{"id":66550,"date":"2022-11-08T13:42:00","date_gmt":"2022-11-08T12:42:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/zelten-im-winter\/"},"modified":"2023-04-12T12:09:56","modified_gmt":"2023-04-12T10:09:56","slug":"zelten-im-winter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/zelten-im-winter\/","title":{"rendered":"Zelten im Winter &#8211; das umfassende K\u00e4ltetuning"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Zelten-Winter-Tipps.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Zelten-Winter-Tipps.jpg\" alt=\"Zelten im Winter: das umfassende K\u00e4ltetuning\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wer im Winter zelten m\u00f6chte, sollte einige Tipps beherzigen, um nicht von b\u00f6sen \u00dcberraschungen geweckt zu werden.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Bei Eis und Schnee, bilden Haut und Muskeln so etwas wie die letzte \u201eVerteidigungslinie\u201c gegen die K\u00e4lte. Und auch die Wichtigste, denn wenn du komplett durchfroren bist, helfen auch die cleveren Techniktipps und coolen Equipment-Hacks nur noch eingeschr\u00e4nkt weiter. Deshalb ist es in der kalten Jahreszeit ganz besonders wichtig, das Wintercampen an den individuellen Fitnessstand und das Leistungsverm\u00f6gen anzupassen. Noch mehr als im Sommer gilt es, zur\u00fcckhaltend und mit Reserven zu planen, auch als K\u00e4ltetuning bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Weil ein richtig konfiguriertes K\u00f6rper-Geist-System f\u00fcr das Zelten im Winter so wichtig ist, gehe ich bei diesem Artikel \u201evon innen nach au\u00dfen\u201c vor. Erst kommt das <strong>K\u00e4ltetuning f\u00fcr K\u00f6rper und Geist<\/strong>&nbsp;mit einem anschlie\u00dfenden <strong>Kurzportrait der K\u00e4lte<\/strong>. Denn wenn man deren Prinzipien und Wege kennt, muss man nicht tausend Strategien und Tricks auswendig lernen, sondern kann sich selbst welche einfallen lassen. Anschlie\u00dfend folgen <strong>Tipps rund ums \u00dcbernachten und Kochen<\/strong>, dann geht es an die \u00e4u\u00dferen \u201eK\u00e4lteschutzmauern\u201c: <strong>Kleidung, Schlafsack, <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/isomatten\/\">Isomatte<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/zelte\/\">Zelt<\/a>.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-kaltetuning-fur-korper-und-geist\"><strong>K\u00e4ltetuning f\u00fcr K\u00f6rper und Geist<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Fangen wir mit einer echten Neuigkeit an: K\u00e4lteempfinden und K\u00e4lteempfindlichkeit sind nicht von den Genen vorherbestimmt, sondern, \u00e4hnlich wie Muskeln, beeinfluss- und trainierbar. Diese erfreuliche Tatsache ist zwar nicht wirklich neu, doch offenbar vielen Bergfreunden nicht bekannt. W\u00e4re sie es, w\u00fcrde man diesem doch nicht ganz uninteressanten Punkt sicher mehr Aufmerksamkeit schenken. In den allermeisten Artikeln, die ich zu dem Thema gefunden habe, wurde das aber nur als Randnotiz oder gar nicht behandelt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-korper-kaltetraining\"><b>K\u00f6rper: K\u00e4ltetraining<\/b><\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Zelten-Winter-Eisbad.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Zelten-Winter-Eisbad.jpg\" alt=\"Zelten im Winter: das umfassende K\u00e4ltetuning\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das K\u00e4lteempfinden l\u00e4sst sich trainieren. Es hilft schon, im Winter \u00f6fters vor die T\u00fcr zu gehen oder Wechselb\u00e4der zu nehmen.