{"id":66002,"date":"2022-05-06T14:00:00","date_gmt":"2022-05-06T13:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/geschichte-der-gipfelkreuze\/"},"modified":"2023-01-12T12:27:28","modified_gmt":"2023-01-12T11:27:28","slug":"geschichte-der-gipfelkreuze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/geschichte-der-gipfelkreuze\/","title":{"rendered":"Die Geschichte der Gipfelkreuze"},"content":{"rendered":"\n<p>F\u00fcr viele Wanderer und Bergsteiger ist das Erreichen des Gipfelkreuzes gleichzusetzen mit der Belohnung f\u00fcr die M\u00fchen des langen Aufstiegs. Oft begeistert eine grandiose Aussicht \u00fcber schier endlose Bergk\u00e4mme nach dem Erklimmen der vielen H\u00f6henmeter. Und selbst wenn man mal au\u00dfer dem Gipfelkreuz sonst kaum die Hand vor Augen im Nebel sieht, so zeigt das Kreuz auf dem Gipfel ganz klar, dass der h\u00f6chste Punkt erreicht ist und die Tour auf den Berggipfel \u201egeschafft\u201c wurde.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/7-Summits_kl.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/7-Summits_kl.jpg\" alt=\"Bergfreunde posieren am Gipfelkreuz.\" class=\"wp-image-46630\" width=\"400\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/7-Summits_kl.jpg 800w, https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/7-Summits_kl-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/7-Summits_kl-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption>Nicht zuletzt durch mediale Darstellung geh\u00f6rt f\u00fcr viele das Gipfelkreuz genauso zu den Bergen wie H\u00fctten oder K\u00fche.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Eine entspannende Pause am Gipfelkreuz geh\u00f6rt zur Bergtour ebenso dazu, wie das Gipfelfoto mit Gipfelkreuz und nat\u00fcrlich der Eintrag ins Gipfelbuch: Wir waren hier! Wir haben es geschafft! We made it! Dass das Kreuz <strong>urspr\u00fcnglich ein religi\u00f6ses Symbol<\/strong> ist, spielt dabei nicht f\u00fcr jeden Alpinisten, Kletterer oder Wanderer eine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob Steinm\u00e4nnchen, bunte Gebetsfahnen oder eben Gipfelkreuze \u2013 f\u00fcr viele geh\u00f6ren die Markierungen einfach zum alpinen Erscheinungsbild. Sie sind <strong>ein Teil der Berglandschaft<\/strong> mit Almen, Wasserf\u00e4llen, Ger\u00f6llhalden, klaren Seen und Bergh\u00fctten. Als Gipfelmarkierung, Orientierungspunkt und Fotomotiv sind Gipfelkreuze in der Vorstellung vieler Wanderer und Bergtouristen mittlerweile fest mit dem alpinen Erscheinungsbild verkn\u00fcpft.<\/p>\n\n\n\n<p>Verst\u00e4rkt durch die Abbildung in verschiedenen Medien, Filmen, Werbung und nat\u00fcrlich Social Media Kan\u00e4len sind Berggipfel und Kreuze in allen erdenklichen Gr\u00f6\u00dfen, Formen und Materialien eng miteinander verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Gipfelkreuz<\/strong> <strong>Fun Fact No. 1:<\/strong> Bei nur 94 Meter H\u00f6he brauchte es f\u00fcr den Transport des Gipfelkreuzes auf den Fassberg im Wacholderwald Schmarbeck keinen Helikopter. Auch f\u00fcr \u201eGipfelkreuz-Einsteiger\u201c ein gut erreichbares Ziel f\u00fcr ein Gipfelfoto.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-viele-gipfelkreuze-mit-unterschiedlichen-geschichten\">Viele Gipfelkreuze mit unterschiedlichen Geschichten<\/h2>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich gibt es gar nicht \u201edie eine\u201c Geschichte der Gipfelkreuze, sondern viele verschiedene Motive, die in bestimmten Regionen, zu unterschiedlichen Zeiten oder auf speziellen Bergen zum Aufbau von Gipfelkreuzen f\u00fchrten. Die ersten bekannten Kreuze, die historisch eher als <strong>Wetterkreuze<\/strong> betrachtet werden, waren nicht nur auf Bergen und Almen zu finden, sondern auch auf Wiesen, Feldern, \u00c4ckern und Weidefl\u00e4chen. Seit dem 13. Jahrhundert n.Chr. erbat die mittelalterliche Bev\u00f6lkerung mit Flurkreuzen und Wetterkreuzen <strong>Schutz vor