{"id":66270,"date":"2022-04-08T14:00:09","date_gmt":"2022-04-08T13:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/murmeltier-tiere-der-berge\/"},"modified":"2025-12-01T08:12:44","modified_gmt":"2025-12-01T07:12:44","slug":"murmeltier-tiere-der-berge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/murmeltier-tiere-der-berge\/","title":{"rendered":"Das Murmeltier &#8211; Wer pfeift denn da?"},"content":{"rendered":"\n<p>Hei\u00dft das Murmeltier vielleicht Murmeltier, weil es immer vor sich hin murmelt oder vielleicht deshalb, weil es gerne mit Murmeln spielt? Es k\u00f6nnte aber auch sein, dass bestimmte Teile des Tiers im Altertum zu Murmeln verarbeitet wurden, vielleicht die Nierensteine? Tja, um das zu erfahren m\u00fcsst ihr diesen Artikel lesen. Was es au\u00dferdem noch so mit dem Murmeltier auf sich hat, und warum es unter gewissen Gesichtspunkten sowohl Maus, als auch Katze, B\u00e4r und Affe ist, kommt jetzt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-daten-und-fakten\">Daten und Fakten<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/pexels-oleg-mikhailenko-9496720.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/pexels-oleg-mikhailenko-9496720-225x300.jpg\" alt=\"Murmeltier mit N\u00fcssen im Maul\" class=\"wp-image-46508\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Murmeltiere sind die drittgr\u00f6\u00dften Nager in Europa.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Gattung der Murmeltiere besteht aus<strong> 15 verschiedenen Arten<\/strong>, die \u00fcber die komplette Nordhalbkugel unseres Planeten verteilt leben. Murmeltiere sind Nager und damit in gewisser Weise auch mit M\u00e4usen oder Eichh\u00f6rnchen verwandt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auff\u00e4llig ist dabei, dass Murmeltiere im Vergleich zu vielen Verwandten sehr gro\u00df sind und mit einer <strong>Kopf-Rumpf-L\u00e4nge von bis zu 50 cm<\/strong> (Alpenmurmeltier) in Europa nach Stachelschwein und Biber Platz drei der gr\u00f6\u00dften Nagetiere belegen. Die unterschiedlichen Murmeltierarten sind weit verbreitet und unterscheiden sich von Art zu Art in ihrem Aussehen und Sozialverhalten stark voneinander.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Alpenraum lebt jedoch einzig und alleine das Alpenmurmeltier. Dieses wollen wir heute stellvertretend f\u00fcr die ganze Gattung einmal gr\u00fcndlicher unter die Lupe nehmen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-alpenmurmeltier-marmota-marmota-auch-mankei-oder-murmel-osterreich-suddeutschland-mungg-schweiz\"><strong>Alpenmurmeltier (Marmota marmota)<br><\/strong><strong>auch: Mankei oder Murmel (\u00d6sterreich, S\u00fcddeutschland), Mungg (Schweiz)<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Ordnung: Nagetiere<br>Unterordnung: H\u00f6rnchenverwandte<br>Familie: H\u00f6rnchen<br>Unterfamilie: Erdh\u00f6rnchen<br>Tribus: Echte Erdh\u00f6rnchen<br>Gattung: Murmeltiere<br>Art: Alpenmurmeltier<\/p>\n\n\n\n<p>Kopf-Rumpf-L\u00e4nge: 40-50 cm<br>Schwanzl\u00e4nge: 10-20 cm<br>Gewicht: innerhalb eines Jahres stark schwankend, mindestens 3 kg (M\u00e4nnchen)<\/p>\n\n\n\n<p>Verbreitungsgebiet: Alpen, Karpaten, Hohe Tatra, Pyren\u00e4en, Schwarzwald<br>Lebensraum: baumfreie Gebiete ab 800 Meter bis ca. 200 Meter oberhalb der Baumgrenze, vereinzelt auch H\u00f6henlagen bis 3000 Meter<br>Nahrung: Wurzeln, Bl\u00e4tter, Bl\u00fcten, Kr\u00e4uter und Gr\u00e4ser<br>Hauptaktivit\u00e4t: tags\u00fcber<br>Winterschlaf: Oktober bis M\u00e4rz<br>Paarungszeit (B\u00e4rzeit): April und Mai<br>Tragezeit: ca. 5 Wochen<br>Lebenserwartung: durchschnittlich 12 Jahre<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-aussehen-und-merkmale\">Aussehen und Merkmale<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/miguel-teirlinck-BWhN59nfbwM-unsplash.