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Kontrollierte Begegnungen mit der K\u00e4lte sind als Booster f\u00fcr Immunsystem und Gesundheit gerade ziemlich hip. Man trainiert f\u00fcr die K\u00e4lte, indem man regelm\u00e4\u00dfig auch im Winter vor die T\u00fcr geht, \u00f6fter mal kalt duscht (hier kann man sich langsam herantasten), Wechselb\u00e4der nimmt und sich nicht den ganzen Winter \u00fcber in dicke Schals und Polarklamotten einm\u00fcmmelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgel\u00f6st hat die Sache wohl ein leicht exzentrischer Holl\u00e4nder namens <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/tief-atmen-kalt-duschen-dranbleiben-was-kann-die-wim-hof-methode\/\">Wim Hof<\/a>. Der Mann ist so etwas wie ein lebendes Thermostat, das sich beim Tauchen im Polarmeer genauso wohlf\u00fchlt wie beim Marathon in der W\u00fcste. Da er dabei willentlich sein vegetatives Nervensystem steuert und weitere Dinge tut, die nach medizinischer Lehrmeinung unm\u00f6glich sind, tat man ihn lange Zeit als genetischen Sonderfall oder Scharlatan ab. Doch er lie\u00df sich wissenschaftlich untersuchen und fing an, Workshops zur <strong>\u201eWim Hof Methode\u201c<\/strong> zu geben. In einem regelm\u00e4\u00dfig stattfindenden Workshop gehen die Teilnehmer nach etwa einer Woche in T-Shirts und kurzen Hosen bergwandern \u2013 im Winter auf einen Gipfel an der polnisch tschechischen Grenze &#8211; K\u00e4ltetuning auf h\u00f6chstem Niveau<\/p>\n\n\n\n<p>Das soll \u00fcbrigens keine Werbung f\u00fcr irgendwelche Gurus oder Seminare sein. Erstens gibt es auch viele kostenlose Infos und zweitens ist es, soweit ich wei\u00df, die erste allgemein zug\u00e4ngliche Methode, durch die Ottonormalbergfreunde deutlich unempfindlicher gegen K\u00e4lte werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-geist-akzeptanz-und-gewohnung\"><b>Geist: Akzeptanz und Gew\u00f6hnung<\/b><\/h3>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Pfeiler des K\u00e4ltetunings ist die ver\u00e4nderte Einstellung zur K\u00e4lte: w\u00e4hrend wir gewohnt sind, nur ihren starren, lebensfeindlichen Aspekt zu sehen, vergessen wir meist das ebenfalls vorhandene, intensiv belebende Element (das man z.B. nach einer kalten Dusche genie\u00dfen kann). Wie pl\u00e4ttend und erm\u00fcdend ist dagegen die Luft im \u00fcberheizten B\u00fcro \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Solche sprichw\u00f6rtlichen \u201ewarmen Gedanken\u201c sind mehr als nur ein Witz am Rande. Im Gegenteil, ihre Wirkung kann durchschlagend sein. Die tibetische Tummo-Meditation, an die die Wim-Hof-Methode angelehnt ist, arbeitet mit Visualisierungen von Flammen, die zur Erzeugung von tats\u00e4chlicher K\u00f6rperw\u00e4rme beitragen \u2013 und zwar so viel, dass Fortgeschrittene damit (nach langer Praxis) die Eisschollen durchschmelzen, auf denen sie sitzen. Auch wenn unsereiner das wahrscheinlich nicht bis zum n\u00e4chsten Camping im Winter schafft, zeigt es doch, dass mit au\u00dfergew\u00f6hnlichem Wintertuning viel mehr m\u00f6glich ist, als die Schulweisheit uns tr\u00e4umen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-verdammt-es-wird-trotzdem-kalt\"><b>Verdammt, es wird trotzdem kalt!<\/b><\/h3>\n\n\n\n<p>Auch positive Einstellung und gute Eingew\u00f6hnung k\u00f6nnen nicht immer verhindern, dass man doch mal richtig schlottert. In dem Fall muss man hoch auf die Beine und irgendwie den Kreislauf in Schwung bringen: Kniebeugen, Hampelm\u00e4nner, Herumlaufen mit schweren Steinen oder was einem sonst so einf\u00e4llt. So lange, bis es w\u00e4rmer wird, ohne dass man schwitzt. Dann hat man sich den warmen Schlafsack redlich verdient!<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ganze funktioniert nat\u00fcrlich nur, wenn der K\u00f6rper noch Energiereserven hat. Ist man derma\u00dfen am Ende, dass nichts mehr geht, wird es Zeit, die Tourenplanung zu hinterfragen und \u00fcber einen (hoffentlich m\u00f6glichen) Abbruch nachzudenken\u2026<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-exkurs-was-ist-kalte\"><strong>Exkurs: Was ist K\u00e4lte?<\/strong><\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Zelten-Winter-Kaelte.