6nlich klettere ich in einem solchen Gel\u00e4nde am liebsten mit einem 60 m langen, mitteldicken Einfachseil (z. B. 9,8 mm) mit gutem Handling (nicht zu steif). Im Falle eines R\u00fcckzugs muss man mit 30 m Abseill\u00e4nge klarkommen, was wahrscheinlich bedeutet, dass man nicht immer von Stand zu Stand kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Man sollte also in der Lage sein, Fixpunkte zu bewerten und ggf. Abseilstellen einzurichten. Warum kein Doppelseil? Mit dem Einfachseil l\u00e4uft\u2019s einfach besser und macht mehr Laune. (siehe Bild 18)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>6. \u00dcberh\u00e4ngendes, schwieriges Gel\u00e4nde:<\/strong> Es geht in Richtung <strong>Freikletter-Bigwall<\/strong>, wobei die W\u00e4nde gar nicht so hoch sein m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Entscheidend ist, dass Vor- und Nachsteiger nur mit dem N\u00f6tigsten am Gurt und ohne Rucksack klettern k\u00f6nnen. Geklettert wird mit einem mitteldicken Einfachseil (z. B. 9,8 mm) mit gutem Handling (nicht zu steif). Das Gep\u00e4ck wird mit einem zweiten, d\u00fcnnen Seil oder einer speziellen Leine nachgezogen. (siehe Bild 19)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>7. Besonders lange Routen, Encha\u00eenements, und schnelle Begehungen<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p>Schnelle Seilman\u00f6ver wie auch das Simultanklettern (mit Seilklemmen als R\u00fccklaufsperren) erfordern den Einsatz eines Einfachseils. L\u00e4nge und Durchmesser m\u00fcssen auf die jeweilige Route abgestimmt sein. Wichtig ist, dass das Zusammenspiel von Seil und Sicherungsger\u00e4t(en) sowie Seilklemmen perfekt funktioniert!&nbsp;Nicht nur bei erh\u00f6hter Gefahr durch Felskanten empfiehlt sich ein etwas kr\u00e4ftigeres Seil bzw. ein Seil mit einem st\u00e4rkeren Mantel (z. B. Edelrid Swift Protect 8,9 mm). Auf jeden Fall sollte der Mantel des Seils in einem guten Zustand sein! Erg\u00e4nzend kann eine Rapline f\u00fcr l\u00e4ngere Abseilstrecken sinnvoll sein. (siehe Bild 20)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-2 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/19_Mit-Einfachseil-und-Haul-Line-in-der-Schweizer-Fuehre-Westliche-Zinne-Nordwand.-Foto-L.-Binder-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"732\" data-id=\"41770\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/19_Mit-Einfachseil-und-Haul-Line-in-der-Schweizer-Fuehre-Westliche-Zinne-Nordwand.-Foto-L.-Binder-1.jpg\" alt=\"Mit Einfachseil und Haul Line in der Schweizer-F\u00fchre, Westliche Zinne Nordwand.\" class=\"wp-image-41770\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/19_Mit-Einfachseil-und-Haul-Line-in-der-Schweizer-Fuehre-Westliche-Zinne-Nordwand.-Foto-L.-Binder-1.jpg 1024w, https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/19_Mit-Einfachseil-und-Haul-Line-in-der-Schweizer-Fuehre-Westliche-Zinne-Nordwand.-Foto-L.-Binder-1-300x214.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/19_Mit-Einfachseil-und-Haul-Line-in-der-Schweizer-Fuehre-Westliche-Zinne-Nordwand.-Foto-L.-Binder-1-768x549.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20_Mit-Einfachseil-und-Rapline-am-Salbit-Westgrat.-Foto-F.-Miller.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"600\" data-id=\"45714\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20_Mit-Einfachseil-und-Rapline-am-Salbit-Westgrat.-Foto-F.-Miller.jpg\" alt=\"Mit Einfachseil und Rapline am Salbit Westgrat.\" class=\"wp-image-45714\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20_Mit-Einfachseil-und-Rapline-am-Salbit-Westgrat.-Foto-F.-Miller.jpg 450w, https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20_Mit-Einfachseil-und-Rapline-am-Salbit-Westgrat.-Foto-F.-Miller-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klar, Alpinklettern findet irgendwo drau\u00dfen in den Bergen statt, in gro\u00dfen W\u00e4nden, an langen Felsgraten. 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