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/miguel-teirlinck-BWhN59nfbwM-unsplash-225x300.jpg\" alt=\"Alpenmurmeltier im hohen Gras\" class=\"wp-image-46505\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Alpenmurmeltier ist erkennbar an seinen kr\u00e4ftigen Schultern.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Das Aussehen der Alpenmurmeltiere liegt irgendwo zwischen seltsamem Biber, viel zu gro\u00dfem Meerschweinchen und extrem fetter Katze. Die Fellfarbe der Alpenmurmeltiere kann von Tier zu Tier variieren. Hierbei erstreckt sich die <strong>Farbskala von dunkelgrau \u00fcber hellbraun bis hin zu r\u00f6tlich<\/strong>. Auch sehr dunkle F\u00e4rbungen, die nahe ans Schwarze heranreichen, kommen gelegentlich vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kopf der Murmeltiere ist in der Regel immer dunkel gef\u00e4rbt, die Schnauze ist dabei aber immer deutlich heller. Das Fell ist au\u00dferdem sehr dicht und bietet dem Tier einen guten K\u00e4lteschutz. Wenngleich Murmeltiere eigentlich immer ein wenig struppig aussehen, ist das Fell jedoch vergleichsweise weich und f\u00fchlt sich ein wenig wie ein Hundefell an. Einmal im Jahr, zumeist im Juni, findet ein Fellwechsel statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00f6rperbau der Murmeltiere ist <strong>gedrungen<\/strong>, auff\u00e4llig sind dabei aber die<strong> kr\u00e4ftigen Schultern<\/strong>. An den Vorderf\u00fc\u00dfen haben Alpenmurmeltiere lediglich vier Zehen, was ihnen das Graben im Erdreich erleichtert. Die Hinterf\u00fc\u00dfe haben f\u00fcnf Zehen. Murmeltiere gehen, wie auch der Mensch auf der kompletten Fu\u00dfsohle und k\u00f6nnen ihre Vorderpfoten auch zum Halten von Nahrung und dergleichen einsetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, geh\u00f6ren Murmeltiere zur Ordnung der Nagetiere und haben ein entsprechendes Gebiss. Auff\u00e4llig sind dabei die <strong>langen Schneidez\u00e4hne<\/strong>, die ebenfalls zum Graben verwendet werden und ein Leben lang nachwachsen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-lebensweise-und-verbreitungsgebiet\">Lebensweise und Verbreitungsgebiet<\/h2>\n\n\n\n<p>Die unterschiedlichen Murmeltierarten leben <strong>\u00fcber die gesamte Nordhalbkugel verteilt<\/strong>. Die genaue Systematik der Murmeltiere ist dabei ein wenig kompliziert und die Abgrenzung einzelner Arten in der Wissenschaft nicht unumstritten. F\u00fcr unsere grobe \u00dcbersicht ist das an dieser Stelle aber auch nicht sonderlich wichtig. Schauen wir uns einfach einmal an, wo welches Murmeltier t\u00e4glich gr\u00fc\u00dft:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Europa<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Steppenmurmeltier: \u00fcberwiegend Osteuropa, aber auch Gebiete in Zentralasien<\/li>\n\n\n\n<li>Alpenmurmeltier: Alpen, Karpaten, Hohe Tatra, Pyren\u00e4en. Durch Ansiedlung auch vereinzelt in Mittelgebirgen (Schwarzwald, Schw\u00e4bische Alb)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Amerika<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Alaska-Murmeltier: n\u00f6rdliches