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Zelten-Winter-Kaelte.jpg\" alt=\"Zelten im Winter: das umfassende K\u00e4ltetuning\" width=\"350\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein besseres Verst\u00e4ndnis f\u00fcr K\u00e4lte kann nicht nur hilfreich f\u00fcr Gegenma\u00dfnahmen sein, sondern m\u00f6gliche \u00c4ngste mindern.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Das bessere Verst\u00e4ndnis von K\u00e4lte hilft nicht nur beim K\u00e4ltetuning, sondern kann vielleicht auch unn\u00f6tige \u00c4ngste abbauen. Man kann Hitze und K\u00e4lte als Bewegungszust\u00e4nde betrachten: bei Hitze sind Molek\u00fcle in schneller Bewegung, bei K\u00e4lte sind sie langsamer oder gar nicht unterwegs. Je k\u00e4lter es wird, desto weniger bewegt sich, bis irgendwann alles starr ist. Da Bewegung bekanntlich Platz beansprucht, enth\u00e4lt ein Kubikmeter warme Luft weniger Luftmolek\u00fcle als ein Kubikmeter kalte Luft. In der kalten Luft sind die Molek\u00fcle dichter gestaffelt, weshalb kalte Luft \u201eschwerer\u201c ist und zu Boden sinkt. Dabei wird die warme Luft verdr\u00e4ngt, zum Himmel verfl\u00fcchtigt und abgek\u00fchlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Schafft man es jedoch, eine Schicht <strong>Warmluft in einer H\u00fclle \u201efestzuhalten\u201c<\/strong> und das zu w\u00e4rmende Objekt (z.B. den eigenen K\u00f6rper) mit dieser H\u00fclle m\u00f6glichst komplett zu bedecken, kann die kalte Luft die Warmluft nicht mehr einfach verdr\u00e4ngen. Jeder W\u00e4rmeschutz bei Kleidung, Schlafs\u00e4cken, Isomatten und Behausungen basiert auf dem Versuch, ein Paket an Warmluft in einer m\u00f6glichst stabilen H\u00fclle \u201eeinzusperren\u201c und \u201efestzuhalten\u201c. Ob <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/daunenjacken\/\">Daunenjacke<\/a>, Kunstfaserschlafsack oder doppelt verglastes Fenster: sie alle sperren eine relativ warme Luftschicht ein, die die Kaltluft von drau\u00dfen abweist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-kaltetuning-kochen-essen-trinken-verdauen-und-rauslassen\"><strong>K\u00e4ltetuning: kochen, essen, trinken, verdauen \u2026 und rauslassen!<\/strong><\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Zelten-Winter-Kochen.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Zelten-Winter-Kochen.jpg\" alt=\"Zelten im Winter: das umfassende K\u00e4ltetuning\" width=\"350\" height=\"263\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Kochen im Zelt, gewusst wie&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Blase dr\u00fcckt, der Darm rumort: leider geben auch auf winterlicher Outdoor-Tour die Rhythmen und Begrenzungen des K\u00f6rpers den Ton an. Mit dem Gef\u00fchl von Freiheit und Abenteuer ist es dann manchmal nicht mehr so weit her. Wenn man trotzdem Spa\u00df an der Sache haben will, kommt man nicht umhin, rund um die Energieaufnahme und -Abgabe einige Tipps und Regeln zu beherzigen. Eigentlich ist es<strong> nur eine Regel<\/strong>, die allerdings nicht immer leicht zu befolgen ist: die Nahrungs- und Fl\u00fcssigkeitsaufnahme so zu gestalten, dass man den Schlafsack nachts nicht f\u00fcr irgendein Gesch\u00e4ft verlassen muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Hei\u00dft das, man soll beim K\u00e4ltetuning m\u00f6glichst lange vor dem N\u00e4chtigen nichts essen und trinken? Nein, keineswegs! N\u00e4chtlicher Mangel an Fl\u00fcssigkeit und Nahrung ist schlecht f\u00fcr Schlaf und Regeneration. Man braucht die Energie im Bauch, um sich w\u00e4hrend des Schlafs warm zu halten. Das macht der K\u00f6rper auch dadurch deutlich, dass es sich mit Hunger oder Durst sehr schlecht einschlafen l\u00e4sst. <strong>Ein bis zwei Stunden vor dem Aufs-Ohr-legen<\/strong> ist ein guter Zeitraum, um ordentlich reinzuhauen. In dieser Zeit sollte man auch nur noch sparsam trinken. Ich wei\u00df nicht, ob man