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Bushcraft vs. Survival – wo liegen die Unterschiede?

Inhaltsverzeichnis


  • Bushcraft ist eine Freizeitaktivität,bei der es darum geht, sich Fähigkeiten anzueignen, um in der Natur/Wildnis zu überleben
  • Survival bedeutet das Überleben in der Wildnis, das Ziel ist es jedoch, wieder heil nach Hause zu kommen
  • Bushcrafter:innen bauen sich Lager aus Tarps und Naturmaterialien, um das Leben in der Natur zu simulieren
  • Beim Survival geht es beim Lagerbau, um Schutz vor Kälte und Witterung
  • Beim Bushcraften wird ein Lagerfeuer mithilfe von z.B. Feuerstahl entzündet
  • Ein Campingkocher gehört häufig zur Ausrüstung beim Buchcraften
  • Im Survival-Training besteht die Nahrung aus Dingen, die man vor Ort in der Natur vorfindet

Am wahrscheinlich letzten schönen Sonntag im Herbst war ich wandern. Außerdem wollte ich noch eine Gaskartusche vollständig entleeren, und so habe ich mich kurzerhand dazu entschlossen, alles Notwendige mitzunehmen um unterwegs einen Tee kochen zu können. So weit so normal.

Ich sitze also irgendwann mit Freunden vor einer Schutzhütte in der Sonne und warte darauf, dass das Wasser warm wird: „Du sag mal, ist das eigentlich Bushcraft?“. Ein leicht verwirrter Blick meinerseits. „Ne, mal im Ernst. Ich war da neulich bei Youtube. Du, das ist faszinierend. Da sitzen immer irgendwelche Leute im Wald, die sehen aus, als würden sie gerade den Amazons durchqueren und haben sich aus ner Plane und ein paar Ästen ein Lager gebaut. Im Hintergrund hörst du gerne mal eine Straße und weißt du, was die dann machen? Die kochen Kaffee und erzählen, was sie alles dabei haben. Also frag ich dich, machen wir hier Bushcraft?“

Natürlich nicht. Wir sind wandern und kochen Tee. Das ist halt wandern und Tee kochen. Nichts anderes. Und die Geschichte mit Youtube war wahrscheinlich auch ordentlich überzogen. Aber so albern das Gespräch auch angefangen hat, so interessant endet es dann doch: Nämlich mit der Frage, was denn Bushcraft eigentlich genau ist und worin der Unterschied zum Survival liegt.

Da keiner von uns auf die Schnelle eine brauchbare Definition parat hatte, habe ich mich mal ein wenig schlau gemacht und dachte mir, dass auch ihr von der Recherche profitieren sollt. Los geht’s!

Bushcraft und Survival kurz erklärt

Die Begriffe Bushcraft und Survival lassen sich nicht eindeutig definieren und auch eine strikte Grenze zwischen den beiden Bezeichnungen ist nicht immer klar auszumachen. Oft spielen in solch einer Betrachtung auch individuelle Ansichten und Meinungen mit, was die Sache auch nicht gerade besser macht. Deshalb noch eines vorweg: nicht alles, was ich hier schreibe ist in Stein gemeißelt und lässt selbstverständlich auch andere Ansichten zu. Ich möchte euch aber trotzdem einen groben Überblick geben, worum es bei der jeweiligen „Disziplin“ geht.

Bushcraft

Frau macht ein Lagerfeuer
Beim Bushcraften gehts ums Leben in der Wildnis.

Übersetzt man diesen englischen Begriff ins Deutsche, so ergibt sich Bush = Busch, Gehölz, Wäldchen und Craft = Handwerk oder Fertigkeit. Frei übersetzt also die Fähigkeit sich draußen (im Wald) durch gewisse Fertigkeiten ein gutes und ggf. längeres Leben in der Wildnis zu ermöglichen. Der Aufenthalt in der Natur ist dabei immer freiwillig und kann jederzeit beendet werden. Es handelt sich hier um eine reine Freizeitbeschäftigung.