St\u00fcrmen, Blitzschlag, <a href=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/entfernung-gewitter-rechner\/\">Gewitter<\/a> und Hagel<\/strong> von den Wetterheiligen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig markierten diese fr\u00fchen Kreuze auch teilweise <strong>Gebietsgrenzen<\/strong> zwischen einzelnen Gemeinden und Regionen. Mit Bitt- und Bu\u00dfprozessionen zu markanten Wetterkreuzen baten die Menschen zum Beispiel die heilige Anna als Schutzpatronin gegen Gewitter um Schutz und g\u00fcnstiges Wetter f\u00fcr eine reiche Ernte. Au\u00dfer mit Kreuzen wurden die verschiedenen Heiligen auch mit Bildst\u00f6cken, kleinen Kappellen, Kruzifixen oder&nbsp; geschnitzten Figuren verehrt.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Gipfelkreuz<\/strong> <strong>Fun Fact No. 2:<\/strong> Das erste Gipfelkreuz aus Glas wurde 2010 auf der 2339 Meter hohen Schartwand errichtet. Nur knapp sieben Jahre sp\u00e4ter wurde das 2,5 Meter hohe Glaskreuz besch\u00e4digt und musste durch eine stabilere Ausf\u00fchrung ersetzt werden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-moderne-gipfelkreuze-in-zeiten-des-alpinismus\">Moderne Gipfelkreuze in Zeiten des Alpinismus<\/h2>\n\n\n\n<p>Gipfelkreuze, wie wir sie heute kennen, sind ein eher neuartiges Ph\u00e4nomen und entwickeln sich erst <strong>ab dem 19. Jahrhundert<\/strong>. W\u00e4hrend Wanderer und Reisende die hohen Berge noch wenige Jahre zuvor eher mieden und absolut keinen Anlass darin sahen nur zum Vergn\u00fcgen ein hohes Risiko im alpinen Gel\u00e4nde einzugehen, wurde das <strong>Interesse an den Bergen<\/strong> der Welt in den folgenden Jahren immer gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n\n\n\n<p>Das 19. Jahrhundert ist gepr\u00e4gt von der systematischen <strong>Vermessung der Berge<\/strong>, von der Gr\u00fcndung des Alpine Club in London, sowie der Gr\u00fcndung des Schweizer Alpen-Clubs, des \u00d6sterreichischen Alpenvereins und des DAV.&nbsp;Klein- und Gro\u00dfglockner wurden bereits 1799 und 1800 mit Gipfelkreuzen ausgestattet, die f\u00fcr ihre Zeit schon sehr aufwendig gestaltet wurden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/austria-gd209fa888_1920.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/austria-gd209fa888_1920.jpg\" alt=\"Das Jakobskreuz auf der Buchsteinwand im Pillerseetal.\" class=\"wp-image-46643\" width=\"835\" height=\"626\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/austria-gd209fa888_1920.jpg 800w, https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/austria-gd209fa888_1920-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/austria-gd209fa888_1920-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 835px) 100vw, 835px\" \/><\/a><figcaption>Das Jakobskreuz auf der Buchsteinwand im Pillerseetal in Tirol ist eigentlich ein Aussichtsturm in Kreuzform.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Viele Kreuze waren dagegen in der Anfangszeit von Alpinismus und Vermessung eher als <strong>schlichte Holzkreuze<\/strong> gehalten und wurden erst im Laufe der Jahre durch gr\u00f6\u00dfere oder k\u00fcnstlerisch gestaltete Kreuze ausgetauscht. Neben dem religi\u00f6sen Aspekt der Kreuze \u2013 die meisten Menschen im Alpenraum waren zu dieser Zeit katholisch \u2013 wurden die Kreuze zu dieser Zeit zunehmend auch ein <strong>Symbol der Aufkl\u00e4rung<\/strong> und ein <strong>Zeichen f\u00fcr eine erfolgreiche (Erst-) Besteigung<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Teilweise wurden Gipfelkreuze auch mit Blitzableitern oder <strong>wissenschaftlichen Messinstrumenten<\/strong>, wie Thermometer und Barometer, ausgestattet. Manche weltlichen Herrscher versuchten in dieser Zeit ihren Machtanspruch durch andere Monumente auf Berggipfeln zu zeigen und w\u00e4hlten daf\u00fcr bewusst keine Kreuze. Im Vergleich zum weit verbreiteten Gipfelkreuz konnten sich die unterschiedlichen Pyramiden, Obelisken und Fahnenmasten