es erw\u00e4hnen muss, aber ja, es stimmt: je hei\u00dfer und energiereicher die Getr\u00e4nke und Suppen, desto besser. Noch besser ist, wenn man eine <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/isolierflaschen\/\">Thermoskanne<\/a> hat, in der man den hei\u00dfen Stoff f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag sch\u00f6n warmhalten kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft h\u00f6rt und liest man, dass Ingwer, Chili und andere scharfe Gew\u00fcrze gut f\u00fcrs Warmhalten sind. Das stimmt, aber vor dem Schlafengehen sollte man es damit nicht \u00fcbertreiben, denn die anregende Wirkung auf den Kreislauf kann auch das Einschlafen erschweren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-trinken-schnee-schmelzen\"><strong>Trinken\/ Schnee schmelzen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Bei K\u00e4lte empfindet man zwar weniger Durst, hat aber dennoch jede Menge <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/fluessigkeitsbedarf-rechner\/\">Fl\u00fcssigkeitsbedarf<\/a>. Die Luft ist oft sehr trocken und die Gliedma\u00dfen werden nur mit ausreichend Fl\u00fcssigkeit gut durchblutet. Wenn Schnee liegt, braucht man sich um den Nachschub keine Sorgen zu machen \u2013 sofern man genug Brennstoff f\u00fcr den Kocher hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Je nachdem, wie trocken der Schnee ist, kann es mit dem Schmelzen etwas l\u00e4nger dauern. Nimmt man Eis, sollte man es in m\u00f6glichst kleine St\u00fccke zerhacken. Am Anfang wird man die Mengen zum Trinken und kochen noch nicht so gut einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen, weshalb man \u00f6fter warmes Wasser \u00fcbrig haben wird. Dieses sch\u00fcttet man nicht weg, sondern f\u00fcllt es in die Isolierflasche oder Thermoskanne, um es sp\u00e4ter zu verwenden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-kochen\"><strong>Kochen<br><\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Falls es drau\u00dfen keine windgesch\u00fctzte Stelle gibt, muss man im Vorzelt (Apsis) kochen. Dort hat man idealerweise zuvor eine Vertiefung in den Schnee gegraben, die Platz zum Sitzen schafft und als \u201eEntsorgungssenke\u201c f\u00fcr kalte Luft dient. Diese Grube darf nicht \u00fcber den Zeltrand hinausragen, sonst kann es hereinschneien.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Zelten-Winter-Zeltaufbau.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Zelten-Winter-Zeltaufbau.jpg\" alt=\"Zelten im Winter: das umfassende K\u00e4ltetuning\" width=\"350\" height=\"265\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ideal zum Kochen &#8211; eine Vertiefung im Schnee bietet Platz zum Sitzen.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Beim Kochen im (Vor-)Zelt d\u00fcrfen Konzentration und Aufmerksamkeit zu keiner Sekunde nachlassen, sonst kommt es ganz schnell zum Super-GAU. Der Kocher muss so stabil und so weit weg wie m\u00f6glich von allem Brennbaren stehen. Sehr wichtig ist auch eine ausreichende Bel\u00fcftung \u2013 ansonsten kann es zu einer Kohlenmonoxidvergiftung kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das erste Alarmzeichen f\u00fcr Sauerstoffmangel ist eine flackernde und \u201epuffende\u201c Kocherflamme. Fortschreitender Sauerstoffmangel f\u00fchrt zu Schl\u00e4frigkeit und schlie\u00dflich im schlimmsten Fall zu einem unsch\u00f6nen Ableben. Besonders wenn man alleine unterwegs ist, geht man hier ein ziemliches Risiko ein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-brennstoff\"><strong>Brennstoff<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Bei sehr tiefen Temperaturen haben Benzin- und <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/spirituskocher\/\">Spirituskocher<\/a> Vorteile gegen\u00fcber den sonst sehr vorteilhaften Gaskartuschen. Deren komprimierte Propan-Butan-Gemische verdunsten bei extremer K\u00e4lte nicht mehr richtig. Immerhin kann man versuchen, die Kartuschen in der Kleidung oder im Schlafsack warm zu halten. Da das reichlich umst\u00e4ndlich ist, greift man f\u00fcr den Winter besser zu Benzin- oder Multifuel-Kochern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-kaltetuning-fur-die-kleidung\"><strong>K\u00e4ltetuning f\u00fcr die Kleidung<\/strong><\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Zelten-Winter-Kleidung.