Survival

Auch dieser Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet schlicht „Überleben“. Und zwar das Überleben in Notsituationen. Hierbei geht es in erster Linie darum, Grundbedürfnisse (also Wasser, Nahrung, Kleidung) abzudecken um so lange zu überleben, bis die Notsituation durchgestanden ist oder man sich selbst daraus befreit hat. Auch das Finden eines sicheren Schlafplatzes und die Orientierung mit einfachen Mitteln (Sonnenstand, Vegetation etc.) ist fester Bestandteil des Survivals. „Ernstes“ Survival steht eigentlich immer mit einer konkreten Notlage im Zusammenhang. Survival(-Training) als Freizeitbeschäftigung befasst sich hingegen mit konstruierten Notlagen und soll auf den Ernstfall vorbereiten. Stichwort: Überlebenstraining.

Allgemein betrachtet

Bei Bushcraft geht es eher darum, aus dem Alltag zu entfliehen, die Natur zu genießen und fernab der Zivilisation eine gute Zeit zu verbringen. Was man dazu benötigt, nimmt man entweder von zu Hause mit oder weiß ziemlich sicher, dass man es vor Ort vorfinden wird. Meist geht das Bushcraften mit einer Ein- oder Mehrtageswanderung einher, zentrales Element ist nicht selten das Errichten eines (Nacht-)Lagers in der Natur mittels Plane und/oder Naturmaterialien, die gesammelt werden.

Bushcraft: raus aus der Zivilisation

Ein wenig klingt das so wie verschärftes Camping, und für die breite Masse derer, die sich mit Bushcraft befassen, dürfte das wahrscheinlich auch zutreffen – was keinesfalls verwerflich ist. Darüber hinaus gibt es aber auch Personen, die weiter in die Thematik einsteigen und für ihre Bushcraft-Abenteuer immer weniger „Zivilisation“ von zu Hause mitnehmen und stattdessen mehrheitlich Dinge verwenden, die sie in der Natur finden.

Survival: der Ernstfall

Während Bushcraft darauf abzielt mal rauszukommen, liegt der Fokus beim Survival darauf, wieder nach Hause zu kommen. Beim Survival-Training handelt es sich daher um ein Überlebenstraining für den Ernstfall. Der Gedanke dahinter ist in etwa folgender: Tritt spontan eine Notlage ein, für die man nicht zwingend ausgerüstet ist, kann man es durch gewisse handwerkliche Fähigkeiten, Improvisationsgeschick und solidem Wissen über Pflanzen und Tiere schaffen, trotz widriger Umstände eine Zeit lang zu überleben und sich bestenfalls selbst zu retten.

Hierzu ein Beispiel: Eine Person begibt sich alleine auf eine Bergwanderung und bricht sich dabei ein Bein. Die Route ist wenig begangen, das Handy hat keinen Empfang, zu Hause weiß niemand über die Aktion Bescheid. Kurz und gut: Hilfe ist so schnell nicht zu erwarten. Je nach Jahreszeit, Wetterlage und Ausrüstung kann eine entsprechende Situation schnell lebensbedrohlich werden. Hier kann es beispielsweise erforderlich sein, mit einfachsten Mitteln ein halbwegs wetterfestes Lager zu errichten.

Gerade, wenn man aufgrund des schlechten Gesundheitszustands längere Zeit ausharren muss, ist es außerdem von Vorteil, wenn man sich mit essbaren Pflanzen auskennt und weiß, wie man sich fernab von Bach oder Quelle Wasser beschafft. Auch könnte es in dieser Situation notwendig sein, das Bein behelfsmäßig zu schienen und Krücken zu bauen. Hierdurch wäre der Abstieg ins Tal oder zur nächsten Hütte und somit auch zu baldiger Hilfe möglich. Und genau an diesem Punkt setzt Survival-Training an. Oder mit den Worten Rüdiger Nehbergs: „Überleben ums Verrecken.“

Bushcraft und Survival(-Training) in der Praxis

Obwohl Bushcraft und Survival grundsätzlich auf anderen Ideen basieren bzw. von jeweils anderen Szenarien ausgehen, gibt es dennoch bei beiden Disziplinen zentrale Themen, die fest zum Repertoire gehören. Hierzu zählen unter anderem, ein Nachtlager zu errichten, Feuer machen, Nahrung zubereiten. Doch auch hier zeigen sich die Unterschiede von Survival und Bushcraft in der unterschiedlichen Vorgehensweise deutlich.

