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Winterurlaub und Nachhaltigkeit - geht das?

Nachhaltiger Winterurlaub in den Alpen

Inhaltsverzeichnis

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen. Häufiger vorkommende Schlechtwetterphasen hinterlassen jetzt öfter mal weiß eingezuckerte Berggipfel. Der Winter rückt langsam aber sicher näher, und das heißt: Wintersport!

Alle freuen sich schon wieder auf die malerisch glitzernden Landschaften, die so viel bieten. Aber: das lockt auch immer mehr Outdoor-Enthusiasten in die Alpen.

Ob wilde Eiskletterei, Skifahren im Pulverschnee oder Schneeschuhwanderung – im Winter rücken hier teils mehr Sportler an als im Sommer. Und nicht nur die: auch Familien und andere, die vielleicht bei einfacheren Vergnügungen wie Wanderungen, Spaziergängen oder beim Rodeln Erholung suchen, gehen gern in die Berge. Das sorgt dafür, dass das Gebirge immer weiter erschlossen wird, und folglich auch im Winter leichter zugänglich ist. Früher abgelegene, unzugängliche Täler sind nun die Hotspots für Skizirkus, Eisklettergärten und Rodelbahnen. 

Aber ist das auch gut so? So einfach ist es leider nicht… und Vereinigungen wie beispielsweise der Deutsche Alpenverein (unisono mit den Alpenvereinen anderer Anrainerstaaten) warnen seit geraumer Zeit eindringlich vor den Folgen des Overtourism und dem allgemeinen Run auf die Berge. Und natürlich den damit verbundenen Erscheinungen wie der wahnsinnigen Verkehrs- und Abgaslast, die das Ganze „nebenbei“ auch noch mit sich bringt.

Die Alpen – ein einzigartiges Naturerbe

Unsere Alpen sind ein einzigartiges Naturerbe, das nicht nur für seine atemberaubende Schönheit, sondern auch für eine sehr empfindliche Umwelt bekannt ist. Nachhaltiger Winterurlaub in den Alpen ist so möglich wie faszinierend, und bietet -je nach Vorliebe- Abenteuer und Herausforderungen in einer spektakulären winterlichen Umgebung. Allerdings setzt er gleichzeitig Rücksichtnahme und Umsicht voraus. Wie und warum erfährst Du im Folgenden.

Die alpine Tierwelt im Winter

Wer schon einmal darauf geachtet hat, hat sich bestimmt gewundert, wo die Tiere im Winter sind. Im Gegensatz zum Sommer sind sie nämlich nur selten zu sehen. Ihre Spuren ziehen sich aber trotzdem durch den Schnee! Die Tiere der Alpen haben verschiedene Strategien entwickelt, um den harten Winterbedingungen im Gebirge zu trotzen. Die Überlebensstrategien hängen dabei natürlich von Tierart, Größe, Nahrungsspektrum und Verhalten ab.

Winterschlaf und Winterruhe: Kleinere Säugetiere wie Murmeltiere halten Winterschlaf oder Winterruhe. Dabei reduzieren sie ihren Stoffwechsel, und verbringen den Großteil des Winters schlafend in geschützten Höhlen oder Verstecken.

Fell und Gefieder: Säugetiere und Vögel entwickeln dichteres Fell oder Gefieder, um sich vor Kälte zu schützen.

Nahrungssuche: Schneehasen und Alpenschneehühner sind an die kalten Bedingungen angepasst und suchen im Winter nach Pflanzen oder Insekten unter dem Schnee und in schneearmen Zonen. Raubtiere gehen auf die Jagd wie im Rest des Jahres, haben aber teils mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen, z.B. Füchse, die sich die Mäuse nun unter dem Schnee suchen müssen.

Soziale Gruppenbildung: Wölfe und Murmeltiere leben in sozialen Gruppen, die ihnen im Winter Schutz und Unterstützung bieten. Sie teilen sich die Aufgaben bei der Nahrungssuche und erhöhen so ihre Überlebenschancen.