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Zelten-Winter-Kleidung.jpg\" alt=\"Zelten im Winter: das umfassende K\u00e4ltetuning\" width=\"350\" height=\"264\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Damit man weder friert noch schwitzt, eignet sich das gute alte Zwiebelprinzip.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Unterwegs auf Tour sollte man sich nicht zu warm einpacken. Klingt zun\u00e4chst unlogisch, doch angesichts der Anstrengung kommt man auch bei Eisesk\u00e4lte \u00fcberraschend schnell ins <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/schwitzrate-sport-rechner\/\">Schwitzen<\/a>. Damit ger\u00e4t Feuchtigkeit in die Kleidung und auf die Haut. Das gibt nicht nur ein unangenehm klammes Gef\u00fchl bei der ersten Pause, sondern kann auch f\u00fcr den Rest der Tour die Ausk\u00fchlung beschleunigen. Die dicke Isolationsjacke kommt also meistens nur in Pausen und am Lagerplatz zum Einsatz.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-zwiebelprinzip-beim-kaltetuning\">Zwiebelprinzip beim K\u00e4ltetuning<\/h3>\n\n\n\n<p>Generell h\u00e4lt man sich am besten an das gute alte <strong>Zwiebelprinzip<\/strong>: Zieh dir die Kleidung in mehreren Schichten an und aus, am besten immer, bevor du frierst oder schwitzt. Zwischen jeder Kleidungsschicht bildet sich ein kleines Luftpolster, welches die Isolierung erzeugt. Mehr Schichten bringen solange mehr W\u00e4rme, wie sie sich nicht gegenseitig zusammendr\u00fccken. Das Zwiebelprinzip gilt selbstverst\u00e4ndlich auch f\u00fcr den Kopf, die H\u00e4nde bzw. die Handschuhe und die F\u00fc\u00dfe, die man bei extremer K\u00e4lte mit Daunen-Booties warmhalten kann. Am Kopf kann man bei extremer K\u00e4lte eine M\u00fctze mit einem darunter gezogenen Buff-Tuch kombinieren oder \u2013 f\u00fcr den angemessen grimmigen Look \u2013 auch eine Sturmhaube\/Balaklava \u00fcberziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig: Auch der beste K\u00e4lteschutz kann nutzlos werden, wenn er nicht durch einen bestm\u00f6glichen <strong>N\u00e4sseschutz<\/strong> erg\u00e4nzt wird. Das Beispiel des Schwitzens hat hoffentlich deutlich gemacht, wie schnell der K\u00e4lteschutz ansonsten untergraben werden kann. Beim Aufenthalt im Schnee sollte man f\u00fcrs K\u00e4ltetuning deshalb immer gen\u00fcgend sch\u00fctzende Unterlagen zur Hand haben \u2013 seien es der Rucksack, die Isomatte, ein <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/biwaksaecke\/\">Biwaksack<\/a> oder eine Rettungsdecke. Letztere empfiehlt sich nicht nur bei Wintertouren als leichte, stabile und preiswerte Helferin in vielen Situationen (Unterlage, Extradecke, zum Einwickeln, \u2026).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-kaltetuning-fur-die-ausrustung-schlafsack\"><strong>K\u00e4ltetuning f\u00fcr die Ausr\u00fcstung &#8211; Schlafsack<\/strong><\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Zelten-Winter-Schlafsack.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Zelten-Winter-Schlafsack.jpg\" alt=\"Zelten im Winter: das umfassende K\u00e4ltetuning\" width=\"350\" height=\"264\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Wahl des Schlafsacks ist entscheidend, um K\u00e4lte abzuhalten. Der muss nicht nur &#8222;dick&#8220; sein, sondern auch zur K\u00f6rperform passen.