Alaska<\/li>\n\n\n\n<li>Eisgraues Murmeltier: Alaska, Westk\u00fcste Kanada und n\u00f6rdliche USA<\/li>\n\n\n\n<li>Gelbbauchmurmeltier: Westen Kanada und USA (Rocky Mountains, Sierra Nevada)<\/li>\n\n\n\n<li>Waldmurmeltier: Nordamerika (vor allem Kanada und n\u00f6rdliche USA)<\/li>\n\n\n\n<li>Olympisches Murmeltier: US-Bundesstaat Washington, endemisch auf der Olympic-Halbinsel<\/li>\n\n\n\n<li>Vancouver-Murmeltier: Kanada, Vancouver Island<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Asien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Graues Murmeltier: Kasachstan, Nordwestchina, Mongolei<\/li>\n\n\n\n<li>Schwarzhut-Murmeltier: Sibirien (Baikalsee bis Kamtschatka)<\/li>\n\n\n\n<li>Langschwanzmurmeltier: Zentralasien (Tianshan-Gebirge, Hindukusch, Karakorum, Kaschmir)<\/li>\n\n\n\n<li>Himalaya-Murmeltier: Himalaya, Westchina<\/li>\n\n\n\n<li>Waldsteppenmurmeltier: s\u00fcdwestliches Sibirien, endemisch im Gebiet Nowosibirsk, Tomsk und Kemerowo<\/li>\n\n\n\n<li>Menzbiers Murmeltier: Tian Shan Gebirge (Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan Nordwestchina)<\/li>\n\n\n\n<li>Sibirisches Murmeltier: s\u00fcdliches Sibirien, Mongolei<\/li>\n<\/ul>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/marmot-g79ae8d1b7_1920.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/marmot-g79ae8d1b7_1920-300x225.jpg\" alt=\"Zwei Murmeltiere auf einem Fels in den Bergen\" class=\"wp-image-46507\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Murmeltiere sind sehr soziale Tiere.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Aber wenden wir uns nun wieder dem Alpenmurmeltier zu. Dieses <strong>lebt in Familienverb\u00e4nden<\/strong>, die aus einem Elternpaar und den Nachkommen mehrerer Jahrg\u00e4nge bestehen. Eine Murmeltierfamilie kann so problemlos bis zu 20 Tiere umfassen. Innerhalb der Familie herrscht eine <strong>klare Rangordnung<\/strong>. Gleichzeitig sind Murmeltiere \u00e4u\u00dferst soziale Tiere, so werden beispielsweise auch Waisenkinder anderer Familien vereinzelt aufgenommen. Auch am Bau und Erhalt ihres Baues sind alle Familienmitglieder gemeinsam beteiligt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Alpenmurmeltier bewohnt in den genannten Gebieten zumeist <strong>H\u00f6henlagen ab der Baumgrenze bis ca. 200 Meter dar\u00fcber<\/strong>. Auch gerodete und dauerhaft baumfreie Fl\u00e4chen unterhalb dieses Bereichs, werden von den Tieren vereinzelt als Revier benutzt. Generell findet man Murmeltiere aber erst ab einer H\u00f6he von mindestens 800 Metern.<\/p>\n\n\n\n<p>Einer der Gr\u00fcnde hierf\u00fcr ist in der Evolutionsgeschichte zu finden. Murmeltiere sind eigentlich echte Urtiere und <strong>kamen bereits in der Eiszeit in Europa vor<\/strong> und besiedelten vor allem das Tiefland. Ihr K\u00f6rper ist bestens an das Leben in kalten Regionen angepasst, kommt jedoch mit h\u00f6heren Temperaturen nur schlecht klar.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Temperaturanstieg wanderte es daher in immer h\u00f6here und somit k\u00fchlere Lagen. Sie besiedeln dabei alpine Matten mit einem tiefgr\u00fcndigen Boden, der ihnen ausreichen Platz f\u00fcr ihren Bau bietet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Baue werden meist \u00fcber Generationen ins Erdreich gegraben<\/strong> und bestehen aus einem weit angelegtem System aus Kammern und Tunneln. Man unterscheidet dabei generell zwei Arten von Bauen. Die sogenannten <strong>Sommerbaue<\/strong> werden