Anpassung an die Umgebung: Manche Tiere haben Tarnungen und andere Anpassungen entwickelt, um sich in der schneebedeckten Umgebung zu verstecken und ihren Fressfeinden so zu entgehen.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Strategien der Tiere je nach Art und individueller Anpassung variieren können. Einige Tiere haben spezielle physiologische Adaptationen entwickelt, um extremen Temperaturen und Nahrungsknappheit standzuhalten.

"Scheu wie ein Reh" sind auch die meisten Rothirsche wie dieser hier, der sich in den dichten Nadelwald flüchtet.
“Scheu wie ein Reh” sind auch die meisten Rothirsche wie dieser hier, der sich in den dichten Nadelwald flüchtet.

Unser Einfluss – Wie gelingt ein nachhaltiger Winterurlaub?

Wenn nun hordenweise Wintersportler und Touristen in dieses fragile Gleichgewicht der Natur einfallen, setzt das die Tier- und Umwelt naturgemäß unter Stress.

Wie heftig der Druck ausfällt, den wir dabei auf die Umwelt ausüben, hängt natürlich ganz entscheidend von dem ab, was wir wo im Gebirge tun. Insgesamt muss man aber sagen, dass durch den Gebirgs-Tourismus in jedem Fall eine Beeinträchtigung der empfindlichen alpinen Fauna (und Flora!) stattfindet. Und die Auswirkungen davon fallen -vielleicht indirekt, und nicht immer gleich spürbar- über Umwege auf uns Verursacher zurück.


Skigebiete und ihre Auswirkungen

Der Impakt von Skigebieten ist recht einfach zu erkennen: für den jährlichen Skispaß wurden/werden ganze Bergflanken von Wäldern befreit. Der Boden unter den Skipisten wird verdichtet, und daneben ziehen sich Seilbahnen und Lifte den Berg hinauf. Beim Lärm der Seilbahnen und dem Trubel der Touristen ist es keine Überraschung, dass in Skigebieten kaum ein Tier mehr angetroffen wird. Und der Negativ-Einfluss des Skibetriebs ist natürlich auch im Sommer deutlich zu sehen, denn dort, wo die Pisten verlaufen, ist der Boden kaum noch lebendig, ergiebig oder produktiv, und entsprechend reduzieren sich Wildleben und Biodiversität massiv.

So richtig große Ski-Arenen und Skischaukeln können also ein rechter Alptraum sein für alle Lebewesen, die nicht direkt mitmachen beziehungsweise daran verdienen… es hat sich daher auch verschiedentlich bereits Widerstand in der ortsansässigen Bevölkerung gegen solche Projekte formiert. Am bekanntesten ist wohl das Beispiel aus Pitz- und Ötztal, wo die Zusammenlegung zweier -bereits jedes für sich genommen massiver- Skigebiete nach einer Volksbefragung abgelehnt worden war. Das dort gezogene Fazit kann im Prinzip genauso hier stehen: Skigebiete, die an großen Zusammenschlüssen und Expansionen arbeiten, sollten ebenso gemieden werden wie solche, die umfassend mit Kunstschnee und Snowfarming arbeiten. Besser sind Ziele, die keine Expansion bestehender Strukturen anstreben, und wo winters wie sommers Touristen kommen, denn dort gibt man sich mehr Mühe, das Gelände auch außerhalb der Skisaison „in Schuß“ zu halten und zu pflegen.

Skigebiete
Skigebiete ziehen viele Touristen an, bedürfen aber auch der Rodung ganzer Hänge.

Sind Skitouren besser?

Wenn also Skigebiete die Natur verdrängen und einen entsprechend miesen Nachhaltigkeits-Score mitbringen, dann liegt es eigentlich nahe, die Abfahrtsski gegen Tourenski zu tauschen – keine lauten Seilbahnen, keine Pisten –, wir bewegen uns dann ja in der freien, „unberührten“ Natur, oder? Das hört sich im ersten Moment vielleicht recht umweltverträglich an, aber der Schein trügt.