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ein Winterschlafsack sollte nicht nur eine eng verschlie\u00dfbare Konturkapuze haben, sondern auch einen ebenfalls zuziehbaren W\u00e4rmekragen. Nur dieser kann das Eindringen von Kaltluft \u00fcber den Hals- und Brustbereich wirklich unterbinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schlafsack muss nicht nur dick sein, sondern auch zur K\u00f6rperform passen und den K\u00f6rper relativ eng umschlie\u00dfen \u2013 aber nicht so eng, dass man sich nicht mehr umdrehen kann. Vom Kopf bis zu den F\u00fc\u00dfen gilt: Druck auf einen zu engen Schlafsack dr\u00fcckt die F\u00fcllung zusammen und l\u00e4sst an der entsprechenden Stelle K\u00e4lte eindringen (K\u00e4ltebr\u00fccke). Zu gro\u00dfe Hohlr\u00e4ume im Schlafsack entziehen dem K\u00f6rper ebenfalls W\u00e4rme.<\/p>\n\n\n\n<p>Idealerweise sollte der Schlafsack gerade so viel Platz haben, dass man noch ein paar Schichten Kleidung anziehen kann. Diese bringen allerdings nur dann zus\u00e4tzliche W\u00e4rme, wenn sie nicht auf die Schlafsackf\u00fcllung oder die eigene Haut dr\u00fccken. Denn wie gesagt, W\u00e4rme wird vor allem durch umh\u00fcllte Luftpolster festgehalten. Der gro\u00dfe Vorteil des Schlafens mit mehreren Schichten Bekleidung: man muss morgens nicht halbnackt in der Eisesk\u00e4lte herumhantieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-inlet-und-vbl\"><strong>Inlet und VBL<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Statt zus\u00e4tzlicher Kleidung wird auch oft ein Inlet empfohlen, um ein paar Grad mehr W\u00e4rme herauszuholen und zugleich den Schlafsack vor Feuchtigkeit und Schmutz zu sch\u00fctzen. Allerdings ist es nicht gerade bequem, in einem Sack innerhalb eines Sacks zu liegen, der sich je nach Bewegung im Schlaf herumschiebt und verfaltet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein besonderes Inlet ist der Vapour Barrier Liner (VBL). Er besteht aus einem undurchl\u00e4ssigen, also auch nicht atmungsaktiven Gewebe und wird f\u00fcr sehr kalte Unternehmungen bei Verwendung von <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/daunenschlafsaecke\/\">Daunenschlafs\u00e4cken<\/a> empfohlen. Auch in sehr kalten N\u00e4chten gibt der K\u00f6rper Feuchtigkeit mit gel\u00f6sten Salzen ab, die auf Dauer die empfindlichen Daunen sch\u00e4digen k\u00f6nnen. Der VBL f\u00e4ngt Wasserdampf und Schwei\u00df ab und erh\u00e4lt den Schlafsack so voll funktionsf\u00e4hig. Der Schl\u00e4fer schmort daf\u00fcr im eigenen Saft&#8230;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-warmflasche-oder-warmestein\"><strong>W\u00e4rmflasche<\/strong><strong> oder W\u00e4rmestein<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Eine mobile Miniheizung im Schlafsack kann eine echte Wohltat sein. Daf\u00fcr kann man die mit hei\u00dfem Wasser gef\u00fcllte Trinkflasche verwenden oder einen Stein, den man in die N\u00e4he des vielleicht vorhandenen Lagerfeuers gelegt hat. Flasche oder Stein d\u00fcrfen nat\u00fcrlich nur so hei\u00df sein, dass man sie noch ber\u00fchren kann und sie den Stoff des Schlafsacks nicht besch\u00e4digen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-isomatte\"><strong>Isomatte<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Wer das \u201eLuftpolsterprinzip\u201c verstanden hat, wei\u00df, warum eine dicke Isomatte im Winter unentbehrlich ist, denn ohne sie w\u00fcrde die in Kleidung und Schlafsack gespeicherte W\u00e4rme sofort durch den direkten Bodenkontakt entweichen. Die Isolationsleistung der Matte h\u00e4ngt nicht von ihrer Dicke allein ab, sondern auch von ihrer Konstruktion. Die bestimmt, wie viel Luft wie stabil in der Matte eingeschlossen werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher brauchte es daf\u00fcr robusten Schaumstoff, mittlerweile erreichen auch hauchd\u00fcnne Kammerw\u00e4nde eine erstaunliche D\u00e4mmwirkung. Deren formale Bezeichnung lautet \u201eW\u00e4rmedurchgangswiderstand\u201c und wird mit dem <strong><a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wie-man-sich-bettet-so-liegt-man-das-einmaleins-der-isomatten\/\">R-Wert<\/a><\/strong> angegeben. Der R-Wert ist eine ganze Zahl zwischen 1 und 6. Je gr\u00f6\u00dfer die Zahl, desto besser isoliert die Matte gegen den kalten Boden. Ab einem R-Wert von 4 isoliert die Matte gegen Bodentemperaturen von etwa -10\u00b0C und gilt gemeinhin als wintertauglich.