Zur Vereinfachung: Wir gehen im Folgenden davon aus, dass Bushcraft als Freizeitbeschäftigung anzusehen ist, und es sich beim Survival um eine (möglicherweise konstruierte) Notsituation handelt.

Der Bau eines (Nacht-)Lagers

Zwei Personen unter einem Tarp
Bushcrafter sind nicht selten mit Tarp unterwegs.

Bushcraft

Für den Bau eines Lagers hat der Bushcrafter alles dabei, was er als wichtig erachtet. Je nach persönlichen Vorlieben kann hier auch mal eine Hängematte im Gepäck sein, ggf. sogar ein Zelt. Sehr oft kommen jedoch Tarps zum Einsatz, die beispielsweise zwischen zwei Bäumen aufgespannt werden.

Außerdem versuchen Bushcrafter nicht selten, Lagerstätten aus Naturmaterialien wie Ästen, Laub und Gras zu bauen. Das Errichten eines Lagers gehört dabei fest zur Idee des Bushcraftens und kann problemlos auch mal längere Zeit in Anspruch nehmen. Die Ausführungen reichen dabei von praktisch-funktionell bis hin zu aufwendig und durchdacht. Das Bauen ist hier quasi Notwendigkeit und Zeitvertreib in einem.

Survival

Für den Survivor stellt ein Lager vor allem Schutz dar. Schutz vor Kälte, Nässe und Wind. Je nach körperlicher Verfassung und allgemeiner Witterung kann es dabei wichtig sein, dass ein Unterstand so schnell wie möglich errichtet ist und dabei bestmöglichen Schutz bietet. Für den Bau wird alles verwendet, was gerade (zufällig) zur Verfügung steht. Sehr oft wird es sich dabei ebenfalls um Naturmaterialien handeln, findet der Survivor aber beispielsweise eine alte Plane oder ein Stück Wellblech im Wald, baut er auch das ein. Außerdem greift der Survivor auf alles zurück, was das Errichten eines Lagers einfacher macht. Entdeckt er beispielsweise eine kleine Höhle oder einen umgekippten Baum, kann das einiges an Bauarbeiten ersparen und wird dankbar angenommen.

Während der Bushcrafter relativ genau weiß, für welchen Zeitraum er sein Lager errichtet, weiß das der Survivor oft nicht. Auch kann es ein, dass der Survivor zunächst ein vergleichsweise primitives Lager aufschlägt, um sich schnell vor ganz konkreten Gefahren wie einer Unterkühlung zu schützen. Stellt sich dann heraus, dass er an diesem Ort länger ausharren muss, wird er versuchen, das Lager zu verbessern, sobald es die Witterung oder sein physischer Zustand erlaubt bzw. zwingend erforderlich macht.

Noch ein paar wichtige Ergänzungen: Je nach Region und Auslegung kann der Bau eines Lagers als Wildcampen eingestuft werden. Das wiederum ist nicht überall erlaubt. Wenn es tatsächlich ums blanke Überleben geht, interessiert das freilich niemanden, aber gerade bei Freizeit- und Trainingsszenarien sollte man sich vorab unbedingt informieren, was wo wie erlaubt ist. Wer das tun möchte, kann sich mit den folgenden Beiträgen einen ersten Überblick verschaffen:

Feuer machen

Bushcraft

Auch ein Lagerfeuer ist oft fester Bestandteil beim Bushcraften. Hierbei steht aber nicht nur die reine Funktion eines Feuers als Wärme- und Lichtspender im Vordergrund. Vielmehr spielt auch das Gefühl, in freier Natur am Lagerfeuer zu sitzen eine Rolle. Außerdem wird beim Bushcraften teils einige Zeit darauf verwendet, das Feuer möglichst nicht mit Streichholz oder Feuerzeug zu entfachen, sondern vielmehr mit einfacheren Mitteln wie einem Feuerstahl oder durch Feuerbohrer etc. Auch hier geht es, ähnlich wie beim Bauen des Lagers nicht zwingend darum, dass die Tätigkeit möglichst schnell abgeschlossen ist, sondern um das Erlebnis, ein Feuer zu entzünden und die persönlichen Fähigkeiten zu schulen.

Lagerfeuer
Beim “Überleben” muss man in der Regel auf Hilfsmittel beim Feuermachen verzichten.