Im Wohnzimmer der Tiere

Denn betreten wir die Wildnis, so stehen wir praktisch im Wohnzimmer von Gämse, Reh und Rotwild; und zwar ungefragt. Wir scheuchen sie auf; sie flüchten, bevor wir sie sehen. Trotzdem können Skitourengeher auch eine ganz direkte Gefahr für das Tierleben darstellen: hält man sich in kammnahem Gelände auf, so ist es möglich, dass man ein im Schnee eingegrabenes Schneehuhn überfährt – und das merkt man noch nicht einmal. Schneehühner graben sich auf der schneereicheren Leeseite in der Nähe des Kammes ein, damit sie hier schnell Schutz suchen können. Auf der abgeblasenen Luvseite jenseits des Kammes gucken sie dann nach Nahrung. Die größte Gefahr, die sie dabei zu fürchten haben, sind Adler und andere Raubvögel. Diese fliegen hauptsächlich um die Tagesmitte, die Thermik nutzend. Deshalb fressen Schneehühner vor allem morgens und abends, wodurch wir sie folglich zu diesen Tageszeiten am heftigsten stören.

Beeinflussung des natürlichen Gleichgewichts

Teils haben die Spuren, die wir als Tourengeher hinterlassen, auch einen Einfluss auf das Verhältnis von Jäger und Beute: der verdichtete Schnee bietet beispielsweise Füchsen einen Vorteil bei der Jagd. Und in abgeholzten Gegenden gibt es weniger Verstecke und Zufluchtsmöglichkeiten.

Störung der Winterruhe

Da manche Tiere auch in ihrer Winterruhe gestört werden, müssen sie bei einer Flucht, nachdem wir sie aufgeschreckt haben, ungeplant viel Energie aufwenden. Diese gilt es dann erst mal wieder zu sich nehmen. Das heißt, dass zum einen die Tiere in existenzielle Not kommen, sodass manche von ihnen dadurch zum anderen verstärkt die Bäume anfressen, was wiederum den Waldbestand gefährdet.

Weniger Wälder bedeuten außerdem auch eine höhere Lawinengefahr im Winter, und, durch mehr Erosion, erhöhte Bergrutschgefahr im Sommer. Schließlich, um den Bogen mal ganz global zu spannen: Die Waldbestände haben einen direkten und in Summe auch nicht unerheblichen Einfluss auf den Klimawandel. CO2, grüne Lunge und so…

Schneefläche im Wald
Seeeehr verlockend. Aber genau hier finden Reh- und Rotwild Zuflucht.
Foto: Fabian Bendlin

Des Menschen beste Freunde

Und noch ein Wort zum Thema Tiere: da sind ja nicht nur die wildlebenden „Einheimischen“. Manch ein Besucher bringt auch gern seinen vierbeinigen besten Freund mit. Jetzt sind Hunde zwar oft feine Tiere, aber wenn sie ohne Leine durch die Natur ziehen, kann das für die Wildfauna ziemlich schlecht ausgehen, von massivem Stress über Todesangst bis hin zum tatsächlichen vorzeitigen Dahinscheiden ist alles drin -daher der dringende Appell an Hundebesitzer, ihre Tiere an der Leine zu führen und sie gut im Blick zu behalten! Je nach Größe des Caniden kann es nämlich auch sein, dass ein Steinadler ihn in seinen Blick nimmt…

Umsichtig am Berg -Umweltkonforme Verhaltensweisen im Gebirgs-Winter

Das alles hört sich jetzt vielleicht ein bisschen so an, als dürften wir gar nicht mehr in die winterlichen Alpen. Ganz so schlimm ist es nicht, allerdings müssen einige Regeln beachtet und unsere Touren gut vorbereitet werden, um die Natur so wenig wie möglich zu belasten. Nur so kann nachhaltiger Winterurlaub gelingen! Und was heißt das konkret?