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn eine solche Matte allerdings noch transportabel sein soll, kommt man um eine dreistellige Investition nicht umhin. Alternativ kann man zwei preiswerte Isomatten kombinieren oder eine Matte mit unterlegten Packs\u00e4cken, Kleidungsst\u00fccken oder Rettungsdecken \u201everst\u00e4rken\u201c. Solche Provisorien sind allerdings weder komfortabel noch sonderlich effektiv. Au\u00dferdem fehlt das \u201everbaute\u201c Material meist an anderer Stelle.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-kaltetuning-fur-die-ausrustung-winterzelt\"><strong>K\u00e4ltetuning f\u00fcr die Ausr\u00fcstung &#8211; Winterzelt<br><\/strong><\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Zelten-Winter-Standortwahl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Zelten-Winter-Standortwahl.jpg\" alt=\"Zelten im Winter: das umfassende K\u00e4ltetuning\" width=\"350\" height=\"266\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein wintertaugliches Zelt muss stabiler und dicker sein als ein leichtes Sommerzelt<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ein wintertaugliches Zelt muss stabiler und dicker sein als ein leichtes Sommerzelt. Das Gest\u00e4nge muss auch der Last von nassem Schnee standhalten. Es empfiehlt sich ein doppelter Gest\u00e4ngesatz oder ein Ersatzgest\u00e4nge, plus ein paar passende Rohrst\u00fccke zum Schienen eines Gest\u00e4ngebruchs.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Zelt muss viel Platz in Apsis und Innenzelt bieten, da man wesentlich mehr Ausr\u00fcstung und Kleidung dabei hat und weniger wendig ist. Die Luftzirkulation muss genauso gew\u00e4hrleistet sein wie im Sommer, denn sonst bleibt die Feuchtigkeit im Zelt und es wird klamm.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings m\u00fcssen die \u00d6ffnungen f\u00fcr den Fall von anhaltendem Schneetreiben relativ hoch oben angebracht und verschlie\u00dfbar sein. Grunds\u00e4tzlich sollte man f\u00fcr lange Wintertouren in den Bergen oder im hohen Norden nicht am falschen Ende sparen und nur auf hochwertige und verl\u00e4ssliche <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/zelte\/\">Zelte<\/a> zur\u00fcckgreifen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-standortwahl\"><strong>Standortwahl <\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Gerade im Winter sollte man nicht nur nach Sch\u00f6nheit gehen, sondern vor allem nach Sicherheit. So sollten weder Schneemassen noch \u00c4ste auf das Zelt fallen k\u00f6nnen, noch sollte man in einer K\u00e4ltesenke stehen. Auch lawinengef\u00e4hrdete Stellen wie Schluchten, schneebedeckte H\u00e4nge oder Schneeverwehungen sollten gemieden werden. Windgesch\u00fctzt darf es nat\u00fcrlich auch gern sein, weshalb man hinter einem Felsen oder einem umgekippten Baum wesentlich besser postiert ist als auf offenem Feld. Der Eingang kommt m\u00f6glichst auf die windabgewandte Seite.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-zeltaufbau\"><strong>Zeltaufbau<br><\/strong><\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Zelten-Winter-Aufbau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Zelten-Winter-Aufbau.jpg\" alt=\"Zelten im Winter: das umfassende K\u00e4ltetuning\" width=\"350\" height=\"264\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Standort des Zeltes im Winter sollte vor allem sicher sein.