aber nie wirklich im Alpenraum durchsetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr zur Geschichte des Bergsports findet ihr in einigen unserer <a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/bergsport-geschichte-buch-tipps\/\">Buchempfehlungen<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Gipfelkreuz Fun Fact No. 3: <\/strong>Das gr\u00f6\u00dfte Gipfelkreuz ist das Jakobskreuz und steht auf der Buchensteinwand im Pillerseetal in Tirol. Es ist ganze 30 Meter hoch, hat einen eigenen Fahrstuhl, integrierte Seminarr\u00e4ume und nat\u00fcrlich mehrere Aussichtsplattformen. Damit ist das Gipfelkreuz eher ein Aussichtsturm im Kreuz-Design.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-gipfelkreuze-boom-nach-dem-zweiten-weltkrieg\">Gipfelkreuze \u201eBoom\u201c nach dem Zweiten Weltkrieg<\/h2>\n\n\n\n<p>Als Andenken an die Gefallenen und als <strong>Dank f\u00fcr gesunde Heimkehr<\/strong> aus Krieg und Gefangenschaft stellten viele Gemeinden nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg eigene Gipfelkreuze auf. Dadurch erh\u00f6hte sich die Gesamtanzahl der Kreuze im 20. Jahrhundert noch einmal stark.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinter der <strong>Idee und Ausf\u00fchrung eines Gipfelkreuzes<\/strong> stehen in der Regel entweder die Gemeinden selbst, lokale Verb\u00e4nde \u2013 wie z.B. der Tourismusverband \u2013 oder Vereine, wie DAV, Bergwacht oder Veteranenvereine. Viele Kreuze sind auch durch private Initiativen oder durch Spenden ins Leben gerufen worden.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die <strong>Gestaltung<\/strong> werden teilweise <strong>bekannte K\u00fcnstler<\/strong> beauftragt und mit verschiedensten Materialien, wie Holz, Stahl, Stein oder Glas gearbeitet. So entstehen schnell Kosten im unteren und mittleren f\u00fcnfstelligen Bereich f\u00fcr ein einziges Gipfelkreuz. Hinzu kommen die laufenden Kosten f\u00fcr Wartung und Reparaturen.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Gipfelkreuz<\/strong> <strong>Fun Fact No. 4:<\/strong> Bei Gewitter sind Gipfelkreuze ein optimaler Blitzableiter. Das bedeutet, der Aufenthalt im Umkreis des Gipfelkreuzes kann schnell gef\u00e4hrlich werden. Deshalb sollten Wanderer und Kletterer bei aufziehendem Gewitter entweder den Aufstieg unterbrechen, oder z\u00fcgig vom Gipfel absteigen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wie-kommt-das-gipfelkreuz-auf-den-berg\">Wie kommt das Gipfelkreuz auf den Berg?<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn das Gipfelkreuz im Tal hergestellt wurde, muss es auch irgendwie auf den Berg bef\u00f6rdert und dort aufgestellt werden. Je nach Berg und je nach Kreuz gestaltet sich dieses Unterfangen mehr oder weniger aufwendig. Die meisten Gipfelkreuze werden tats\u00e4chlich <strong>in einzelnen Teilen von Hand zum Gipfel getragen<\/strong> und dort aufgebaut und fixiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft helfen dabei lokale Bergsportvereine, Bergwachten oder andere Sportvereine. Mithilfe von Tragegurten und zahlreichen Helfern lassen sich auch die meterlangen Holzpfosten gut transportieren.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/germany-gdbf8de8dd_1920-2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bergfreunde.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/germany-gdbf8de8dd_1920-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-46634\" width=\"838\" height=\"629\" srcset=\"https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/germany-gdbf8de8dd_1920-2.jpg 800w, https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/germany-gdbf8de8dd_1920-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.berg-freunde.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/germany-gdbf8de8dd_1920-2-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 838px) 100vw, 838px\" \/><\/a><figcaption>Das vergoldete, 300 Kilogramm schwere Gipfelkreuz der Zugspitze wurde per Helikopter an seinen Platz transportiert.