Der Deutsche Alpenverein stellt Infobroschüren im Internet zur Verfügung, in denen erklärt ist, wie man sich im Gelände am besten verhält, um der Fauna möglichst wenig auf die Nerven zu gehen. Es gibt von den einzelnen Sektionen auch immer wieder geführte Touren mit dem Transfer eben diesen Knowhows. Generell gilt: immer auf den Skipisten, Forst- und Wanderwegen bleiben, und Abstand zu Baum- und Strauchgruppen halten. Schutz- und Schongebiete müssen selbstverständlich immer respektiert werden. Begegnest Du dennoch Wildtieren, solltest Du ihnen ausweichen, und sie maximal aus der Ferne beobachten. Lärm ist dabei natürlich immer zu vermeiden!

Zusammengefasst sind es ein paar einfache Richtlinien, die sich eigentlich ohnehin von selbst verstehen und die jeder in seinem Winterurlaub einfach befolgen kann und sollte.

Bei den einzelnen Aktivitäten sind unterschiedliche Formen der Rücksichtnahme erforderlich:

Bei der Skitour:

Es gibt alpenweit ausgewiesene Skitourenrouten, vor allem in den hoch frequentierten Touren. Infos zu den Skirouten gibt es meist vor Ort auf Infotafeln, in lokalen Bergschulen oder Tourismusinformationen. Im Kartenmaterial sind in der Regel auch die von uns zu meidenden Wildschutzgebiete eingezeichnet. Da das Wild Schutz im dicht bewachsenen Wald, Jungwald und Krummholz (Latschen) sucht, sind unsere Bewegungsräume -freie Hänge und dicht mit Schnee bedeckte Zonen- eigentlich sehr praktisch, denn sie liegen außerhalb der Rückzugsgebiete der Tiere. Und auch der Flora zuliebe sind Krummholz und Jungwald zu meiden, da scharfe Kanten der Ski oder die Eisen der Schneeschuhe die Rinde verletzen und Triebe abschneiden können.

Generell ist das optimale Skitouren-, Freeride-, und Schneeschuhzeitfenster, in dem wir uns aus Umweltschutzgründen mit gutem Gewissen im Gelände aufhalten können, von circa 10 Uhr morgens bis 16 Uhr nachmittags. In der Dämmerung können die Pflanzenfresser dann nämlich in Ruhe, ohne den Druck durch jagende Raubtiere, nach Nahrung suchen.

An der Kerze
An der Kerze im Pinnistal stört sich kein Tier an den Eiskletterern…solange diese nur bei Tageslicht da sind.
Foto: Fabian Bendlin

Beim Eis- und Mixed-Klettern:

Am Eisfall selbst sowie in der Wand stören wir keine Tiere. Die einzigen, die hier leben sind Vögel, die, sofern sie nicht in den Süden gezogen sind, im Winter zumindest nicht brüten.

Wo wir jedoch unter Umständen für umso größere Störung sorgen, ist beim Abstieg. Dabei bewegen wir uns gerade nach dem Eisklettern oft durch steiles, gern bewaldetes Gelände, das verschiedenen Tieren einen hervorragend geschützten Lebensraum bietet. Um so wenig Ungemach wie möglich zu verursachen, sollte man diesen Bereich ebenfalls nur im Zeitfenster von 10 Uhr vormittags bis etwa 16 Uhr durchqueren.

Beim Eisklettern:

Siehe oben! Sofern wir nicht Abseilen, steigen wir durch bewaldetes oder anderweitig bewachsenes Gelände ab, dort also Vor- und Umsicht walten lassen. Und es ist ja auch in unserem Interesse, vor der Dämmerung im Tal anzukommen.
Am schonendsten ist in der Hinsicht übrigens der Besuch eines Eisklettergartens, da sich dann der Eisklettertourismus auf einen Punkt reduziert, und die Gesamtbelastung auf die Natur sinkt.