Survival

Der Survivor ist, in aller Regel, von einer gewissen Ressourcenknappheit betroffen und wird deshalb nur dann ein Feuer machen, wenn er es auch wirklich braucht. Brennt es einmal, kann es je nach Situation sinnvoll sein, das Feuer so lange wie möglich am Leben zu halten. Um ein Feuer zu entzünden nutzt der Survivor alles, was zur Verfügung steht. Hat er zufällig Streichhölzer oder ein Feuerzeug dabei (oder gefunden), wird er versuchen das Feuer damit anzuzünden. Ist das nicht der Fall, kommen primitivere Mittel wie das Feuerbohren zum Einsatz. Darüber hinaus hat der Survivor in der Regel einige Lifehacks parat und bekommt daher beispielsweise auch mit einer Batterie oder einem Tampon ein Feuer hin. Auch ein breites Wissen über gut brennbare (Natur-)Materialien wie Löwenzahnsamen, Baumpilze etc. ist bei solcherart interessierten Personen oft vorhanden.

Der Survivor nutzt ein Feuer für ganz spezielle Zwecke, die ihm beim Überleben helfen. Das Feuer ist dabei mehr als nur Wärmequelle, es bietet Licht in der Dunkelheit, hält ggf. wilde Tiere fern und wird zum Abkochen von Wasser und der Zubereitung von Nahrung eingesetzt. Außerdem kann ein Feuer auch als Notsignal dienen, beispielsweise, indem man durch das Verbrennen von nassem Reisig starken Rauch aufsteigen lässt, der möglicherweise in einer größeren Entfernung gesehen werden kann.

Noch eine wichtige Anmerkung zum Feuermachen: Je nach Jahreszeit, Terrain (vor allem Wald) und Witterung gelten nicht nur in Deutschland starke Beschränkungen, was das Entfachen eines Feuers angeht. Gerade, wenn es beim Feuermachen vorwiegend um Lagerfeuerromantik oder Ähnliches geht, sollte man genau wissen, was man darf und was nicht. Stephan hat zu diesem Thema einen Artikel für euch verfasst. Wer also mehr über Regeln und Beschränkungen, aber auch über konkrete Methoden zum Feuermachen erfahren möchte, kann das im Blogartikel “Feuer machen” nachlesen.

Nahrung und deren Zubereitung

Bushcraft

Kochtopf auf dem Lagerfeuer
Der Bushcrafter hat in aller Regel alle wichtigen Utensilien für eine leckere Mahlzeit am Lagerfeuer dabei.

Beim Bushcraft wird die Verpflegung in der Regel von zu Hause mitgebracht. Auch hier ist erlaubt, was gefällt. Vom bereits fertig marinierten Steak bis zur Tütensuppe gibt es hier wahrscheinlich nichts, was nicht schon mal mit von der Partie war. Der Bushcrafter leidet generell nicht an Nahrungsknappheit und ist nicht darauf angewiesen, Nahrung zu suchen. Je nach persönlichem Interesse und eigenen Fähigkeiten kommt es aber auch vor, dass sich manch einer zumindest ergänzend von Pilzen, Beeren oder Kräutern, die er gerade gefunden hat, ernährt. Auch für die Zubereitung ist der Bushcrafter in der Regel gut ausgerüstet.

Neben dem Kochen am Lagerfeuer kommen hier nicht selten die unterschiedlichsten Arten von Campingkochern zum Einsatz. Besonders beliebt sind dabei sogenannte Hobo-Kocher. Also Trockenbrennstoffkocher, die mit brennbarem Material wie Ästen, kleinen Holzstücken oder Ähnlichem betrieben werden können. Viele Bushcrafter befassen sich außerdem auch mit Wissensthemen wie Natur- und Pflanzenkunde. Aber auch hier geht es nie darum, einen Mangel auszugleichen, sondern vielmehr das eigene Wissen zu erweitern und die Natur zu erleben. Auch Getränke wie Wasser, Tee, Saft oder Bier bringt sich der Bushcrafter in der Regel mit. Bei längeren Touren kann es außerdem sein, dass er Wasser aus sicheren Quellen bezieht und/oder mit einem Wasserfilter filtert.