von den Murmeltieren in den w\u00e4rmeren Monaten st\u00e4ndig genutzt. Diese Baue liegen nicht besonders tief unter der Erde und dienen den Tieren in erster Linie als R\u00fcckzugsorte um sich vor Fressfeinden aber auch der Sommerhitze zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Winterbaue<\/strong> liegen deutlich tiefer unter der Erde und sind somit frostsicher. Sie dienen den Murmeltieren als \u00dcberwinterungsst\u00e4tte und bestehen aus mehreren gro\u00dfen Schlafkammern sowie kleineren Kammern, die den Tieren zum Absetzen des Kots dient. Die Winterbaue werden zur besseren Isolation bereits im Sp\u00e4tsommer mit Heu, das die Tiere eigens dazu auf den Wiesen sammeln, ausgepolstert. So ergibt sich mit der Zeit eine warm und weich <strong>gepolsterte Schlafkammer f\u00fcr den Winterschlaf<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Winterschlaf findet bei den Murmeltieren gemeinsam statt. Mehrere Familienmitglieder teilen sich dabei eine Schlafkammer und w\u00e4rmen sich gegenseitig. Der <strong>Winterschlaf dauert in der Regel f\u00fcnf bis sechs Monate<\/strong> und wird von den Tieren mehrfach nur kurz unterbrochen um Kot und Harn abzusetzen. Die Tiere sind dabei aber nicht richtig wach, sondern verharren in einer Art Halbschlaf.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann sich das vielleicht so vorstellen, wie wann man nachts das Bett nur mal schnell zum Pieseln verl\u00e4sst und sich danach gleich wieder hinlegt und weiterschl\u00e4ft. W\u00e4hrend der Zeit des Winterschlafs verlieren Alpenmurmeltiere bis zu einem Drittel ihres K\u00f6rpergewichts. F\u00fcr sie ist es also wichtig, in den Sommermonaten entsprechende Fettreserven zu bilden.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessant ist, dass der Winterschlaf nicht etwa durch ein knapper werdendes Nahrungsangebot oder sich ver\u00e4ndernde Temperaturen gesteuert wird. Vielmehr haben die Tiere eine Art innere Uhr und ein Gesp\u00fcr daf\u00fcr, wann die Zeit gekommen ist in den Winterschlaf zu gehen oder ihn zu beenden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-nutzliches-und-unnutzes-murmeltierwissen\">N\u00fctzliches und unn\u00fctzes Murmeltierwissen<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/niklas-tidbury-V7ZLzhBbY0o-unsplash.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/niklas-tidbury-V7ZLzhBbY0o-unsplash-300x225.jpg\" alt=\"Murmeltier im Gebirge.\" class=\"wp-image-46509\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">In \u00d6sterreich und der Schweiz werden Murmeltiere bejagt.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Murmeltiere gelten als Jagdwild.<\/strong> In \u00d6sterreich und der Schweiz werden j\u00e4hrlich mehrere tausend Tiere erlegt, in Deutschland ist die Jagd durch eine ganzj\u00e4hrige Schonzeit eingestellt. Der J\u00e4ger nennt die weiblichen Tiere \u00fcbrigens \u201eKatzen\u201c, die M\u00e4nnchen \u201eB\u00e4ren\u201c und die Jungtiere \u201eAffen\u201c.<\/li>\n\n\n\n<li>Hat man ein Murmeltier erlegt, kann man Unterschiedliches damit machen. Beispielsweise es essen. Glaubt man diversen Beschreibungen gilt das <strong>Fleisch als Delikatesse<\/strong>, schmeckt aber gelinde gesagt, ein wenig anspruchsvoller. Vor allem das Fett der Tiere ist dabei kaum genie\u00dfbar, wird aber trotzdem anderweitig verwendet. N\u00e4mlich in Form von <strong>Salben und Tinkturen<\/strong>, denen vor allem in der Volksmedizin eine heilende und schmerzlindernde Wirkung zugesprochen wird.