Im Skigebiet:

Skigebiete bieten erstmal den Vorteil der Zentrierung des Tourismus auf einen Ort. Das große räumliche Wachstum, das viele Skigebiete verzeichnen, schwächt das Argument allerdings etwas ab, denn nachhaltiger Winterurlaub sieht definitiv anders aus.

Jeder Wintersportler sollte sich überlegen, wie viel leicht konsumierbaren Spaß er oder sie gegenüber der Belastung des Ökosystems unserer Alpen verantworten möchte. Eine Motivation, doch auf Skitouren umzusteigen, wäre die Aussicht auf den deutlich größeren Wert der Abfahrt nach dem selbst erkämpften Aufstieg. Aber wenn es dann doch das Skigebiet sein soll, dann sollte man zumindest eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bevorzugen. Siehe unten! Denn tatsächlich verursacht die automobile An- und Abreise durchschnittlich 80% des CO2-Ausstoßes eines Skiurlaubes, und nur 20% sind auf den Betrieb von Bergbahnen, Schneekanonen und Co. zurückzuführen. Besonders der Transport beeinflusst also den Grad der Nachhaltigkeit des Winterurlaubs.

Wie kann der Winterurlaub nachhaltiger werden?

Im Folgenden zeigen wir Euch ein paar Stellschrauben, an denen sich im Sinne eines nachhaltigeren Aufenthalts in den Bergen drehen lässt.

Der CO2-Elefant im Raum: die Anreise

Wie schon gesagt: bei Wintersportlern und -Urlaubern ist der CO2-Fußabdruck in Form der Anreise eines der Hauptprobleme. Es wird -unter anderem wiederum vom DAV- unermüdlich dazu aufgerufen, die Anreise mit dem ÖPNV zu unternehmen. Meist scheitert das jedoch entweder an mangelndem Willen, aber auch der Verfügbarkeit realistisch nutzbarer Verbindungen. Der DAV hat sogar einen CO2-Rechner für Bergtouren im Angebot: ruhig mal ausprobieren! Die Nachhaltigkeit beim Winterurlaub beginnt also -surprise!- mit der Anreise. Wenn schon nicht mit dem ÖPNV, dann wenigstens mit einem vollbesetzten Auto. Denn die Emissionen haut’s raus, ob Du allein fährst oder fünf Leute mit im Wagen sitzen. In Österreich gibt es sogar eine Plattform Bahn zum Berg, um die Anreise mit den Öffis zu planen. Außerdem ist es sinnvoller, für mehrere Tage anzureisen, und Tagestrips in die Alpen nach Möglichkeit zu vermeiden.

Nachhaltig aufgestellte Reiseziele und Unterkünfte

Der DAV hat eine Kampagne namens „Natürlich auf Tour“ gestartet, die Dir die Planung nachhaltiger, umweltverträglicher Ski- und Schneeschuhtouren ermöglicht. Dort gibt es Infos zu Schongebieten und -Zeiten, Planungshilfen und Hintergrundinformationen. Konkrete Empfehlungen für nachhaltige Wintersport-Destinationen sind schwierig, allerdings gibt es ein paar Gebiete, die besondere Bemühungen an den Tag legen: In Garmisch-Partenkirchen wurde eine Nachhaltigkeitsstrategie ins Leben gerufen, die einen verträglichen Wintertourismus sicherstellen soll. Am Kitzsteinhorn im österreichischen Kaprun wurden bereits Qualitäts-, Umwelt-, und Energiemanagementsysteme etabliert. Dort werden auch gratis Skishuttlebusse angeboten, und die Seilbahnen und Lifte mit Strom aus regenerativen Quellen betrieben. Im schweizerischen Graubünden gibt es in Tenna den weltweit ersten Solarskilift, der ausschließlich mit Sonnenenergie läuft; überschüssig erzeugter Strom wird ins Netz eingespeist.