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Bei zu schmalen Pfaden und zu steilem Gel\u00e4nde erfolgt der <strong>Transport des Materials per Helikopter<\/strong>. So wurde beispielsweise das <strong>goldene Gipfelkreuz der Zugspitze<\/strong> 2009 per Heli auf dem Berg abgeholt, um dann einige Zeit sp\u00e4ter mit frischer Vergoldung wieder zur\u00fcckgeflogen und montiert zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei 300 kg Gewicht und 4,88 Meter H\u00f6he ist der Transport durch die Luft die schnellste und effizienteste Methode, um das Kreuz an Ort und Stelle zu transportieren. Kleinere Gipfel und auch Gipfel au\u00dferhalb der Alpen, wie z.B. in deutschen Mittelgebirgen und im Alpenvorland, lassen sich nach wie vor auch oft ohne Unterst\u00fctzung aus der Luft mit Kreuzen ausstatten.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Gipfelkreuz<\/strong> <strong>Fun Fact No. 4:<\/strong> Mit \u00fcber 4000 Eintr\u00e4gen ins Gipfelbuch am Gipfelkreuz des Breitenstein h\u00e4lt Wolfgang Sch\u00f6nauer einen skurrilen Rekord in den Bayerischen Voralpen. Nach bis zu f\u00fcnf Besteigungen und entsprechender Eintragung an nur einem Tag und \u00fcber einige Jahre, kennt er den Breitenstein inzwischen in- und auswendig.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-brauchen-wir-uberhaupt-gipfelkreuze\">Brauchen wir \u00fcberhaupt Gipfelkreuze?<\/h2>\n\n\n\n<p>Gipfelkreuze werden immer wieder <strong>mutwillig besch\u00e4digt oder sogar komplett zerst\u00f6rt<\/strong>. Welche Beweggr\u00fcnde treiben Menschen dazu auf Berge zu wandern, um dann dort Gipfelkreuze zu verschandeln? Absolut unverst\u00e4ndlich. \u00c4hnlich \u00e4u\u00dferst sich auch <strong>Reinhold Messner<\/strong>, der gleichwohl kein erkl\u00e4rter Freund von Gipfelkreuzen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr ihn liegt die Sch\u00f6nheit des Berges in seiner Form und Existenz selbst. Messner richtet sich allerdings gegen jegliche Form von menschengemachtem \u201eSchmuck\u201c auf Bergspitzen. Ganz egal ob es sich dabei um religi\u00f6se, spirituelle, politische oder einfach nur um Demonstrationen von Macht und Erfolg handelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Messner gibt au\u00dferdem zu bedenken, dass moderne Gipfelkreuze oft gar nicht am h\u00f6chsten Punkt oder auf besonders wichtigen Bergen aufgestellt werden. Sie haben oft einen <strong>rein touristischen Hintergrund<\/strong>  und sollen vom Tal aus einen tollen Eindruck hinterlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sicherlich gilt das nicht f\u00fcr jedes einzelne Gipfelkreuz, aber die Frage, wann es genug Gipfelkreuze sind, darf und sollte gestellt und diskutiert werden. Wenn Wanderer \u201edie Berge vor lauter Gipfelkreuzen\u201c nicht mehr sehen, hat das Kreuz seine <strong>Symbolik in jeder Form verfehlt<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Messner selbst m\u00f6chte aber auch nicht die bestehenden Gipfelkreuze entfernen. Er betrachtet sie stattdessen als wichtige <strong>kulturhistorische Zeugnisse<\/strong> und verurteilt Vandalismus aufs Sch\u00e4rfste. Vielen Wanderern und Bergsteigern sind die teils beeindruckenden, teils schlichten und teils k\u00fcnstlerisch ausgearbeiteten Kreuze auf den Gipfeln einfach ans Herz gewachsen. <\/p>\n\n\n\n<p>Und das auch ganz ohne religi\u00f6sen, spirituellen oder machtpolitischen Beweggrund. Einfach als sch\u00f6ner und wichtiger Teil ihrer pers\u00f6nlichen Touren und Erlebnisse in den Bergen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr viele Wanderer und Bergsteiger ist das Erreichen des Gipfelkreuzes gleichzusetzen mit der Belohnung f\u00fcr die M\u00fchen des langen Aufstiegs. Oft begeistert eine grandiose Aussicht \u00fcber schier endlose Bergk\u00e4mme nach dem Erklimmen der vielen H\u00f6henmeter. 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