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Den Aufbau des Zeltes sollte man vor der Tour im Zuge des K\u00e4ltetunings reichlich ge\u00fcbt haben, damit man ihn auch unter widrigen Bedingungen sicher beherrscht. Wenn der Schnee nicht tief ist, legt man am bestens mit der <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/lawinenschaufeln\/\">Lawinenschaufel<\/a> den Untergrund frei, sodass man das Zelt so aufstellen kann wie zu anderen Jahreszeiten gewohnt. Auch temperaturtechnisch ist nackter Erdboden die bessere Unterlage als Schnee und Eis. Ansonsten tritt man den Schnee (mit Skiern oder <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/schneeschuhe\/\">Schneeschuhen<\/a>) platt und l\u00e4sst ihn sich f\u00fcr etwa eine Viertelstunde verfestigen. Dann wird das Zelt mithilfe von Schnee- oder Sandheringen aufgebaut. Der Schnee um die Heringe muss ggf. nochmals festgetreten werden, bevor die Zeltleinen gespannt werden k\u00f6nnen. Alternativ oder zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen auch Skier, St\u00f6cke, Steine oder andere Gegenst\u00e4nde, je nach Schneekonsistenz, senkrecht oder horizontal nach dem T-Anker-Prinzip versenkt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Da das Zelt nun vertieft im Schnee steht, hat es bereits einen gewissen Windschutz. Allerdings sollte es gerade bei Pulverschnee nicht zu tief stehen, da sonst die Eing\u00e4nge und Apsiden zugeschneit werden k\u00f6nnen. F\u00fcr solche F\u00e4lle muss auch stets die Lawinenschaufel parat sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn es st\u00fcrmisch wird und viel Schnee vorhanden ist, sollte man \u00fcber einen zus\u00e4tzlichen Wind-Schutzwall nachdenken, den man mithilfe der Lawinenschaufel baut. Die Seite zum Wind steigt dabei flach an, die Seite zum Zelt steil. Mit dieser Mauer, die etwa 1m entfernt vom Zelt stehen sollte, verhindert man auch das Eindringen von Schnee in den Raum zwischen Au\u00dfen- und Innenzelt. Wenn der Wind unter das Zelt zu greifen droht, sollte man auch den unteren Rand des Zeltes mit einem kleinen Wall verst\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuletzt hebt man im Eingangsbereich die im Abschnitt \u00fcber das Kochen bereits erw\u00e4hnte Grube aus. Sie dient als K\u00e4ltegraben, der den Schlafplatz w\u00e4rmer h\u00e4lt, verhindert das Eindringen von Schnee ins Zelt und bietet eine bequeme Sitzgelegenheit.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-das-zelt-heizen\"><strong>Das Zelt heizen?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das Wintertuning gibt es mehr oder weniger handliche Mini-Heizungen, die unter bestimmten Sicherheitsvorkehrungen auch in Zelten betrieben werden k\u00f6nnen. F\u00fcr manche <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/gaskocher\/\">Gaskocher<\/a> gibt es spezielle Aufs\u00e4tze, die ebenfalls als Heizung funktionieren. Das Ganze d\u00fcrfte aber eher f\u00fcr station\u00e4re Dauercamper interessant sein oder f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Expeditionen, die sich ein fixes Basecamp einrichten.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr alle anderen ist die mobile Heizung vermutlich zu schwer und zu umst\u00e4ndlich in der Bedienung. Au\u00dferdem bietet kaum ein handels\u00fcbliches Zelt die erforderlichen M\u00f6glichkeiten an Sauerstoffzufuhr und Abluftabzug. Auch die Liste an Gefahren durch Verbrennungen, umfallende Gasflaschen, defekte Brenner oder Schl\u00e4uche ist nicht gerade kurz. Alles in allem sollte man besser versuchen, mit den hier genannten \u201etraditionellen\u201c Methoden des K\u00e4ltetunings f\u00fcr Isolation, Windschutz und W\u00e4rme zu sorgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei Eis und Schnee, bilden Haut und Muskeln so etwas wie die letzte \u201eVerteidigungslinie\u201c gegen die K\u00e4lte. 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