Survival

Ausreichend Nahrung und vor allem Wasser zur Verfügung zu haben ist für den Survivor ein ganz zentrales Element. Entsprechend kreativ und pragmatisch geht er dabei vor. Kann Wasser nicht aus einer halbwegs sicheren Quelle entnommen werden, muss es anderweitig beschafft und möglicherweise abgekocht oder gefiltert werden. Hierzu gibt es fernab von modernen und technischen Lösungen zahlreiche Möglichkeiten, die der Survivor bestenfalls kennt. Auch kennt er beispielsweise Methoden Wasser aufzufangen (Luftfeuchtigkeit, Tau etc.); weiß aber auch, wie und wo sich in der Natur Wasser finden lässt.

Nahrung hat der Survivor bestenfalls dabei, spätestens nach ein paar Tagen des Ausharrens herrscht jedoch auch hier ein gewisser Mangel. In diesem Fall wird sich der Survivor auf seine Fähigkeiten, Nahrung zu finden, verlassen. Er weiß nicht nur, welche Früchte und Pflanzen essbar sind, sondern auch wo und wann man was finden kann. Er kennt auch Methoden, wie man Fische oder kleine Tiere fangen, ausnehmen und zubereiten kann. Hat der Survivor nicht zufällig einen Kocher dabei, nutzt er das Lagerfeuer als Kochstelle oder weiß, wie man beispielsweise aus einer alten Konservendose einen behelfsmäßigen Kocher bauen kann.

Rechtliches

Auch hierzu noch eine wichtige Anmerkung: In Deutschland, wie auch in vielen anderen Ländern, kann man nicht einfach alles, was irgendwo am Baum oder Strauch wächst, pflücken und mitnehmen. Nicht selten werden dadurch Eigentumsrechte verletzt und man macht sich des Diebstahls schuldig. Einfach mal so einen Apfelbaum plündern oder auch nur einen Apfel wegpflücken ist also nicht. Anders sieht es bei Waldpflanzen aus. Auch hier gibt es keine (bundesweit) einheitliche Regelung. Für Baden-Württemberg gilt das Landeswaldgesetz. Dieses besagt in etwa, dass Waldfrüchte, Kräuter sowie Streuholz in einem „ortsüblichen Umfang“ entnommen werden dürfen. Anders sieht es da beim Angeln oder Fallenstellen aus. Hier gilt das Bundesjagdgesetz bzw. die jeweiligen Landesfischereigesetze, und das Angeln oder Jagen/Fallenstellen ist ohne entsprechenden Jagd- oder Angelschein grundsätzlich verboten.

Können wir das mal bitte zusammenfassen?

Klar doch! Allgemein gesprochen ist Bushcraft in erster Linie Spaß. Alles beim Bushcraft geschieht freiwillig und dient dazu, dem Alltag zu entfliehen, eine gute Zeit in der Natur zu verbringen und ggf. seine Fähigkeiten zu schulen und einzusetzen. Ein solches Abenteuer ist in der Regel immer geplant, und die Dauer festgelegt und überschaubar. Ein Tag, ein Wochenende, eine Woche… Außerdem kann die Aktion normalerweise jederzeit problemlos abgebrochen werden.

Beim Survival geht es hingegen um eine ernstzunehmende, konkrete und ggf. lebensbedrohliche Notlage. Diese ist entweder real oder konstruiert (Training). Ein Training ist normalerweise ebenfalls geplant und kann bestenfalls bei Bedarf jederzeit abgebrochen werden. Generell wird aber auch beim Überlebenstraining ein Szenario erschaffen, das von einer echten Notsituation ausgeht. In diesem Fall ist das Tun und Handeln nicht zwingend freiwillig und dient einem ganz konkreten (lebenserhaltendem) Zweck. Auch ist die Dauer (theoretisch) nicht absehbar, da Survival immer darauf abzielt, eine Notlage so lange auszuhalten, bis sich diese verbessert bzw. ändern lässt.

In einem Satz: Der Bushcrafter will für eine gewisse Zeit raus aus der Zivilisation, der Survivor will so schnell wie möglich wieder rein.