Das Portal Alpine Pearls repräsentiert den Zusammenschluss verschiedener Ferienorte aus sechs Alpenländern, die sich nachhaltigem, sanftem Tourismus verschrieben haben. Der Anspruch umfasst dabei zunächst die Mobilität, da alle teilnehmenden Gemeinden und Gebiete gut mit Bahn und Bus erreichbar sind. Außerdem geht es um umweltverträgliche Freizeitangebote, unverbaute Landschaften, traditionelle Architektur, und regional-saisonale Küche in den Wirtschaften.

Ist nachhaltiger Winterurlaub teurer?

Da Urlaube – sommers wie winters- insgesamt teurer werden, und auch die Inflation das Ihre dazu tut, sind natürlich auch nachhaltige Ferienaufenthalte nicht umsonst.

Allerdings hängen die letztendlichen Kosten von so vielen Faktoren ab, dass die Frage nicht eindeutig zu beantworten ist. Schneesicherheit ist an etlichen (vielleicht irgendwann ehemaligen?) Wintersportorten alles andere als gegeben. Man könnte also auch einen Winterurlaub ohne Skifabfahrten in der Mega-Arena, und damit auch ohne teure Lift- und Gondelpässe antizipieren. Langlaufen geht auch bei relativ geringer Schneehöhe, kostet wenig bis nichts, und ist spaßig und gesund. Wanderungen gehen immer, und normalerweise auch ohne Ticket (und ohne Schnee) ;-). Also einfach mal den Turbo rausehmen, etwas entschleunigen. Den Skitrubel links liegen lassen, und trotzdem einen schönen, erlebnisreichen Winterurlaub haben. Und dabei auch noch den ein oder anderen Euro sparen! Klar, regional-saisonale Küche, die gern auch mal bio ist, kostet sicher mehr als die Speisung der 5000 in der Skilift-Beizn. Dafür schmeckt sie aber vermutlich auch besser!

Winterurlaub nicht nur für Skifahrer, Snowboarder und Extremsportler

Abgesehen davon müssen ja auch nicht alle immer zu den Top-Destinationen mit den krassesten Abfahrten, den besten Parks, den längsten Liften und Pistenkilometern etc.. Denn für eine junge Familie kann es beispielsweise auch schön sein, einfach die Umgebung zu genießen, und gelegentlich (Schneeschuh-)Wanderungen oder Spaziergänge zu unternehmen. Oder einen Nachmittag am Schlittenhügel zu verbringen. Aber auch dabei empfiehlt es sich natürlich, Urlaubsziele auszuwählen, die auf nachhaltigen, umweltverträglichen Tourismus setzen. Sie sollten über ein gutes Ökomanagement verfügen, und idealerweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein.

Fazit nachhaltiger Winterurlaub

Nachhaltiger Winterurlaub in den Alpen ist nicht nur ein Abenteuer, sondern bringt auch Verantwortung gegenüber der Natur und den Menschen -Anrainern wie anderen Erholungsuchenden- mit sich. In Urlaub zu fahren ist ein Privileg, das eine gewisse Verantwortung der Zielregion und der Umwelt gegenüber mit sich bringt, der man aber mit etwas Engagement und Planung gut nachkommen kann.

Der Alpenverein hat klare Regeln entwickelt, um sicherzustellen, dass Winterurlauber*innen die Schönheit der Berge genießen können, ohne die Umwelt zu schädigen. Durch die Einhaltung dieser Regeln können wir sicherstellen, dass die Alpen auch für kommende Generationen ein magischer Ort bleiben.

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Bergfreund Fabian

Nachdem ich mein Leben dem Klettern (nach oben) gewidmet hatte, stand ich oft oben am Berg und wollte nicht mehr runter laufen. Da musste ein Gleitschirm her. Das Fliegen hat mich dann mindestens genauso stark in seinen Bann gezogen wie die Kletterei. Also was kann es nur schöneres geben, als durch einen Wand auf einen Berg zu klettern und danach ins Tal zu fliegen? Climb&Fly ist das schönste, was es gibt! Falls du mehr erfahren möchtest: www.adventureswithfabi.de/blog

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