<br>Das Fell wird gelegentlich zu Jacken und M\u00e4nteln verarbeitet und wurde fr\u00fcher aber auch zur Herstellung von Medizin gegen dies das und jenes verwendet. Die Z\u00e4hne des Murmeltiers gelten \u00fcbrigens als Jagdtroph\u00e4en.<\/li>\n\n\n\n<li>Ein <strong>nat\u00fcrlicher Feind der Murmeltiere ist der Steinadler<\/strong>, der w\u00e4hrend einer Brutsaison bis zu 70 ausgewachsene Murmeltiere schlagen kann. Der Rotfuchs kann ausgewachsene Murmeltiere nur aus dem Hinterhalt erbeuten und konzentriert daher seine Jagd, ebenso wie Kolkraben und Baummarder, \u00fcberwiegend auf Jungtiere.<br>Nimmt ein Murmeltier Gefahr wahr, warnt es seine Familienmitglieder durch <strong>einen lauten Pfiff<\/strong>. Entgegen fr\u00fcherer Annahmen stellen Murmeltiere hierzu jedoch keinen W\u00e4chter ab. Murmeltiere pfeifen aber nicht nur um sich gegenseitig vor Gefahr zu warnen, sondern kommunizieren mit einer Vielzahl von Lauten.<\/li>\n\n\n\n<li>Wer jetzt aber denkt, dass das Murmeltier so hei\u00dft, weil es immer vor sich hin murmelt, der liegt falsch. Auch ist es nicht so, dass die Tiere zur Bildung starker Nierensteine neigen, die im Mittelalter als murmeln verwendet wurden. Alles Quatsch. Der Begriff Murmeltier erkl\u00e4rt sich durch das althochdeutsche Wort \u201emurmunto\u201c, das wiederum vom lateinischen Begriff <strong>\u201eMus montis\u201c<\/strong> abstammt. Das Murmeltier ist also dem Namen nach eine <strong>Bergmaus<\/strong>. Wie sich das damit vereinbaren l\u00e4sst, dass die weiblichen Tiere gleichzeitig auch Katzen sind, sei mal dahingestellt\u2026<\/li>\n\n\n\n<li>Der <strong>Groundhog Day, also der Murmeltiertag<\/strong>, wird jedes Jahr am 2. Februar in mehreren Orten der USA begangen. Es handelt sich dabei um ein kulturelles Fest, das zur nicht ganz ernstgemeinten Wettervorhersage f\u00fcr den nahenden Fr\u00fchling dient. Hierzu werden Waldmurmeltiere erstmals nach dem Winterschlaf aus ihrem Bau gelockt.<br>Richten sie sich danach auf und sehen ihren Schatten (weil die Sonne scheint) so soll der Winter noch sechs Wochen andauern. Sehen sie ihren Schatten nicht (weil es bew\u00f6lkt ist) steht angeblich der Fr\u00fchling vor der T\u00fcre. Laut einer Studie liegt die Trefferquote der Tiere dabei bei 37 % und liegt dabei absolut im Bereich des Zufalls.<\/li>\n\n\n\n<li>Im <strong>Film \u201eUnd t\u00e4glich gr\u00fc\u00dft das Murmeltier\u201c von 1993<\/strong> geht es um einen egozentrischen Wetteransager, der in einer Art Zeitschleife festh\u00e4ngt und den Groundhog Day, wieder und wieder erlebt. Der Film spielt dabei in der Gemeinde Punxsutawney (Philadelphia), die auch in Wirklichkeit seit 1886 allj\u00e4hrlich den Murmeltiertag feiert und seine Murmeltiere jeweils\u00a0 \u201ePunxsutawney Phil\u201c nennt. Der Film wurde jedoch in Woodstock (Illinois) gedreht, woraufhin die Gemeinde ebenfalls Feierlichkeiten zum Groundhog Day eingef\u00fchrt hat und seither mit \u201eWoodstock Willie\u201c das Wetter vorhersagt.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hei\u00dft das Murmeltier vielleicht Murmeltier, weil es immer vor sich hin murmelt oder vielleicht deshalb, weil es gerne mit Murmeln spielt? Es k\u00f6nnte aber auch sein, dass bestimmte Teile des Tiers im Altertum zu Murmeln verarbeitet wurden, vielleicht die Nierensteine? Tja, um das zu erfahren m\u00fcsst ihr diesen Artikel lesen. 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