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Bergfreundin Lisa

Kurztext: Ich bin nicht zum Bergsport gekommen, der Bergsport ist zu mir gekommen. Ende der 80er haben mir meine Eltern gezeigt wie man Ski fährt und Ende der 90er habe ich das Klettern im Verein gelernt. Seit meiner Jugend gehören außerdem Ski- und Hochtouren zu meinen festen Bergsportdisziplinen.

2 Comments on the Article

  1. Lars 3. Jänner 2022 22:09 Uhr

    Ich denke ein wesentlicher Unterschied zwischen Bushcraft und survival wurde deutlich. Ich denke aber auch um so mehr Erfahrung man sammelt im Hobby Bushcraft um so besser ist man im survival. Will sagen, wohl dem der mal im Wald unter einer Plane geschlafen hat und der das dann in "echter" Notlage tun muss... Danke für diese tolle Literatur Recherche! Tee kochen und Wandern bzw "raus" in die Natur und Bushcraft sind zwei Paar Schuhe. Beides hilft aber ungemein beim Überlegen in einer Survival Situation... Man sieht sich draußen! Allzeit bereit, Lars

  2. Klaus Schwarz 21. Dezember 2021 18:41 Uhr

    Liebe Lisa, vielen Dank für diesen herrlich amüsanten und dennoch umfassend informativen Beitrag! Den Diskussionen, die oftmals keine sind weil jeder seine Meinung beharrlich vertritt, bin ich alleine deswegen schon in der Verwandtschaft und bei Kollegen oftmals ausgesetzt, weil ich einfach nur gerne draußen bin. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad, alleine oder mit Freunden, meistens wird man eher mitleidig belächelt wenn man von seinen Vorhaben oder Erlebtem erzählt. Und dann noch übernachten im Freien, mit Tarp und Schlafsack, wie armselig. Für mich sind die arm dran, die meinen, es geht nur noch Hotel, Ferienwohnung oder Glamping. Aber jedem halt das Seine. Wie schnell es gehen kann, in eine Notlage zu kommen, ist mir bereits mehrmals bei meinen Outdoor-Aktivitäten klar geworden. Da wird Outdoor durchaus schnell mal zum Survival! Aber wie bei vielem ist es wirklich so, wenn man solche Situationen schon mal durchgespielt, bzw. trainiert hat, fällt es einem leichter, durchzuhalten und durchzukommen. Ich habe inzwischen selbst bei meinen Fahrten mit dem Fahrrad zur Arbeit ein "Survival-Set" (bestehend aus Wasserfilter, Messer, Feuerzeug und Rettungsdecke) ständig im Rucksack dabei. Man weiß ja nie. Trotzdem vermisse ich in Deutschland einerseits die Akzeptanz durch die Menschen und der Gesetzgebung, andererseits die Möglichkeiten für solche Freizeit-Enthusiasten. Leider ist es auch hier so, dass durch Fehlverhalten weniger eben wieder alle abgestraft werden durch Verbote und strenge Gesetze. Hier wäre es mal interessant, einen bundesweit geltenden, nennen wir ihn, "Outdoor-Schein" oder "Natur-Schein" ins Leben zu rufen. Für alles Mögliche gibt es Befähigungsnachweise, Führerschein, Angelschein, Bootsschein, etc. Wenn jeder Interessierte einen entsprechenden Nachweis erbringen kann, dass er die Natur zu schätzen weiß mit seiner Fauna und Flora und wie er sich da zu verhalten hat, dem sollten Möglichkeiten eröffnet werden. Selbstverständlich durch einen theoretischen und praktischen Test mit behördlicher Zulassung. Es gibt etliche Bundesländer, die in ihrem Geltungsbereich da durchaus offenere Regelungen und Platzangebote bieten, um dem Freizeit- (Freiheits-) Drang der Bevölkerung nachzukommen. Auch hier wäre eine bundesweite Vereinheitlichung wünschenswert. Mit dem Wunsch steht man zwar nicht alleine da, aber eine Interessensgemeinschaft bildet sich dadurch auch nicht, um Petitionen oder andere Möglichkeiten zu nutzen, hier mehr Gestaltungsraum oder Rechte für "ausgebildete" Naturliebhaber zu schaffen. Vielleicht ist eine "grün"-beteiligte Regierung für das Thema zu gewinnen?! Auf jeden Fall würde ich mich über weitere Beiträge freuen. Macht weiter so! Viele Grüße Klaus

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